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Roger Federer kann dieses Jahr den Titelrekord von Pete Sampras knacken. © getty

Roger Federer geht dieses Jahr nicht als Favorit in die Australien Open, dafür zählt sein Angstgegner zu den Top-Anwärtern.

Melbourne - Man darf das natürlich nicht überbewerten, niemand tut das und Roger Federer schon gar nicht.

Aber der Schweizer war sichtlich zufrieden, strahlte über das ganze Gesicht nach seinem Finalerfolg am Samstag in Kooyong über seinen Freund Stanislas Wawrinka. In nur 57 Minuten hatte Federer seinen Landsmann abgewatscht: 6:1, 6:3.

Die Generalprobe für die Australian Open ab Montag war vollauf gelungen.

Mit dem Erstrundenmatch gegen den Italiener Andreas Seppi geht für den dreimaligen Melbourne-Sieger die Grand-Slam-Kampagne 2009 los und Federer fühlt sich bereit.

"Ich habe sehr gut gespielt", sagte der 27-Jährige, "Kooyong war eine wunderbare Vorbereitung für mich."

Pfeiffersches Drüsenfieber

Ein großer Unterschied zum Vorjahr, als er beim traditionsreichen Einladungsturnier nicht teilnehmen konnte. Scheinbar wegen einer Magen-Darm-Erkrankung musste er auf den Aufgalopp im eleganten Melbourner Vorort verzichten.

Doch in seinem Körper rumorte das Pfeiffersche Drüsenfieber. Die Erkrankung war mitverantwortlich dafür, dass der Schweizer nach 237 Wochen an der Spitze der Weltrangliste am 18. August die Führung an seinen spanischen Rivalen Rafael Nadal abgeben musste.

So gut wie Tiger und Schumi

Jetzt ist aus dem stets Gejagten ein Jäger geworden und Federer scheint diese Rolle durchaus zu genießen.

"Ich war jahrelang sehr dominant im Tennis, so wie Tiger Woods im Golf oder früher Michael Schumacher in der Formel 1 - welch eine Gesellschaft", sagt der Eidgenosse, "aber im Sport braucht man Rivalen und die habe ich jetzt. Das ist gut für das Tennis."

Bedrohung durch Schotte

Nicht mehr nur Rafael Nadal, der ihn 2008 in den Finals von Paris und Wimbledon bezwang, sondern auch Novak Djokovic, der Titelverteidiger in Australien und Masters-Champion, hat sich als ernsthafter Kontrahent für den einstigen Dominator entpuppt.

Inzwischen ist auch noch der Schotte Andy Murray zu einer Bedrohung für den Baseler geworden. "Das ist ein Superspieler, das habe ich zwar schon zehnmal gesagt, aber das sage ich gerne immer wieder", meinte Federer.

Vorteil Murray

Im Finale der US Open im September konnte er den 21 Jahre alten Briten noch bezwingen, seitdem hat er allerdings dreimal gegen Murray verloren.

Dieser hat in diesem Jahr schon das Turnier in Doha für sich entscheiden konnte und führt im direkten Vergleich mit Federer 5: 2.

"Mir ist es egal, ob ich in Melbourne als Favorit gelte oder nicht", sagte Murray, "ich habe aus den US Open viel gelernt, aber ich denke, Roger möchte selbst gerne Favorit sein - das ist okay für mich."

Sampras-Rekord in Reichweite

Ob Favorit oder nicht, Federer hat 2009 auf jeden Fall eine Menge vor. In Melbourne kann er auf Murray frühestens im Finale treffen, was sicher kein Nachteil ist.

Noch ein weiterer Grand-Slam-Titel und er hätte mit 14 Major-Titeln die Bestmarke von Pete Sampras eingestellt. Aber das reicht dem Schweizer anscheinend gar nicht, Worte können eben manchmal verräterisch sein: "Ich kann in diesem Jahr den Rekord von Sampras übertreffen."

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