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Sein letztes Match bestritt Tommy Haas im August 2008 in Runde zwei der US-Open © getty

Die Pause hat sich gelohnt: Tommy Haas gewinnt sein erstes "richtiges" Match und startet zuversichtlich in die Australian Open.

Melbourne - Tommy Haas war zufrieden. Gerade noch rechtzeitig vor den Australian Open in Melbourne hat der Tennisprofi anscheinend die Kurve gekriegt und eine fünfmonatige Leidenszeit beendet.

Am Freitag konnte der 30-Jährige endlich wieder zum Schläger greifen und ein "richtiges" Match unter Wettkampfbedingungen spielen.

7:6, 6:3 gegen Mardy Fish beim Einladungsturnier in Kooyong. Ein Sieg, sportlich bedeutungslos, aber für Selbstvertrauen und Matchpraxis vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres ungemein wertvoll.

Kühnen mit Zuversicht

"Das sah schon ganz gut aus", meinte Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen auf der Tribüne, "Tommy hat auch im Training einen sehr guten Eindruck gemacht, die Vorbereitung lief gut, er ist relativ gut genesen."

Einen Start beim Turnier in Doha hatte der gebürtige Hamburger noch aus Vorsicht abgesagt, die Ellbogenentzündung war noch schmerzhaft zu spüren (Tennisstars gehen am Stock) . Die verlängerte Pause aber scheint sich nun positiv auszuwirken.

Ein Grand-Slam-Turnier mit seinen drei Gewinnsätzen ist aber immer wieder eine ganz besondere Belastung, insbesondere nach so einer langen Auszeit.

Melbourne ein "kleiner Traum"

Zuletzt hatte Haas im August bei den US Open ein Turnier gespielt. Auf das Ziel Melbourne, seinen "kleinen Traum", hat er konsequent hingearbeitet. Seit Anfang Dezember schlägt er wieder Bälle, ließ sich außerdem insgesamt acht Wochen lang in Las Vegas von Andre Agassis Fitnesscoach Gil Reyes körperlich aufbauen.

Der Wahl-Amerikaner Haas ist trotz aller gesundheitlicher Probleme noch nicht bereit für das Karriereende und kämpft.

"Als ich im Fernsehen die Bilder vom Masters in Shanghai gesehen habe, kam schon etwas Wehmut auf", erklärte Haas seinen Fans im Internet, "als Profi kann man einfach nicht so lange ohne Tennis auskommen."

Erfolgreiches Pflaster Melbourne

Melbourne ist als Platz für das Comeback sicher auch gut gewählt. Bei keinem anderen Turnier war Haas erfolgreicher, dreimal (1999, 2002, 2007) erreichte er "down under" das Halbfinale.

Auf den Weltranglisten-Platz 79 (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste) ist Haas in der Zeit seiner erzwungenen Abwesenheit zurückgefallen.

Nadal droht in Runde drei

Gesetzt ist man da bei keinem Turnier mehr, insofern hat er noch Glück gehabt, dass er in der ersten Runde in Melbourne in dem Argentinier Eduardo Schwank einen Sandplatzspezialisten zugelost bekommen hat.

Danach kann es aber ganz dicke für Tommy Haas kommen: In der zweiten Runde wartet wahrscheinlich der Russe Dimitri Tursunow, danach der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal. Große Hoffnungen darf sich Haas da nicht machen, aber Hauptsache ist, dass er überhaupt wieder gegen den Ball schlagen kann.

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