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Anna-Lena Grönefeld stand 2006 schon auf Rang 14 der Weltrangliste © getty

Zusammen mit Patty Schnyder erreicht Anna-Lena Grönefeld das Viertelfinale und rehabilitiert sich für das Aus im Einzel.

Melbourne - Doppelt geht halt oft besser: Anna-Lena Grönefeld ist im Doppelturnier mit ihrer Partnerin Patty Schnyder (Schweiz) bereits bis ins Viertelfinale der Australian Open vorgestoßen.

Im Einzel waren beide schon in der ersten Woche kläglich gescheitert. Schnyder vergoss nach der Zweitrundenniederlage gegen Virginie Razzano minutenlang Tränen, Grönefeld hätte nach dem Erstrunden-Aus gegen Elena Baltacha am liebsten "den Schläger an die Wand geschmissen".

Beim 6:4, 6:7 (5:7), 6:3-Achtelfinalsieg gegen Lucie Safarova (Tschechien) und Galina Woskobojewa (Kasachstan) aber zeigten beide die mentale Stärke, die sie in ihren Einzelspielen vermissen ließen, sonst hätten sie den dritten Satz nie und nimmer gewonnen. (Ergebnisse aus Melbourne)

Ihre nächsten Gegnerinnen in der Nacht zum Dienstag (ab 1 Uhr LIVESCORES) sind die Australierin Casey Dellacqua und Francesca Schiavone (Italien). Es muss also noch nicht Endstation sein.

Zu zweit weniger Druck

Offenbar hilft es Grönefeld, nicht allein auf dem Platz stehen zu müssen, aufmunternde Worte und Gesten zu erhalten und auch die Mitspielerin immer wieder mal anzufeuern.

Hier ist sie nicht allein für sich verantwortlich, hier hat sie weniger Druck, den ihr die eigenen Ansprüche auferlegen.

Denn das scheint noch das größte Problem bei der Nordhornerin zu sein, meint jedenfalls Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner: "Sie hat sich seit dem Erfolg bei den US Open die Messlatte zu hoch gelegt. Damit nimmt sie sich auch selbst den Spaß."

Platz 30 als Ziel für 2009

Rund zwei Jahre hat die 23-jährige Grönefeld durch die belastende Trennung von ihrem ehemaligen Coach Rafael Font de Mora verloren.

"Ich bin immer noch auf dem Weg zurück", sagt sie selbst. Höhen und Tiefen wechseln sich dabei ab, doch nachdem sie bei den US Open das Achtelfinale erreicht hatte, dachte sie schon, dass es etwas schneller gehen würde mit dem Wiederanschluss an die Weltspitze.

"Zunächst die Top 50" das Ziel der Norddeutschen, die zurzeit auf 71 notiert ist. "Platz 30 bis Jahresende" sind ein Wunsch.

Offene Vergangenheitsbewältigung

Dafür muss alles stimmen, mit Trainer Dirk Dier und einem freundschaftlichen Umfeld in Saarbrücken hat sie sicherlich gute Voraussetzungen. Dass Grönefeld die schwierige Zeit mit und bei Font de Mora wirklich verarbeitet hat, zeigt ihre Bereitschaft, offen darüber zu reden.

"Es dauert einfach auch seine Zeit, bis das auch mental geklärt ist, bis es endgültig vorbei ist", sagte sie vor Australien in einem Interview mit der "FAZ".

Pikantes Duell im Fed-Cup

Am 7. und 8. Februar wird Anna-Lena Grönefeld nun erstmals seit April 2007 wieder ein Einzel im Fed Cup bestreiten.

Für Rittner gab es nie einen Zweifel, die ehemalige 14. der Weltrangliste zu nominieren. Das Fed-Cup-Team bietet ein Umfeld, das Grönefeld stets gut getan hat.

Beim Match in Zürich gegen die Schweiz gibt es nur ein Problem: Auf der anderen Seite steht Patty Schnyder - ausgerechnet.

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