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Rainer Schüttler ist derzeit 31. der ATP-Weltrangliste © AFP

Rainer Schüttler hat seine Verletzung überwunden. Vor den Australian Open spricht er über seine Ziele für 2009.

Von Benjamin Bauer und Andreas Kloo

Als "Tennis-Opa" sorgte Rainer Schüttler im letzten Jahr für Aufsehen und spielte sich in Wimbledon bis ins Halbfinale. Bei den Australian Open (Die, 8.30h LIVE) will der 32-Jährige an diese Erfolge anknüpfen.

Allerdings bereitete ihm in den letzten Tagen eine Handgelenksverletzung Probleme. (Tennisstars gehen am Stock)

Grund für die Beschwerden war ein sogenanntes Gangliom. Nachdem ihm der Turnierarzt Flüssigkeit aus dem Handgelenk gezogen hatte, konnte Schüttler aber wieder trainieren und fühlt sich fit für die Australian Open.

"Mir geht es viel besser, ich bin sehr zufrieden und optimistisch, ich konnte erstmals wieder Rückhand trainieren", sagte der Korbacher nach einem Belastungstest.

Im Sport1.de-Interview spricht Schüttler über seine Ziele für 2009, die Favoriten für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres und seine Situation als Routinier im Tennis-Zirkus. ad

Sport1.de: Wie würden Sie Ihre Form für die Australian Open bezeichnen?

Rainer Schüttler: Ich hatte in Kenia ein optimales Trainingslager, bin eigentlich gesund und fit. Leider kamen die Handgelenksprobleme dazwischen. Aber nun geht es mir wieder besser.

Sport1.de: Mit den Australian Open steht das erste Tennis-Highlight des Jahres an. Was haben Sie sich für Ziele 2009 gesteckt?

Schüttler: Dieses Jahr war ich am Ende Nummer 33 der ATP Weltrangliste, das möchte ich verbessern.

Sport1.de: Die Erfolge von 2008 mit dem Wimbledon-Halbfinale werden aber wohl schwer zu toppen sein. Was stimmt Sie optimistisch für die neue Saison?

Schüttler: Ich bin fit, werde bei den Turnieren gesetzt sein, und würde mich bestimmt diebisch freuen, wenn mir noch mal ein solcher Erfolg gelingen würde.

Sport1.de: Haben Sie neben den sportlichen Zielen auch noch andere Wünsche oder Vorsätze für 2009?

Schüttler: Meine privaten Vorsätze verrate ich keinem. Das ist bei mir immer so, aber zum Jahreswechsel gab es schon etwas, was ich mir außerhalb des Tennis vorgenommen habe.

Sport1.de: Mit den Australian Open verbinden Sie positive Erinnerungen. 2003 standen Sie im Finale. Was würden Sie eher als persönliches Karriere-Highlight bezeichnen? Das Australian-Open-Finale, Wimbledon 2008 oder die Olympische Silbermedaille?

Schüttler: Alle drei Erfolge waren etwas Besonderes für mich. Mein erstes Grand-Slam-Finale war der Durchbruch in die Top Ten, Wimbledon nach der langen Durststrecke etwas Einmaliges und Olympia ist immer etwas so Besonderes, wenn man für sein Land kämpft, beim größten Sportereignis der Welt. Ich bin dankbar, dass ich alle drei Sachen erleben durfte.

Sport1.de: Wer sind denn Ihrer Meinung nach die Favoriten bei den Australian Open?

Schüttler: Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray sind die vier großen Favoriten. 55743(DIASHOW: Das sind die Favoriten)

Sport1.de: Der Weltranglistenerste Rafael Nadal schied in Doha relativ früh aus. Federer unterlag im Halbfinale Andy Murray. Der Schotte scheint momentan sogar die Nase vorn zu haben.

Schüttler: Die Vorturniere sind da nicht aussagekräftig genug. In Melbourne wird der Titel vergeben, dort muss man sich bei "Best-of -five" durchbeißen.

Sport1.de: Sie haben vom Deutschen Tennis Bund den Deutschen Tennis-Preis 2008 erhalten. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Schüttler: Das hat mir noch keiner gesagt. Ich weiß gar nicht was das für ein Preis ist, aber es klingt gut.

Sport1.de: Bei den Damen gewann den Preis Anna-Lena Grönefeld. Sie beide befanden sich zwischenzeitlich in größeren Formkrisen. Ist der Preis auch als Belohnung für den langen Kampf um die Rückkehr in die Weltspitze zu sehen?

Schüttler: Sicher war es schwierig für mich die Verletzungen und Krankheiten wegzustecken. Und auch deshalb war natürlich der Erfolg in Wimbledon besonders schön. Bei Anna-Lena weiß ich nicht so genau, was der Grund für ihre Probleme war.

Sport1.de: Man kann sagen, dass Sie der Rückkehrer des vergangen Jahres waren. Wohin kann die Reise des Rainer Schüttler noch gehen?

Schüttler: Ich genieße jedes Turnier, habe Spaß noch mit den Besten der Welt mithalten zu können. Es gibt zur Zeit keinen älteren Spieler auf der ATP Tour, der vor mir in der Weltrangliste steht. Ich bin immer noch ehrgeizig und habe noch Träume, die ich verwirklichen möchte. Vielleicht gelingt mir noch die eine oder andere Überraschung in meiner Karriere.

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