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Jo-Wilfried Tsonga steht aktuell auf dem 19. Platz der Weltrangliste © getty

Federer scheitert im Viertelfinale gegen Tsonga trotz Zwei-Satz-Führung. Nadal und Murray machen Traum-Halbfinale klar.

London - Es hatte ein wenig von Götterdämmerung:

Bereits sechs Mal hatte Roger Federer den heiligen Rasen im All England Club mit dem Pokal des Siegers verlassen, und in diesem Jahr wollte er dies ein siebtes Mal tun.

Es kam anders: Wie vor zwölf Monaten scheiterte der langjährige König von Wimbledon bereits im Viertelfinale (täglich ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) .

2010 wurde Federer vom späteren Finalisten Tomas Berdych aus Tschechien in drei Sätzen rüde abserviert, diesmal verspielte der Weltranglistendritte aus der Schweiz gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga eine 2:0-Satzführung - das war ihm bei einem Grand Slam noch nie passiert (DATENCENTER: Wimbledon - Herren).

Das Undenkbare geschieht

Nach 3:02 Stunden war das Undenkbare geschehen. 6:3, 7:6 (7:3), 4:6, 4:6, 4:6 hieß es aus Sicht von Federer, der damit als Einziger der Großen Vier das Halbfinale nicht erreichte (420442DIASHOW: Die Bilder der ersten Woche)..

Denn nach Novak Djokovic (Serbien), der 6:2, 3:6, 6:3, 7:5 gegen den 18 Jahre jungen Qualifikanten Bernard Tomic (Australien) gewann, zogen auch Titelverteidiger Rafael Nadal (Spanien) durch ein 6:3, 6:3, 5:7, 6:4 gegen Mardy Fish (USA) und Andy Murray (Großbritannien) durch ein 6:3, 6:4, 6:4 gegen Feliciano Lopez (Spanien) in die Vorschlussrunde ein.

Nadal trifft auf Murray

Djokovic trifft dort auf Tsonga, Nadal wie im Vorjahr auf Murray (423318DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche).

Federer hat seinen 16. und bislang letzten Grand-Slam-Titel 2010 bei den Australian Open gewonnen, doch nach seiner Niederlage gegen Tsonga wollte er weder von einem Einbruch, noch von einem schlechten Spiel seinerseits und schon gleich gar nicht vom Ende einer Ära sprechen.

"Das ist jetzt kein Schocker, oder eine dumme Zweitrundenniederlage. Ich bin in der Tat zufrieden mit meiner Leistung. Es ist eine harte Niederlage, aber ich fühle mich nicht entmutigt. Das wird einfacher zu verarbeiten sein als die Niederlage im vergangenen Jahr", behauptete der 29-Jährige.

Schwere Suche nach Erklärungen

Die Suche nach Erklärungen fiel Federer dennoch schwer. "Ich glaube, mein Spiel ist derzeit gut genug, dass ich hier das Turnier hätte gewinnen können", sagte er, nur um irritiert festzustellen, dass gut gegen Tsonga diesmal nicht gut genug war.

"Jo hat großartig gespielt", bestätigte Federer, er wollte dem Franzosen auch nichts von diesem Sieg nehmen, er stellte aber fest, dass dem zwischenzeitlich wie beseelt spielenden Tsonga gerade dann die entscheidenden Punkte gelangen, als er sie brauchte.

"Er hat Schläge gemacht, die müssen nicht reingehen", sagte der Schweizer. Er befand sogar, einige Punkte habe Tsonga nicht so richtig verdient (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Tsonga: "Alles ging rein"

Auch Tsonga wusste nicht, wie ihm geschah. "Es war einfach unglaublich da draußen. Ich habe unglaublich gespielt, alles ging rein", sagte der 26 Jahre alte Franzose.

Und fast schien es dem Weltranglisten-19., der ebenfalls 2010 im Viertelfinale gescheitert war, ein bisschen peinlich zu sein, ausgerechnet den großen Federer auf dessen Lieblings-Court besiegt zu haben.

Neuauflage von Melbourne 2008

"Das ist verrückt, er ist der größte Champion in meinem Sport, er hat so viel erreicht. Er ist der beste Spieler der Welt, und ich bin einfach so glücklich, dass ich gegen ihn gewonnen habe, besonders auf Rasen."

Tsonga bekommt es nun in Djokovic mit jenem Mann zu tun, gegen den er 2008 bei den Australian Open sein bislang einziges Endspiel bei einem Grand Slam verloren hatte. Djokovic wiederum war bei seiner zweiten Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon vor einem Jahr in drei Sätzen an Federer-Bezwinger Berdych gescheitert.

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