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Roger Federer hat seit 2003 schon 13 Grand-Slam-Turniere gewonnen © getty

Der Schweizer bleibt in Melbourne ohne Satzverlust und auf Rekord-Kurs. Eine Australierin sorgt für ein Tennis-Märchen.

Melbourne - Roger Federer hat bei den Australian Open in Melbourne ohne Satzverlust das Achtelfinale erreicht.

Der 27-Jährige bezwang in der von hohen Erwartungen begleiteten Night Session Marat Safin (Russland) mit 6:3, 6:2, 7:6 (7:5) und unterstrich mit seiner Leistung eindrucksvoll seine Ambitionen auf seinen vierten Titel in Australien, mit dem er den Rekord von 14 Grand-Slam-Erfolgen von Pete Sampras einstellen würde. (Ergebnisse aus Melbourne)

Federers nächster Gegner in der Runde der letzten 16 ist der Tscheche Tomas Berdych.

Kohlschreiber-Bezwinger ausgeschieden

Der 23-Jährige setzte sich 4:6, 6:1, 6:3, 6:4 gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka durch und verhinderte damit in der nächsten Runde ein Duell der beiden Freunde und Doppel-Olympiasieger Wawrinka und Federer.

Auch Juan Martin del Potro und Andy Roddick nach einem glatten Erfolg über Kohlschreiber-Bezwinger Fabrice Santoro stehen im Achtelfinale.

Dokic verzaubert die Fans

Bei den Damen verzaubert wieterhin das märchenhafte Comeback von Jelena Dokic die Australier.

Die 26-Jährige setzte bei den Australian Open in Melbourne ihre wundersame Rückkehr durch einen von 15.000 Fans enthusiastisch gefeierten 3:6, 6:1, 6:2-Erfolg über die Weltranglisten-Elfte Caroline Wozniacki (Dänemark) bis ins Achtelfinale fort.

"Das ist der süßeste Sieg meiner Karriere", schwärmte die ehemalige Top-Ten-Spielerin, "unter den Umständen der letzten Jahre einer der größten."

Erneut frühes Aus für Ivanovic

Der Weg von Dokic muss noch lange nicht zu Ende sein. In der Runde der letzten 16 trifft sie auf die Russin Alisa Kleibanowa, die French-Open-Siegerin Ana Ivanovic mit 5:7, 7:6 (7:5), 2:6 ausschaltete und damit für die bislang größte Überraschung sorgte.

Seit ihrem Triumph in Paris hat die 21-jährige Ivanovic bei keinem Grand-Slam-Turnier mehr das Achtelfinale erreicht.

"Bin durch die Hölle gegangen"

Dokic musste sich erst im Dezember bei einem australischen Ausscheidungsturnier eine Wildcard für Melbourne erspielen. Die ehemalige Weltranglisten-Vierte wurde als Teenager von ihrem exzentrischen Vater Damir Dokic zum Erfolg getrieben, litt aber extrem unter den Extravagenzen des einstigen Lastwagenfahrers.

"Ich bin durch die Hölle gegangen", sagt die Blondine.

Je älter sie wurde, desto mehr ging es sportlich bergab. "Ich habe immer versucht, weiter erfolgreich zu spielen, aber ich war nicht wirklich bei der Sache", gab sie zu, "ich habe zwei Jahre lang mit ernsthaften Depressionen zu kämpfen gehabt und wirklich daran gedacht, mit Tennis aufzuhören."

Siebenmonatige Tennis-Pause

2007 nahm sie sieben Monate lang keinen Schläger in die Hand.

Zum Vater hat sie seit langem keinen Kontakt mehr, zur Mutter und dem Bruder will sie ihn wieder aufbauen. Halt waren ihr Freund und ein neu gewonnener Glaube an Gott. "Ich habe praktisch von null begonnen", sagte Dokic, "aber ich bin gereift, deshalb kann ich jetzt solche Leistungen bringen."

Das Märchen geht weiter.

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