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Jelena Dokic lernte die dunkelsten Seiten des Geschäfts kennen. © getty

Jelena Dokic galt als ganz großes Talent. Ihr Vater ließ sie fast daran zerbrechen. Bei den Australien Open steht sie plötzlich wieder im Rampenlicht.

Melbourne - Australien hat seinen einstigen Liebling wieder aufgenommen.

Am Mittwoch darf Jelena Dokic bei den Australian Open in Melbourne nun gegen die Russin Anna Tschakwetadse den Hauptact geben. (Spielplan der Damen)

In der Night Session, in der die Topstars spielen (ab 1 Uhr LIVESCORES). Es ist die Rückkehr eines einstigen Stars, der aus einer tiefen persönlichen Krise langsam den Weg zurück in ein normales Leben zu finden scheint. "Ich bin durch die Hölle gegangen", sagt die Blondine.

Dokic wurde bekannt als außergewöhnliches Tennistalent mit dem schlimmsten denkbaren Tennisvater.

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Den Vater zum Feind

Damir Dokic, der Tobsuchtsanfälle hatte, seine Tochter gleichermaßen förderte und quälte und rund um sich herum Verschwörungen vermutete. "Es war sehr schwer für mich, damit klarzukommen", sagt Dokic, "ich war sehr jung, das war ein sehr großer Druck."

Trotzdem war sie als 19-Jährige vor mittlerweile sieben Jahren die Nummer vier der Welt, schon mit 17 stand sie in Wimbledon im Halbfinale.

Zum Eklat kam es 2001, als Vater Dokic dem australischen Verband Manipulation bei der Auslosung der Open vorwarf und seine Tochter vom australischen Verband abmeldete, der jahrelang ihre Tennisausbildung finanziert hatte. Fortan spielte Jelena wieder für ihr Geburtsland Jugoslawien.

"Ich dachte daran, aufzuhören"

Es war der Anfang vom vorläufigen Ende. In Melbourne hat sie danach fünf Jahre nicht gespielt. Zuletzt war sie 2004 auf der regulären Tour. Je älter sie wurde, desto mehr ging es sportlich bergab.

"Ich habe immer versucht, weiter erfolgreich zu spielen, aber ich war nicht wirklich bei der Sache", gibt sie zu.

"Ich habe zwei Jahre lang mit ernsthaften Depressionen zu kämpfen gehabt und wirklich daran gedacht, mit Tennis aufzuhören." 2007 nahm sie sieben Monate lang keinen Schläger in die Hand.

Kontakt zum Vater abgebrochen

Vom Vater hat sie sich getrennt, hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm. Es ging nicht anders. Jetzt versucht sie, ihrer Mutter und dem acht Jahre jüngeren Bruder wieder näherzukommen: "Ich arbeite daran, aber es ist schwierig", sagt Jelena Dokic, "ich habe immer noch das Gefühl, ich habe sie verloren."

Halt in der ganzen Zeit war ihr Freund, mit dem sie seit sechs Jahren zusammen ist. Und ein neugefundener Glaube an Gott. Dokic kämpft, auf dem Tennisplatz und im Leben, und sie ist erfolgreich.

Erster Sieg seit 5 Jahren

Am Montag feierte sie gegen die Österreicherin Tamira Paszek den ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier seit September 2003 56979(DIASHOW: Bilder der Australian Open) : "Nach allem, was ich durchgemacht habe, ist dies hier wie eine Belohnung für mich."

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