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Florian Mayer hat in seiner Karriere bisher ein Turnier auf der ATP-Tour gewonnen © getty

Kohlschreiber verpatzt im Wimbledon-Viertelfinale Tsonga gleich zwei Tiebreaks. Mayer geht gegen Djokovic unter.

London - Die deutsche Renaissance auf dem heiligen Rasen von Wimbledon (täglich im LIVE-TICKER) ist im Viertelfinale jäh gestoppt worden.

Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber, die vier Runden in Folge die Tenniswelt überrascht hatten und die Erinnerung an die glorreichen Tage von Boris Becker und Michael Stich aufleben ließen, scheiterten an zwei Athleten der höchsten Kategorie.

Mayer war gegen Titelverteidiger Novak Djokovic nahezu chancenlos, Kohlschreiber musste sich nach einem mutigen Auftritt der Power des Weltranglistenfünften Jo-Wilfried Tsonga beugen.

Damit ruhen die Hoffnungen im All England Club allein auf Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8), die in ihrem ersten Halbfinale von Wimbledon m Donnerstag gegen Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 3) um den ersten deutschen Finaleinzug seit 13 Jahren spielt.

Mayer hat wieder Spaß

Der 28-Jährige Mayer aus Bayreuth verlor gegen den Top-Favoriten Djokovic aus Serbien zwar deutlich 4:6, 1:6, 4:6, gewann jedoch den Spaß an Duellen mit der Weltklasse wieder.

"Dieses Spiel hat mir wieder Lust gemacht, mich mit den Großen der Tour zu messen", sagte Mayer, der im ersten Durchgang Chancen auf einen Satzgewinn hatte: "Danach hat er aber unglaublich gespielt. Er hat mich für jeden Punkt so hart arbeiten lassen und mir meine Grenzen aufgezeigt."

Die letzte Konseuqenz fehlt

Mayer lag gegen den Top-Favoriten sogar ein Break vorne und hatte nach einer kurzen Regenpause beim Stand von 4:4 noch einmal drei Breakbälle.

Djokovic schüttelte verärgert den Kopf und wer weiß, welche seltsame Wendung dieser Rasenplatz noch zugelassen hätte, wenn Mayer bei seinem zweiten Breakball einen konsequenteren Volley gespielt hätte.

"Im Laufe des Matches habe ich aber gemerkt, dass meine Beine ein bisschen müde waren", sagte Mayer.

Kohlschreiber nicht in Bestform

Nach vier beeindruckenden Auftritten in Serie war auch für Kohlschreiber im ersten Grand-Slam-Viertelfinale seiner Karriere das Turnier beendet.

Der 28-Jährige Augsburger unterlag gegen Tsonga, der damit zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale des wichtigsten Tennisturniers der Welt steht, 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (3:7), 2:6 (DATENCENTER: Ergebnisse Herren).

Kohlschreiber hielt die Begegnung lange offen, doch fehlten ihm gegen den 27-jährigen Franzosen vor allem beim Aufschlag ein paar Prozent, die ihm in den Runden zuvor das Tennis-Leben erleichtert hatten.

Zum ersten Mal nach acht Tagen musste Kohlschreiber im zweiten Satz wieder ein Aufschlagspiel abgeben, schaffte allerdings selbst zweimal ein Break und glich damit aus.

Tsonga fokussiert

In den Tiebreaks zeigte Tsonga den Zuschauern auf Platz eins allerdings, was der Unterschied zwischen Platz fünf im Ranking und Platz 30 bedeutet.

Als es darauf ankam, spielte der Australian-Open-Finalist von 2008 sein bestes Tennis. Mit der 2:1 Satzführung im Rücken gelang ihm im vierten Durchgang das entscheidende Break zum 3:1.

Historischer Triumph

Kohlschreiber darf sich mit der Nominierung für das olympische Tennisturnier (28. Juli bis 5. August) trösten. Dann darf er erneut an der Stätte seines bislang größten Erfolgs aufschlagen.

Außerdem schrieb er mit Florian Mayer, Angelique Kerber und Sabine Lisicki ein Kapitel Wimbledon-Geschichte. Nie zuvor hatten vier Deutsche gemeinsam in der Runde der besten Acht gestanden, nicht einmal in den goldenen Tagen von Becker, Stich und Graf.

Unter Steffi Grafs Augen

Die Tennis-Queen, die als letzte Deutsche 1999 im Wimbledonfinale gestanden hatte, verfolgte das Geschehen gemeinsam mit Ehemann Andre Agassi aus der Royal Box (581314DIASHOW: Wimbledon - 2. Woche).

Die beiden Ex-Champions saßen nur wenige Plätze neben der königlichen Familie mit Prinz William und Herzogin Catherine. Gemeinsam verfolgten sie die Demonstration des sechsmaligen Wimbledonsieger Roger Federer.

Großer Druck für Murray

Der Schweizer demontierte Michail Juschni (Russland/Nr. 26) 6:1, 6:2, 6:2 und trifft nun im Gigantenduell auf Novak Djokovic. Im 27. Aufeinandertreffen der Top-Favoriten ist es die erste Begegnung auf Rasen.

Jo-Wilfried Tsonga bekommt es im zweiten Halbfinale entweder mit dem Spanier David Ferrer oder der britischen Tennishoffnung Andy Murray zu tun.

Die Erwartungen lasten wie in jedem Jahr schwer auf dem Schotten. Seit 1938 stand kein Brite mehr im Finale von Wimbledon.

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