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Sabine Lisicki steht momentan auf Rang 62 der WTA-Weltrangliste © getty

Sabine Lisicki erreicht als einizge Deutsche in Wimbledon das Achtelfinale. Der Sieg ist ein Spaziergang. Görges scheitert.

London - Wenigstens eine kam durch: Sabine Lisicki hat bei den 125. All England Championships in Wimbledon (täglich ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) ihren Höhenflug fortgesetzt und das Achtelfinale erreicht.

Nach ihrer Sternstunde gegen Li Na aus China (Bericht) setzte sich die Berlinerin weniger spektakulär, aber sehr souverän mit 6:4, 6:2 gegen die Japanerin Misaki Doi durch.

Nach ihrem überzeugenden Sieg trifft Lisicki, die bereits 2009 sogar das Viertelfinale im All England Club erreicht hatte, in der Runde der letzten 16 auf Petra Cetkovska aus Tschechien.

Nach dem Scheitern von Andrea Petkovic (Darmstadt) und Julia Görges (Bad Oldesloe) ist die 21-Jährige die letzte deutsche Hoffnung in Wimbledon, zumindest im Einzel.

"Ein paar Fehler zu viel gemacht"

Lisicki selbst war mit ihrer Leistung aber nicht ganz zufrieden. "Es war windig", berichtete sie, "und ich habe ein paar Fehler zu viel gemacht, darüber habe ich mich geärgert".

Lisicki, die bereits 2009 sogar das Viertelfinale in Wimbledon erreicht hatte, trifft nun auf Petra Cetkovska.

Die Tschechin ist nur die Nummer 81 der Weltrangliste, aber Lisicki, die bislang nichts über die 26-Jährige weiß, betonte: "Ab jetzt gibt es keine leichten Gegner mehr."

Zumal Cetkovska die Serbin Ana Ivanovic ausschaltete.

Lisicki meistert Umstellung

Nach dem Zweitrundensieg gegen die Weltranglistenvierte Li Na war die Umstellung für Sabine Lisicki zunächst enorm.

Keine Gegnerin der Weltklasse, sondern eine Qualifikatin, die lediglich die Nummer 133 der Rangliste ist; und außerdem kein Centre Court, sondern der davor liegende Court 14, mit nur vier Reihen für die Zuschauer auf jeder Längsseite.

Doch die kleine Bühne schien Lisicki nicht zu stören. Sie dominierte das Match, spielte äußerst konzentriert und druckvoll und nutzte nach 68 Minuten ihren ersten Matchball.

"Es war anders, aber es war immer noch ein Match in Wimbledon", sagte Lisicki.

Görges trauert Chancen nach

Julia Görges dagegen ließ eine große Möglichkeit ungenutzt, erstmals das Achtelfinale eines Grand Slams zu erreichen.

"In der dritten Runde gegen eine Cibulkova zu verlieren, kann passieren, sie ist ja weiß Gott keine, die noch nie etwas erreicht hat. Aber ich hatte meine Chancen, und die habe ich liegen lassen", sagte Görges.

Nach 1:41 Stunden schlug die 16. der Weltrangliste den zweiten Matchball ihrer Gegnerin ins Netz und beendete damit eine eigenartige Begegnung: Görges hatte 12 Asse geschlagen und 35 direkte Punkte gemacht, Cibulkova kein Ass und nur 11 "Winner".

Zum ersten Mal durfte Julia Görges in Wimbledon auf eine etwas größere Bühne (DATENCENTER: Wimbledon - Damen).

Zunächst alles nach Plan

Der neue Court 3, errichtet an der Stelle des einstigen "Friedhofs der Stars", war gut besucht, und Görges fühlte sich zunächst sichtlich wohl.

Schon im fünften Spiel nahm sie Cibulkova den Aufschlag ab, alles schien nach Plan zu laufen.

Doch prompt verlor die Deutsche im darauf folgenden Spiel selbst ihren Aufschlag, das gleiche Missgeschick unterlief ihr wenig später im zehnten Spiel - und plötzlich war nach 37 Minuten der erste Satz weg.

Görges fühlte sich nicht sicher

Obwohl die Statistik zu diesem Zeitpunkt bei Görges mehr Siegschläge und weniger Fehler aufwies (Petkovic: Einfach nur zum Heulen).

Allzu sicher hatte sich Görges ohnehin nicht fühlen wollen - und ihre Gegnerin von Beginn als gefährlich eingestuft.

Zu Recht: Dominika Cibulkova hatte im Juli 2009 schon mal auf Rang zwölf in der Weltrangliste gestanden, im gleichen Jahr bei den French Open in Paris das Halbfinale und bei den Australian Open das Achtelfinale erreicht.

Zweiter Satz in 23 Minuten

Als aktuelle Nummer 24 bewegt sie sich in etwa auf dem Niveau von Görges, die über die Slowakin zuvor gut informiert war, obwohl beide zuvor noch nicht gegeneinander gespielt hatten.

Der Satzverlust schien Görges freilich eher zu beflügeln. Ihr eigener Aufschlag funktionierte nun immer besser, die 21-Jährige setzte ihre Gegnerin viel schneller und konsequenter unter Druck (420442DIASHOW: Die Bilder aus London).

Ein Break zum 2:1, ein Break zum 4:1, ein Break zum 6:1 - in nur 23 Minuten hatte sich Görges den zweiten Satz geholt, und wieder schien alles nach Plan zu laufen.

Dominanz nimmt ab

Und wieder kam es anders: Trotz einer 40:15-Führung verlor die Weltranglisten-16. gleich im ersten Spiel des dritten Satzes ihren Aufschlag. Sofort gelang das Rebreak, doch Görges geriet zunehmend in Schwierigkeiten (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Der dritte Satz war fortan hart umkämpft, und dies galt vor allem für die weiteren Aufschlagspiele von Görges, in denen sie nicht mehr so gut servierte und nicht mehr so dominant war wie noch im zweiten Durchgang.

Im fünften Spiel musste die Turniersiegerin von Stuttgart erneut ihr Service abgeben, mit einem sofortigen Reabreak wurde es aufgrund schlechter Returns nicht. Und dann ging im neunten Spiel alles ganz schnell.

Ball ins Aus, Doppelfehler, Ball ins Netz - und dann noch einer. Görges war ausgeschieden.

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