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Gefeiert von den Aussies: Die wiedererstarkte Jelena Dokic © getty

Australien feiert seinen wiedererstarkten Liebling - für einen 16-Jährigen ist das Melbourne-Märchen dagegen beendet. Ein Taiwanese schockt Nalbandian.

Melbourne - Am dritten Tag der Australian Open in Melbourne gab es für die deutschen Tennisprofis nichts zu feiern.

Nach dem blamablen Aus von Philipp Kohlschreiber gegen den 36-jährigen Franzosen Fabrice Santoro nebst anschließender Wuttirade ("Lass die Idioten vier Stunden spielen") scheiterten auch Andrea Petkovic und Florian Mayer in der zweiten Runde.

Während sich Kohlschreiber als schlechter Verlierer zeigte, trat Mayer die Heimreise zufrieden an. Der Bayreuther blieb beim 1:6, 5:7, 2:6 gegen den Weltranglisten-Sechsten Juan Martin Del Potro aus Argentinien zwar chancenlos, konnte mit seinem Trip nach Down Under aber sehr zufrieden sein.

Nach einem halben Jahr freiwilliger Pause in Folge eines Burnouts war es mit insgesamt vier Siegen in der Qualifikation und der ersten Runde ein gelungener Neubeginn. (Ergebnisse der Herren)

"Der einzige Unterschied ist der Aufschlag, von hinten kann ich mithalten", sagte der Bayreuther, der zurzeit nur auf Platz 450 geführt wird. "Mein Ziel ist es, am Jahresende wieder unter den Top 100 zu stehen."

Peinliche Petkovic

Andrea Petkovic dagegen traf gegen das französische Supertalent Alize Cornet kaum einen Ball. 1:6, 0:6 lautete das ernüchternde Ergebnis aus Sicht der Darmstädterin. "Es war so peinlich, ich wollte nur weg", sagte die 21-Jährige. "Ich habe alles versucht, aber ich habe keinen Ball reingespielt, es ging gar nichts." (Ergebnisse der Damen)

Mit Petkovic schied der dritte deutsche Profi am dritten Turniertag aus Damit sind am Donnerstag nur noch zwei von ursprünglich neun gestarteten deutschen Spielerinnen im Feld.

Die Berlinerin Sabine Lisicki spielt gegen Samantha Stosur (Australien). Tatjana Malek (Bad Saulgau) tritt als große Außenseiterin gegen die an acht gesetzte Russin Swetlana Kusnezowa an.

Tomic-Märchen beendet

Für Begeisterung bei den Australiern sorgte am Abend Jelena Dokic. Die ehemalige Top-Ten-Spielerin, die nach großen privaten Problemen erstmals seit Jahren wieder bei einem Grand-Slam-Turnier startet, schaltete unter dem Jubel der einheimischen Fans die Russin Anna Tschawetadse 6:4, 6:7 (4:7), 6:3 aus und brach anschließend in Freudentänen aus.

Der erst 16-jährige Lokalmatador Bernard Tomic musste dagegen im Duell mit dem Luxemburger Gilles Muller mit 6:3, 1:6, 4:6, 2:6 die Segel streichen, schnupperte nur nach dem ersten Durchgang an einer weitere Sensation.

Für die erste große Überraschung hat der Taiwanese Lu Yen-Hsun gesorgt. Der Schützling von Schüttler-Trainer Dirk Hordorf schaltete in der zweiten Runde den Argentinier David Nalbandian aus, der vor einer Woche noch das Turnier in Sydney gewinnen konnte.

Federer nun gegen Safin

Der 25-Jährige setzte sich in fünf Sätzen mit 6:4, 5:7, 4: 6, 6:4, 6:2 gegen den Weltranglisten-Elften durch und feierte damit zum ersten Mal zwei Siege hintereinander bei einem Grand-Slam-Turnier.

Keine Blöße gaben sich Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien) und der ehemalige Weltranglistenerste Roger Federer. Djokovic setzte sich 7:5, 6:1, 6:3 gegen den Franzosen Jeremy Chardy durch. Der dreimalige Australien-Champion aus der Schweiz hatte bei seinem 6:2, 6:3, 6:1-Sieg gegen Jewgeni Korolew (Russland) ebenfalls keine Mühe.

Auf Federer wartet in der dritten Runde am Freitag eine schwierige Aufgabe. Sein Gegner ist der ehemalige Weltranglistenerste Marat Safin aus Russland, der den Baseler 2005 im Halbfinale von Melbourne bezwang, bevor er selbst den Titel gewann.

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