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Sabine Lisicki holte sich zuletzt in Birmingham ihren zweiten Sieg auf der WTA-Tour © getty

Die Deutsche hat nur im ersten Satz Probleme und zieht in Wimbledon nach 2009 wieder ins Viertelfinale ein. Dort wird es ernst.

London - Sie schwitzte, sie rutschte ein paarmal aus - doch am Ende riss sie jubelnd die Arme in die Höhe: Die wunderbare Reise von Sabine Lisicki geht weiter.

Mit großem Kampfgeist und kühlem Kopf zog die Berlinerin bei den 125. All England Championships in das Viertelfinale ein (Di., ab 14 Uhr im LIVE-TICKER), am Dienstag, so das Wetter mitspielt, trifft sie dort auf dem Centre Court ein wenig überraschend auf Marion Bartoli.

Die 26 Jahre alte Französin, Wimbledon-Finalistin von 2007 besiegte die Titelverteidigerin und viermalige Turniersiegerin Serena Williams.

Am Tag, als Prinz William und Gattin Kate dem All England Club ihre Aufwartung machten, besiegte die 21-Jährige in einem zunächst hart umkämpften Match bei Temperaturen um die 28 Grad die Tschechin Petra Cetkovska mit 7:6 (7:3), 6:1 und erreichte damit wie 2009 die Runde der letzten Acht.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl, wieder im Viertelfinale zu sein", sagte Lisicki mit einem Lächeln und sanfter Stimme, aber ohne große Gefühlsausbrüche.

Gegnerin ist egal

Vor zwei Jahren war sie im Viertelfinale an der damaligen Weltranglistenersten Dinara Safina aus Russland gescheitert, diesmal wartet Marion Bartoli aus Frankreich - Wimbledon-Finalistin von 2007.

"Es ist mir eigentlich völlig egal, gegen wen ich spiele", betonte Lisicki, "für mich ist jedes weitere Spiel ein Geschenk". Das sei so, seit sie ihre Verletzung überwunden habe (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Rittner traut ihr noch viel zu

Geht es nach Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, dann ist Lisickis Reise auf dem heiligen Rasen in London SW19 aber noch lange nicht zu Ende (423318DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche).

"Hier kann sie jede, wirklich jede Gegnerin dominieren, unabhängig von großen Namen", hatte Rittner vor dem Achtelfinale gegen Cetkovska versichert.

Gegen die Tschechin dauerte es allerdings eine Weile, ehe Lisicki in Schwung kam: "Ich habe den Anfang verschlafen, ich habe erst richtig angefangen, als ich ein Break hinten lag."

Das Break kassierte sie zum 2:3 im ersten Satz - "dann bin ich gerade noch rechtzeitig aufgewacht", sagte sie lachend.

Lisicki macht "guten Job"

Ohnehin findet Lisicki, dass sie in Wimbledon bislang "einen guten Job" gemacht hat (420442DIASHOW: Die Bilder der ersten Woche).

Es sei nicht so einfach gewesen, nach dem Zweitrundensieg gegen die Weltranglistenvierte Li Na aus China auf dem Centre Court wieder von den großen Bühnen in Wimbledon auf die kleinen zurückzukehren.

"Sabine ist für so eine Bühne wie Wimbledon quasi geboren", sagt Rittner, von Kollegin Andrea Petkovic wird sie als "Rampensau" bezeichnet.

Die Bühne war diesmal nicht die größte, Lisicki wurde auf Court 12 angesetzt, der nur 1000 Zuschauern Platz bietet. "Irgendwann darf ich schon wieder auf den Centre Court", sagte sie - und prompt ist dies schon im Viertelfinale der Fall.

Serie geht weiter

Es ist diese erstaunliche Gelassenheit, die Lisicki durch dieses Turnier trägt (DATENCENTER: Wimbledon - Damen).

Zehn Siege nacheinander sind ihr nun gelungen, alle auf Rasen, und das nächste Match ist erstmal das wichtigste, an einen Einzug ins Halbfinale, an einen Turniersieg - daran mag Sabine Lisicki nicht denken.

"Wenn man zu weit hinausschaut, macht man sich zu viele Gedanken", sagte sie nach ihrem Erfolg gegen Cetkovska, was heißen soll: Nur nicht verrückt machen, immer schön eins nach dem anderen machen.

Sie behauptet auch: "Ich bin unheimlich gelassen und überhaupt nicht aufgeregt." Das sei anders als vor zwei Jahren.

Viertelfinale ist "unglaublich"

Vor zwei Jahren auf dem Centre Court war auch deshalb alles anders, weil Sabine Lisicki da eigentlich schon total ausgepowert war.

Nach Siegen gegen die damalige French-Open-Siegerin und Weltranglistenfünfte Swetlana Kusnezowa aus Russland und die heutige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki aus Dänemark scheiterte sie an Safina in drei Sätzen.

"Da war ich platt. Da war ich schon froh, dass ich ins Viertelfinale gekommen bin", berichtete Lisicki - womit sie auch signalisiert: Das Viertelfinale erreicht zu haben ist "unglaublich", aber es soll noch nicht das Ende der wunderbaren Reise sein.

Petzschner noch im Geschäft

Zumindest in der Doppel-Konkurrenz ist noch ein Deutscher im Geschäft. Titelverteidiger Philipp Petzschner absolvierte nach wiederholten Verschiebungen und Neuansetzungen endlich sein Erstrundenmatch - und gewann.

An der Seite seines Vorjahrespartners Jürgen Melzer siegte der Bayreuther in der auf zwei Gewinnsätze verkürzten Begegnung mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:1), 6:4 gegen die US-Amerikaner Ryan Harrison und Travis Rettenmaier.

Das deutsch-österreichische Duo trifft nun auf Scott Lipsky und Rajeev Ram, beide ebenfalls aus den USA.

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