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Sabine Lisicki klettert nach Wimbledon von Platz 62 in die Top 25 © getty

Nach dem Erfolg gegen Bartoli outen sich nicht nur Tennis-Größen als Lisicki-Fans. Die Medien werfen mit Komplimenten um sich.

Von Annette Bachert

München/London - "Für Sabine Lisicki ist hier nichts unmöglich", sagt Lindsay Davenport, die ehemalige Nummer eins der Welt.

Die heutige BBC-Kommentatorin ist von der 21-Jährigen begeistert und ist damit derzeit nur eine von vielen.

Mit dem 6:4, 6:7, 6:1-Erfolg gegen die Französin Marion Bartoli (Bericht) spielte sich Lisicki ins Halbfinale von Wimbledon und in die Herzen der Fans, ehemaliger Top-Spieler und der englischen Medien.

Auch Tennis-Legende John McEnroe ist von der Qualität der Fed-Cup-Spielerin überzeugt: "Lisicki hat ganz sicher das Zeug, bald in den Top Ten zu stehen."

"Mich überrascht wirklich ihre mentale Stärke, ihre Abgeklärtheit, ihre Aggressivität, wenn es wirklich brenzlig wird auf dem Platz", so McEnroe weiter.

Verletzungspause prägt

Dass Lisicki mit nur 21 Jahren diese spielerische Reife und dieses Selbstvertrauen an den Tag legt, liegt zum einen an der langen Verletzungspause, die sie geprägt und verändert hat.

"Ich bin sehr viel ruhiger in den kritischen Momenten geworden. Vor zwei Jahren war ich nervös und konnte nicht gut schlafen. Ich bin einfach ruhiger auf dem Platz. Ich weiß, wenn ich alles gebe, ist es okay", sagt Lisicki über sich selbst.

Zum anderen war und ist Lisicki eine Kämpfernatur (423318DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche).

"So war ich von klein auf, dafür war ich schon immer bekannt". Die harte Schule von Tennis-Guru Nick Bollettieri und ihrem engagierten Vater Richard haben die zweifache WTA-Turnier-Gewinnerin zu einer ehrgeizigen und selbstbewussten Sportlerin gemacht.

Kämpfernatur zermürbt Bartoli

Auch im Match gegen Bartoli gab Lisicki nie auf, nicht einmal, als sie im zweiten Satz drei Matchbälle vergab. Im Gegenteil: In Satz drei legte Lisicki erst richtig los und ließ der Weltranglistenneunten nicht den Hauch einer Chance.

Davenport kommentierte dies mit: "Sie lässt Bartoli überhaupt nicht Bartoli sein."

"Ich war entschlossen, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Ich wollte unbedingt den Sieg", sagte Lisicki nach ihrem Erfolg.

"Nennt mich Doris Becker"

Die englischen Medien überschlagen sich in den Tagen von Wimbledon mit Lobeshymnen über die 21-Jährige

Der "Daily Mirror" bürgerte die Deutsche kurzerhand ein ("Britin ehrenhalber") und kürte sie zum "neuen Center-Court-Darling".

In Anlehnung an das deutsche Tennis-Idol Boris Becker, der drei Siege beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt vorweisen kann und Wimbledon immer als "Wohnzimmer" bezeichnete, schrieb die Zeitung scherzend: "Nennt mich einfach Doris Becker."

"Denkbare Wimbledon-Siegerin"

Eine "durchaus denkbare Wimbledon-Siegerin" sieht "The Independent" in Lisicki (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Und "The Guardian" bezeichnete ihr starkes Service als "die tödlichste Waffe der Frauen da draußen".

In der Vorschlussrunde (die Halbfinals, ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) trifft die 21-Jährige mit dem Hammer im Arm auf die Russin Maria Scharapowa (DATENCENTER: Wimbledon - Damen).

Scharapowa hat Respekt

Die ehemalige Nummer eins der Welt weiß um die Kraft, mit der die Deutsche ihre Gegnerinnen unter Druck setzen kann: "Sabine schlägt wahnsinnig hart. Sie ist gefährlich."

Doch Lisickis Respekt vor Scharapowa scheint noch etwas größer: "Sie ist ein großartiger Champion, hat mit 17 Jahren schon Wimbledon gewonnen. Das ist unglaublich. Das inspiriert. Da denkt man natürlich: Ja, da will man auch hinkommen", schwärmte Lisicki in der "Bild".

Gleichzeitig nimmt sich "Bum-Bum-Bine" selbst ein wenig den Druck: "Im Halbfinale habe ich nichts zu verlieren, ich werde rausgehen und kämpfen."

So wie sie das bisher immer gemacht hat.

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