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Durch den Finalsieg über Tsonga gewann Djokovic in Melbourne 2008 seinen ersten Grand-Slam-Titel © getty

Novak Djokovic zieht in die vierte Runde von Melbourne ein, dann prügeln sich Serben und Bosnier. Eine Frau wird verletzt.

Melbourne - Die Australian Open in Melbourne wurden am Freitag von Ausschreitungen gewaltbereiter Zuschauer überschattet, bei denen eine Frau leicht verletzt wurde.

Nach der Partie zwischen dem Serben Novak Djokovic und dem bosnisch-stämmigen Amerikaner Amer Delic (6:2, 4:6, 6:3, 7:6) prügelten sich im Garten vor der Rod-Laver-Arena Anhänger beider Spieler und bewarfen sich mit Plastikstühlen. (Ergebnisse aus Melbourne)

30 Männer wurden sofort der Anlage verwiesen, einer wurde auf der Stelle zu einer Geldstrafe verurteilt. Gegen zwei weitere soll Anklage erhoben werden.

Umarmung der Spieler

"Es war eine kleine Gruppe, die sich einen Stuhlwurf-Wettbewerb geliefert hat", erklärte Polizei-Inspektor Chris Duthrie. Während des Spiels war es im Stadion mit Ausnahme von Sprechchören ruhig geblieben.

Delic und Djokovic hatten sich nach dem Match herzlich umarmt. Sie sind befreundet. Delic hatte auf seiner Website vor der Partie die bosnisch-stämmigen Fans zur Ruhe und Gewaltlosigkeit aufgefordert.

"Ich bin wirklich traurig, dass es wieder passiert ist", sagte Delic, "für so etwas ist hier absolut kein Platz, Dies ist nur ein Tennisspiel."

"Wir können das nicht kontrollieren"

Djokovic stimmte Delic ausdrücklich zu. "Leider haben wir aber auf so etwas keinen Einfluss, können das nicht kontrollieren", sagte der Titelverteidiger, "man muss die Fans bis zu einem gewissen Grad verstehen, sie haben nicht oft die Chance, Athleten aus ihrem Heimatland zu unterstützen."

Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres hat seit einigen Jahren Probleme mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen unterschiedlicher ethnischer Herkunft.

Unterbrechung nach Unruhen

Im Vorjahr wurde gegen griechische, serbische und zypriotische Randalierer Pfefferspray eingesetzt.

Die Unruhen waren auf den Rängen beim Spiel zwischen dem Chilenen Fernando Gonzalez und dem Griechen Konstantinos Economides ausgebrochen. Dabei wurde ein Polizist, der zwei prügelnde Zuschauer trennen wollte, von überwiegend jugendlichen Fans umringt, bis er schließlich das Pfefferspray einsetzte.

Die Partie musste wegen der Unruhen für einige Minuten unterbrochen werden.

Null-Toleranz-Politik beschlossen

2007 wurde das Turnier von einer Schlägerei zwischen Serben und Kroaten überschattet, in deren Folge es Verletzte gab und etwa 150 Zuschauer der Anlage verwiesen wurden.

Turnierdirektor Craig Tiley hatte in Zusammenarbeit mit der Polizei eine Null-Toleranz-Politik bei Fan-Ausschreitungen beschlossen.

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