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Novak Djokovic hat bisher zwei Grand-Slam-Titel gewonnen © getty

Djokovic entreißt dem Spanier den Spitzenplatz. Mit dem Finaleinzug erfüllt sich der Serbe einen Traum. Nadal begräbt Hoffnungen.

London - Teil eins der Wachablösung im Herren-Tennis ist vollzogen, Teil zwei könnte schon am Sonntagnachmittag folgen (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Der bisherige Weltranglistenerste Rafael Nadal und der angehende Weltranglistenerste Novak Djokovic aus Serbien bestreiten das Finale der 125. All England Championships in Wimbledon, dabei geht es für Nadal nur noch um den Titel, den er im Vorjahr gewonnen hatte.

Unabhängig vom Ausgang des Duells wird Djokovic am kommenden Montag die neue Nummer eins sein.

Er beendet damit eine mehr als siebenjährige Herrschaft von Nadal und Roger Federer aus der Schweiz.

In Wimbledon wiederum haben seit 2003 nur Nadal oder Federer gewonnen.

"Das beste Gefühl"

Als Djokovic endlich zum ersten Mal das Finale von Wimbledon erreicht und damit zugleich Nadal im ATP-Ranking verdrängt hatte, küsste er erleichtert den heiligen Rasen.

Der 24-Jährige gewann ein fesselndes Match mit 7:6 (7:4), 6:2, 6:7 (9:11), 6:3 gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga, der im Viertelfinale Federer ausgeschaltet hatte (Bericht).

"Das ist das beste Gefühl, das ich je auf einem Tennisplatz hatte, meine Träume werden wahr", sagte der Serbe, der nach dem Matchball erleichtert und glückselig auf den Rasen gefallen war. (423318DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche).

Nadal begräbt historische Hoffnungen

Nadal kann am Sonntag immerhin noch verhindern, dass ihm Djokovic auch den Titel des Wimbledonsiegers entreißt.

Der French-Open-Champion besiegte in der Neuauflage des Halbfinales aus dem vergangenen Jahr den Schotten Andy Murray mit 5:7, 6:2, 6:2, 6: 4 und beendete damit erneut die Hoffnungen auf den ersten britischen Sieger in Wimbledon seit Fred Perry 1936.

Seit 20 Spielen ohne Niederlage

Der Spanier steht auf der Anlage an der Church Road zum fünften Mal im Endspiel, er ist seit dem Turnier 2008, das er am Ende gegen Federer gewann, in jetzt 20 Spielen ungeschlagen auf dem heiligen Rasen.

Im Jahre 2009 hatte er verletzungsbedingt absagen müssen. (420442DIASHOW: Die Bilder der ersten Woche).

"Es ist ein Traum"

Was für Nadal zur Routine wird, ist für Djokovic die Erfüllung eines Lebenstraums. Zwei Mal war er zuvor im Halbfinale von Wimbledon gescheitert, nun greift er auch dort an:

"Ich habe mein ganzes Leben dafür gearbeitet, im Finale von Wimbledon zu stehen, es ist mein Traum, seit ich ein kleines Kind war."

Djokovic hatte als Vierjähriger mit Tennis begonnen. Er gewann bislang zwei Grand-Slam-Titel, beide in Melbourne bei den Australian Open (2008, 2011).

Zwei Mal verlor er das US-Open-Endspiel.

Bemerkenswerte Siegesserie

Den zeitgleichen Sprung auf Rang eins der Weltrangliste hatte sich Djokovic durch eine bemerkenswerte Siegesserie seit Jahresbeginn erarbeitet.

Schon bei den French Open hätte er Nadal ablösen können, allerdings unterlag er dort nach 43 Siegen nacheinander im Halbfinale Federer, der wiederum das Finale gegen Nadal verlor.

Den mittlerweile 47. Sieg in diesem Jahr machte der ungemein laufstarke Djokovic nach 3:07 Stunden perfekt, als er gegen den nie aufgebenden Tsonga, Nummer 19 der Weltrangliste, seinen dritten Matchball verwandelte.

Die ersten beiden hatte er im dritten Satz im Tiebreak vergeben. (DATENCENTER: Wimbledon - Herren)

"Es wird sich großartig anfühlen"

Djokovic hatte seine Halbfinal-Begegnungen in Wimbledon 2007 sowie im vergangenen Jahr gegen Nadal sowie Tomas Berdych aus Tschechien verloren, das erste freilich durch eine verletzungsbedingte Aufgabe im dritten Satz.

Jetzt ist mit dem Sprung auf Platz eins der Weltrangliste einer seiner beiden Träume in Erfüllung gegangen, der andere könnte am Sonntag Realität werden.

"Im Finale von Wimbledon zu stehen, ist das Ding für mich. Ich habe mir immer vorgestellt, an diesem letzten Sonntag im Wimbledon zu sein. Es wird sich wahrscheinlich großartig anfühlen und ich werde versuchen, es zu gewinnen", sagte Djokovic.

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