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Sabine Lisicki (l.) verlor 2011 im Halbfinale von Wimbledon gegen Maria Scharapowa (r.) © getty

Die Berlinerin träumt bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon vom Viertelfinale und dem ersten Erfolg über die Topfavoritin.

London - Sabine Lisicki und Angelique Kerber stehen im Achtelfinale von Wimbledon (Mo., ab 12.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Das ist schön und gut, aber längst nichts Besonderes mehr. Bereits bei den Australian Open waren es zwei deutsche Spielerinnen, bei den US Open sogar drei, die es unter die besten 16 der Welt geschafft hatten 577903(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Das deutsche "Fräulein-Wunder" produziert regelmäßig Erfolge, doch für den nächsten Schritt sind zwei außergewöhnliche Leistungen nötig. Lisicki und Kerber treffen auf zwei Weltstars des Damentennis.

"Sie ist ein absoluter Champion"

In der Neuauflage des Halbfinals aus dem vergangenen Jahr spielt Lisicki bei ihrem Lieblingsturnier gegen die Nummer eins der Weltrangliste und unumstrittene Top-Favoritin Maria Scharapowa.

Kerber bekommt es mit Publikumsliebling Kim Clijsters zu tun, die im Rahmen ihrer Abschiedstour zum letzten Mal auf dem heiligen Rasen aufschlägt (DATENCENTER: Ergebnisse Damen).

"Das sind die Spiele, auf die ich mich freue. Sie ist ein absoluter Champion", sagt die 22-Jährige Lisicki über das Duell mit WTA-Queen Scharapowa.

Endlich ein Sieg?

Dreimal standen sie sich bereits gegenüber, dreimal gewann die viermalige Grand-Slam-Siegerin, zuletzt bei den Australian Open im Januar. "Da wusste ich, was mich erwartet", sagt Lisicki über die Partie, in der sie erstmals einen Satz gegen den Superstar der WTA-Tour gewann.

Im vergangenen Jahr war sie im Halbfinale von Wimbledon noch chancenlos gewesen.

"Damals war ich leider ein bisschen müde", erzählt Lisicki, die sich dennoch an den besten Lauf ihrer Karriere stolz und gerne zurückerinnert: "Ich habe hier so viele positive Erinnerungen gesammelt, die für immer in meinem Kopf bleiben werden."

Scharapowa so stark wie nie

Bereits 2009 stand die Berlinerin im Viertelfinale des wichtigsten aller vier Grand-Slam-Turniere. "Hier kommt mir schon das Grinsen, wenn ich nur durch das Tor fahren", sagt Lisicki: "Ich liebe das Turnier einfach."

Das Problem ist: Scharapowa fühlt sich im Londoner Südwesten auch zu Hause, immerhin ist sie seit ihrem Sieg 2004 Mitglied im ehrwürdigen All England Club.

Nicht erst durch ihren Triumph bei den French Open in Paris, mit dem sie ihren persönlichen Karriere-Grand-Slam perfekt machte, ist die Russin gegen Lisicki die haushohe Favoritin.

Mit 25 Jahren ist Scharapowa besser als jemals zuvor, und sie hat eine einfache Erklärung dafür: "Auf Sand lernst du so viel über das Spiel. Du lernst, die Punkte aufzubauen, dich zu bewegen, Ballwechsel zu spielen. Dadurch siehst du alles klarer."

Kerber sieht sich als Underdog

Es ist die Erfahrung in großen Matches auf den großen Plätzen vor einem Publikum mit großen Erwartungen, die Lisicki von Scharapowa und auch Angelique Kerber von Kim Clijsters unterscheidet.

Daher sagt die Kielerin vor ihrem ersten Wimbledon-Achtelfinale: "Ich habe nichts zu verlieren. Auch wenn es in der Rangliste anders aussieht."

Auf dem Papier ist die Weltranglistenachte die Favoritin. Clijsters ist auf ihrer Abschiedstour und hat in diesem Jahr erst vier Turniere gespielt.

Nach den US Open soll Schluss sein für die erfolgreichste Mutter der WTA-Tour, die nach der Geburt ihrer heute vierjährigen Tochter Jada drei ihrer insgesamt vier Grand-Slam-Titel gewann.

"Zu ihr habe ich immer aufgeschaut"

Die Belgierin lässt ihre große Karriere locker auslaufen, wirkt nicht völlig austrainiert und überhaupt nicht verbissen. Doch genau das ist es, was die 29-Jährige so gefährlich macht.

Die fünf Jahre jüngere Kerber muss ihren Respekt vor einer Spielerin ablegen, die sie selbst als ihr großes Idol bezeichnet.

"Zu ihr habe ich immer aufgeschaut. Ich habe immer ihr Kämpferherz bewundert", sagt Kerber: "Ich werde das Spiel genießen."

Die Komplimente gab Clijsters postwendend zurück: "Sie ist fit und physisch stark, außerdem ist es immer schwer, gegen eine Linkshänderin zu spielen."

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