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Mit Andre Agassi und dessen Fitness-Coach Gil Reyes bereitete sich Haas auf Australien vor © getty

Nach langer Pause meldet sich der 30-Jährige in Australien zurück auf der großen Bühne. Schüttler und Grönefeld blamieren sich.

Melbourne - 143 Tage hatte Tommy Haas kein offizielles Tennismatch mehr gespielt: Nun aber war von der langen Zwangspause nichts zu sehen.

Souverän zog der gebürtige Hamburger mit einem 6:3, 6:3, 6:4 über den Argentinier Eduardo Schwank als Achter und Letzter der 20 gestarteten deutschen Tennisprofis in die zweite Runde der Australian Open ein und feierte damit ein tolles Comeback. (Ergebnisse der Herren)

"Es ist immer wieder schwierig, nach so langer Zeit zurückzukommen", sagte der 30-Jährige. "Ich war tierisch nervös und bin sehr froh, dass es ganz gut lief."

Als Tommy Haas am späten Nachmittag den Showcourt zwei betrat, jubelten die meisten der etwa 4000 Zuschauer dem dreimaligen Melbourne-Halbfinalisten zu, als hätten sie die Rückkehr des gebürtigen Hamburgers in den Profizirkus ungeduldig erwartet.

Schüttler und Grönefeld scheitern

Zuletzt hatte Haas am 29. August bei seiner Niederlage gegen Gilles Muller in New York gespielt. "Ich bin ein bisschen überrascht, wie gut es gelaufen ist", meinte er, "man kann so gut trainieren wie man will, ein Match ist immer etwas ganz anderes."

Haas komplettierte mit seinem Erfolg nach der langen Verletzung am Ellbogen ein insgesamt ordentliches Ergebnis der deutschen Spieler in der Auftaktrunde beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Lediglich Rainer Schüttler und Anna-Lena Grönefeld enttäuschten. (Aus für Schüttler, Erfolg für Lisicki)

Der Korbacher verlor bei starkem Wind und großer Hitze von knapp 40 Grad nach gutem Auftakt völlig den Faden und unterlag Dudi Sela (Israel) 6:1, 2:6, 4:6, 4:6. Grönefeld musste sich der Britin Elena Baltacha 1:6, 4:6 geschlagen geben.

Fünf weiter, drei raus

Am zweiten Turniertag waren bereits Andreas Beck, Michael Berrer (beide Stuttgart), Tatjana Malek (Bad Saulgau) und die Berlinerin Sabine Lisicki in die zweite Runde eingezogen.

Kristina Barrois, Angelique Kerber und Dieter Kindlmann verloren, aber nur Kerber stand bei der 3:6, 3:6-Niederlage gegen Venus Williams auf verlorenem Posten.

Barrois hatte große Chancen und einen Satzball im ersten Durchgang beim 6:7 (4:7), 6:2, 1:6 gegen Jelena Dementjewa. Kindlmann musste sich Guillermo Canas (Argentinien) mit 6:3, 5:7, 7:5, 0:6, 5:7 beugen.

Zwei starke Mädels

Tatjana Malek setzte sich 7:6 (7:4), 6:2 gegen die Japanerin Ayumi Morita durch. Eine starke Vorstellung zeigte auch Sabine Lisicki bei ihrem 6:4, 6:3 gegen die Kanadierin Aleksandra Wozniak (Ergebnisse der Damen). Vor einem Jahr hatte an gleicher Stelle der Aufstieg der Berlinerin zur inzwischen besten deutschen Spielerin begonnen.

"Ich habe dadurch sehr viel Selbstvertrauen gewonnen", sagte die 19-Jährige, "und ich bin fitter und erfahrener geworden." Ihre nächsten Gegner sind die Australierin Samantha Stosur und das Publikum - da wird sie die neue Erfahrung brauchen.

Ein Schritt nach dem anderen

Das kurzfristige Ziel von Thommy Haas ist die dritte Runde in Melbourne, sein Gegner ist der italienische Qualifikant Flavio Cipolla (LIVE im Sport1.de-Ticker). Andreas Beck, der sich souverän mit 7:5, 6:1, 6:0 gegen Colin Ebelthite (Australien) durchsetzte, trifft auf den Österreicher Jürgen Melzer.

Der Tscheche Radek Stepanek ist nächster Gegner von Michael Berrer. Der Linkshänder bezwang den Australier Carsten Ball 6:2, 6: 4, 6:3.

Fremdschämen auf der Tribüne

Beschämend war das Verhalten deutscher "Fans" auf der Tribüne: So musste beim Spiel von Rainer Schüttler der Ordnungssdienst einigen Unverbesserlichen mit Rauswurf drohen, sollten sie nicht unverzüglich wieder ihre Hosen hochziehen, die sie bei 40 Grad runtergelassen hatten.

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