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Angelique Kerber stand in der Weltrangliste noch nie besser als momentan - Rang sechs © getty

Angelique Kerber bleibt nach ihrem Achtelfinaleinzug bei den US Open auf dem Teppich. Eine Legende traut ihr den Turniersieg zu.

New York - Träumen verboten: Gedanken an den großen Grand-Slam-Coup hat Angelique Kerber in den Tagen von Flushing Meadows aus ihrem Kopf verbannt.

Auf eine Phantasie-Reise begibt sich die Hoffnungsträgerin aus Kiel vor ihrem Achtelfinale bei den US Open (täglich im LIVE-TICKER) am Montag gegen Sara Errani trotzdem (605470DIASHOW: Die erste Woche der US Open).

Einmal New York-Paris und zurück. 5832 Kilometer liegen zwischen amerikanischer Zukunft und französischer Vergangenheit, die der Schlüssel für das Erreichen der nächsten Zwischenstation auf dem Weg zum Ziel sein sollen.

Revanche für French Open

Am 5. Juni hatte Kerber das Viertelfinale bei den French Open in Paris gegen die Italienerin Errani verloren.

"Ich werde mir dieses Match noch einmal durch den Kopf gehen lassen und überlegen, was ich diesmal besser machen muss", kündigte die Weltranglistensechste nach dem lockeren 6:1, 6:2 im Drittrundenmatch gegen Olga Gowortsowa (Weißrussland) an (Bericht).

Konfrontation statt Verdrängung heißt also die Kopfkino-Devise von Kerber, die etliche Experten wie Ikone Martina Navratilova ("Angie hat so gut wie keine Schwächen") auf dem Zettel für den Turniererfolg haben.

Grand-Slam-Titel kein Thema

Die letztjährige Überraschungs-Halbfinalistin Kerber lässt das aber kalt: "Momentan beschäftige ich mich nicht mit dem Gedanken an einen Grand-Slam-Sieg."

Mit dem Gedanken an die Revanche gegen die nur 1,64 Meter große Paris-Finalistin Errani dagegen schon.

"Ich freue mich, nochmal gegen sie spielen zu können. Ich muss an ihren zweiten Aufschlag ran gehen", erklärte Kerber vor dem Duell der Defensivspezialistinnen.

[kaltura id="0_avnzmzxm" class="full_size" title="Kerber bersteht Hitzeschlacht"]

Wartezeit wegen Murray

Die Fed-Cup-Spielerin weiß, dass Errani wenig Fehler macht. Wie sie selbst. Bei ihrem 56. Sieg in dieser Saison am Samstag unterliefen Angie lediglich fünf unerzwungene Fehler.

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Im Corona Park herrschten zum Auftakt des "Labour-Day-Weekends" Temperaturen bis zu 33 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Zudem fand vor dem Match von Kerber auf dem Platz des Louis-Armstrong-Stadiums noch eine knapp vierstündige Hitzeschlacht zwischen Andy Murray (Schottland) und Feliciano Lopez aus Spanien statt (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der US Open).

"Ich habe mich dreimal aufgewärmt, weil ich immer dachte, Murray macht das jetzt schnell. Aber gleichzeitig habe ich gehofft, dass es lange dauert, und es immer kühler auf dem Court wird", beschrieb Kerber die hitzige Vorbereitungsphase in den Katakomben.

Schwere Hürden warten

Sie selbst kommt inzwischen gut mit der typischen Wärme bei den US Open klar. Seit sich Kerber vor gut einem Jahr entschied, in der Schüttler/Waske-Tennis-University in Offenbach vor allen Dingen an ihrer Fitness zu arbeiten, ist die Linkshänderin gewappnet.

"Trotzdem", sagt Kerber, "geht da immer noch was nach oben."

Gedanken an ein mögliches Viertelfinale gegen Agnieszka Radwanska (Polen), der sie im Wimbledon-Halbfinale unterlag, und ein vermeintliches Vorschlussrunden-Duell mit Topfavoritin Serena Williams (USA) auf großer Bühne verdrängt Kerber noch.

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