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Sabine Lisicki spielt seit 2006 professionell auf der WTA-Tour © imago

Als einzige Deutsche steht Lisicki im Achtelfinale von Wimbledon. Rittner traut ihr alles zu. Die Gegnerin bereitet Kopfzerbrechen.

London - Sabine Lisicki "ist einfach eine Rampensau", sagt Andrea Petkovic, und das ist durchaus respektvoll gemeint.

Sabine Lisicki liebt die große Bühne, und da trifft es sich gut, dass auch in der kommenden Woche die größte Bühne bespielt wird, die es im Tennis gibt: Wimbledon (täglich ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) .

Sabine Lisicki ist dort nun Solistin, zumindest aus deutscher Sicht.

Am Montag trifft sie im Achtelfinale auf Petra Cetkovska aus Tschechien. (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Cetkovska ist die Nummer 81 der Weltrangliste, gespielt wird auf Court 12. Das klingt nicht gerade nach einer großen Inszenierung.

Klein, aber fein

Court 12 ist auch nicht die große Bühne, aber Lisicki hat sich in der dritten Runde daran nicht gestört. Beim souveränen 6:4, 6:2 gegen Misaki Doi, Qualifikatin aus Japan und nur die Nummer 133 der Welt (Bericht), spielte sie auf Court 14, klein, eng, nur vier Reihen an den Längsseiten.

"Die Atmosphäre ist immer noch gut, es war ja voll, und die Leute sitzen auch ganz nah dran", betonte die Berlinerin, "außerdem war es immer noch ein Match in Wimbledon."

Und Sabine Lisicki sagte darüber hinaus: "Ich liebe Wimbledon", sie gerät ins Schwärmen, wenn sie über das Turnier, das Ambiente im All England Club spricht.

Unbekannte Gegnerin

Spärlich waren dagegen am Samstag zunächst Lisickis Ausführungen zu der jungen Frau, die ihrem zweiten Einzug ins Viertelfinale von Wimbledon nach 2009 entgegensteht (DATENCENTER: Wimbledon - Damen).

"Ich kenne sie nicht, das wird wieder etwas ganz Neues sein." Aber Cetkovska habe Ana Ivanovic, Serbiens Nummer 18 der Weltrangliste, besiegt, "in zwei Sätzen, das muss man auch erst mal machen". Deshalb sagt Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner mit warnendem Unterton: "Das Match gegen Cetkovska wird echt schwer."

Aber auch sie betont: "Sabine ist für so eine Bühne wie Wimbledon quasi geboren."

Rückblick per Video

Diese große Bühne bespielte Lisicki schon einmal sehr erfolgreich (420442DIASHOW: Die Bilder aus London).

Vor zwei Jahren stand sie in Wimbledon im Viertelfinale. Nach Siegen gegen die damalige French-Open-Siegerin und Weltranglistenfünfte Swetlana Kusnezowa aus Russland und die heutige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki aus Dänemark scheiterte sie an der damaligen Weltranglistenersten Dinara Safina aus Russland - in drei Sätzen, auf dem Centre Court.

Das Match gegen Kusnezowa hat sich Lisicki vor Wimbledon auf Video angesehen, "das hat sehr viel Spaß gemacht". Und Spaß, betont die 21-Jährige, Spaß hat sie auch dieser Tage eine ganze Menge.

Rittner mit großen Hoffnungen

Etwas nüchterner betrachtet Barbara Rittner die Ausgangslage von Sabine Lisicki, doch ihre Aussagen machen Hoffnung auf eine bemerkenswerte zweite Woche der letzten verbliebenen Deutschen.

In den großen Matches sei Lisicki "immer noch einen Tick stärker als sonst", aber vor allem könne sie in Wimbledon ihr kraftvolles Spiel so richtig zum Einsatz bringen: "Hier kann sie jede, wirklich jede Gegnerin dominieren, unabhängig von großen Namen. Sabine kann es auf englischem Rasen auch mit den Williams-Schwestern aufnehmen, da bin ich sicher."

Dabei hat Lisicki eine Rasenallergie.

"Petko" und Görges nur Zuschauer

So wohl sich die Berlinerin auf Rasen allgemein und in Wimbledon im Besonderen fühlt: Ihre Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic und Julia Görges müssen damit erst noch ihren Frieden schließen.

Beide verloren in der dritten Runde, Petkovic, 13. der Weltrangliste, schon am Freitag gegen eine Russin namens Xenia Perwak, die normalerweise nicht ihre Kragenweite sein sollte.

Görges, 16. der Weltrangliste, unterlag am Samstag der Slowakin Dominika Cibulkova, als Nummer 24 im WTA-Ranking zumindest auf dem Papier eher gleichwertig, in drei Sätzen.

Lehrgeld im Tennis-Mekka

Petkovic war nach ihrer Niederlage in der Tat zum Heulen zumute, Görges stellte nach dem verschenkten Sieg fest: "Ich hätte gewinnen können. Aber immer, wenn es gut lief, habe ich aufgehört zu spielen. Das muss ich noch lernen."

In der zweiten Woche sind diesmal Petkovic und Görges im Einzel nur noch Zuschauer - die Bühne gehört Lisicki.

"Es ist gut, wenn die Last verteilt ist", sagte Görges, und Lisicki ergänzte: "Es ist gut, dass wir mehrere Spielerinnen haben, dass es konstant Erfolg geben kann. Die letzten Male waren es Petko und Julia, jetzt bin es eben ich." Bühne frei.

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