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Marat Safin konnte in seiner Karriere bisher 15 Turniere gewinnen © getty

Der ehemaligen Nummer eins ist die Lust am Tennis vergangen. Weil ihm auf dem Höhepunkt seiner Karriere andere Dinge wichtiger sind. Frauen zum Beispiel.

Melbourne - Eigentlich will Marat Safin im Leben nur noch Spaß haben: "Ich möchte keinen Stress mehr, spiele nur noch aus Vergnügen, ohne Erwartungen", sagt der zweimalige Grand-Slam-Champion. "Ich nehme es wie es kommt."

Am Freitag nun (ab 1 Uhr LIVESCORES) kommt in der dritten Runde der Australian Open in Melbourne Roger Federer auf den Russen zu. Ein aufregendes Match mit Geschichte. 56979(Diashow: Die erste Woche in Melbourne)

Denn: Der charismatische Safin hat nach einer Serie von Verletzungen längst nicht mehr die Klasse vergangener Tage, als er noch Weltranglisten-Erster war.

Im November 2000 führte Safin das Ranking an. Wenige Monate zuvor hatte er bei den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen, dem er 2005 einen Triumph bei den Australian Open folgen ließ.

Safin der Lebemann

Damals hatte der 28-Jährige im Halbfinale einen gewissen Roger Federer ausgeschaltet. Danach allerdings trennten sich die Wege.

Safin war immer auch ein bisschen Lebemann, der gerne den Verlockungen des süßen Lebens erlag. Und er hatte dauerhafte Probleme mit dem linken Knie. "Federer wurde mit den Jahren immer selbstbewusster, ich hatte das Verletzungsproblem, meint Safin. "Ich wäre gerne in seinen Schuhen."

Federer hat nach dieser damaligen Halbfinalniederlage neun weitere Grand-Slam-Titel gewonnen, Safin keinen mehr. Der Eidgenosse konzentriert sich hundertprozentig auf seinen Job als Tennisprofi, hat sich ein perfektes Umfeld geschaffen und lebt privat seit acht Jahren in einer festen Beziehung mit Freundin Mirca.

"Unterschiedlich entwickelt"

"Wir haben unterschiedliche Persönlichkeiten entwickelt", meint Federer dazu. "Wir haben aber schon einige gute Matches gespielt, und ich freue mich auf dieses Spiel." (Ergebnisse der Herren)

In Melbourne legendär ist heute noch Safins Auftritt im verlorenen Finale 2002 gegen den Schweden Thomas Johansson. In seiner Box saßen damals zwei atemberaubende Blondinen in knappen Kleidern, die er in Melbourne kurzfristig aufgegabelt hatte.

Die Vorbereitung auf das Finale soll nicht besonders sportlich gewesen sein, in Bestform auf dem Platz war er jedenfalls nicht.

Bergbesteigung gescheitert

Safin, der bald 29 wird, hat sich auch schon mal mentale Auszeiten genommen vom Tennis. Er versuchte im Himalaya einen Achttausender zu besteigen - und scheiterte. Die Grenzerfahrung aber nimmt ihm niemand.

Diverse Male hat er schon das Wort vom Rücktritt in den Mund genommen. Ganz entscheiden, den Schläger an den Nagel zu hängen, konnte er sich aber noch nicht endgültig.

"Tennis ist zu stressig geworden heutzutage. Man muss sich hundertprozentig reinhängen", sagt Safin: "Wenn man jung ist, so 19, 20, ist alles noch aufregend. Mit den Jahren aber spürt man den Druck immer mehr."

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