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Der Augsburger Philipp Kohlschreiber gewann bisher drei Titel in seiner Karriere © dpa Picture Alliance

Nach dem Auftaktsieg klagt Haas über Schmerzen, Petzschner laboriert noch am Drüsenfieber. Kohlschreiber sucht sein altes Ich.

New York - Pfeiffersches Drüsenfieber, Physio-Casting und ein besonderer Notfall:

Ein deutsches Tennis-Trio geht derzeit am Stock und fällt bei den US Open (täglich, ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) unter die Rubrik "Pflegefälle".

Philipp Petzschner und Tommy Haas konnten sich in New York immerhin über das Trostpflaster zweite Runde freuen - Philipp Kohlschreiber musste dagegen frustriert die Heimreise antreten.

Allerdings steht noch nicht fest, ob Davis-Cup-Spieler Petzschner überhaupt zu seinem Match gegen Janko Tipsarevic (Serbien) antreten kann.

Wie der 27-Jährige beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres mitteilte, litt er in den vergangenen Wochen am Pfeifferschen Drüsenfieber.

Drüsenfieber: Ancic beendete Karriere

"Inzwischen geht es mir aber besser, die Krankheit ist aus meinem Organismus verschwunden. Aber ich muss erst einmal sehen, wie es mir jetzt nach dieser Belastung in den nächsten Tagen geht", sagte Petzschner nach dem Fünfsatzsieg gegen Albert Ramos (Spanien).

Der Bayreuther hatte noch 20 Minuten nach Ende der 4:24 Stunden langen Partie einen Puls von 160.

Und "Petzsche" ist gewarnt. Der Kroate Mario Ancic hatte seine Karriere Anfang des Jahres beenden müssen, weil er nach der Drüsenfieber-Erkrankung zu früh in den Profizirkus zurückgekehrt war 445620(DIASHOW: Die Favoriten der US Open).

"Alles hat wehgetan"

Bei einer Blutuntersuchung im Rahmen des Turniers in Montreal Mitte August wurde festgestellt, dass Petzschner ein bis zwei Monate an der infektiösen Mononukleose gelitten hatte.

In dieser Zeit müssen seine Antikörperwerte nach Angaben der Ärzte bei 600 anstatt bei normalen 20 Milligramm gelegen haben. Wegen einer Mandelentzündung und allgemeiner Abgeschlagenheit hatte sich der Weltranglisten-67. in Kanada untersuchen lassen.

Petzschner: "Ich hatte mich schon gewundert, denn normal reichen mir sieben Stunden Schlaf. Plötzlich waren es zwölf. Außerdem hat mir nach 20 Minuten Joggen schon alles wehgetan."

Untersuchung bei Melzer

Es folgten eine Behandlung mit Antibiotika und die Isolation beim Turnier in Cincinnati, wo er nur kurz im Doppel antrat: "Ich bin fünf Tage auf dem Zimmer geblieben, lediglich auf den Parkplatz raus, wenn da niemand war."

Weil Pfeiffersches Drüsenfieber ansteckend ist, wird sich auch Petzschners Doppelpartner Jürgen Melzer (Österreich) untersuchen lassen.

Ein Physio-Casting für Haas?

Tommy Haas hat da ganz andere Probleme 447802(Diashow: Die Bilder der US Open 2011).

Der 33-Jährige, der in Flushing Meadows erst den dritten Sieg im elften Spiel nach seiner Rückkehr im April feierte, ist noch immer auf der Suche nach einem Physiotherapeuten.

"Es ist sehr schwierig, jemand passenden zu finden. Vielleicht werde ich wieder ein Casting abhalten. Wie schon mal, da waren wirklich krasse Typen dabei", erzählte Haas nach dem 6:3, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 gegen Jonathan Dasnieres De Veigy (Frankreich).

Ende noch nicht in Sicht

Noch immer schmerzt den auf Weltranglistenplatz 475 abgerutschten Haas, der mittlerweile von Ex-Profi Carsten Arriens gecoacht wird, die operierte Hüfte.

"Und wenn ich das kompensiere, tut mir der Rücken weh", sagte der dreimalige US-Open-Viertelfinalist, der erst Ende dieses Jahres über seine sportliche Zukunft entscheiden will.

"Die US Open", erklärte Haas, "sind auf jeden Fall nicht mein letztes Turnier."

Fit wie eh und je ist Julia Görges.

Nach dem Erstrunden-Sieg gegen ihre Fed-Cup-Kollegin Kristina Barrois twitterte die Weltranglisten-21.: "Es war ein gutes und solides Match. Ich freue mich, in der nächsten Runde zu sein."

Dort trifft die 22-Jährige nun auf die Spanierin Laura Pous-Tio.

Suche nach dem "alten Philipp"

Die Saison fast schon abgehakt hat Kohlschreiber nach einem "trüben Jahr". Das 4:6, 1:6, 3:6 gegen Radek Stepanek (Tschechien) war die dritte Auftaktschlappe beim vierten Grand-Slam-Turnier des Jahres: "Momentan bin ich fast ein Opfer für meine Gegner."

Die Konsequenz: Zurück zu den Wurzeln. "Ich muss einen Weg zum alten Philipp finden."

"Das ist jetzt Chefsache"

In Tomas Högstedt und Miles Mclagan hatte er in den letzten zwei Jahren zwei Top-Trainer, die ihm den Weg in die ersten 20 ebnen sollten, stattdessen rutschte er auf 47 ab.

"Die wollten mein ganzes Spiel umstellen, das bin nicht einfach nicht, ich bin ein solider Arbeiter", sagte Kohlschreiber.

"Ich sehe in nächster Zeit keinen Trainer mehr an meiner Seite, sondern werde die Sache jetzt selbst in die Hand nehmen. Das ist jetzt Chefsache", so "Kohli", der demnächst sogar ein paar Challenger-Turnier spielen will.

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