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Andy Murray stand bei den US Open 2008 erstmals in einem Major-Finale © getty

Der Schotte gewinnt die US Open und damit erstmals ein Major-Turnier. Nach 0:2 schafft Djokovic aber fast noch die Wende.

New York - Nach einem Wechselbad der Gefühle hat Andy Murray seinen Endspielfluch besiegt und die US Open in New York gewonnen.

Der Olympiasieger bezwang in einem hochspannenden Finale Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien/Nr. 2) mit 7:6 (12:10), 7:5, 2:6, 3:6, 6:2 und sorgte mit seinem bislang größten Erfolg für den ersten Triumph eines Briten bei einem Grand-Slam-Turnier seit 1936.

"Ich bin sehr erleichtert und happy. Ich weiß nicht, wie ich das am Ende noch geschafft habe. Novak hat so stark gespielt", sagte Murray nach dem 4:54 Stunden langen Schlagabtausch im Arthur-Ashe-Stadium. (605470DIASHOW: Die zweite Woche der US Open)

Zwei frühe Breaks im fünften Satz

Nach dem verwandelten Matchball ging der 25-Jährige an der Grundlinie in die Knie und schlug die Hände vor das Gesicht, nachdem er zuvor fast noch einen 2:0-Satzvorsprung verspielt hätte.

Seine vorangegangenen vier Major-Finals hatte er allesamt verloren - zuletzt unterlag Murray Anfang Juli in Wimbledon Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer (Schweiz).

Nach zwei starken Sätzen zu Beginn schien Murray vor 25.101 Zuschauern klar auf der Siegerstraße, doch Djokovic kämpfte sich bei windigen Bedingungen zurück. Die Vorentscheidung im fünften Durchgang fiel, als der Goldmedaillengewinner von London nach zwei Breaks auf 3:0 davonzog und sich danach nicht mehr aufhalten ließ. (DATENCENTER: Ergebnisse der Herren)

Murray klettert auf Platz 3

Sogar seinem Trainer Ivan Lendl huschte nach dem geschichtsträchtigen Erfolg seines Schützlings ein Lächeln über das Gesicht.

Nur ein Endspiel in der Grand-Slam-Historie war länger als die Partie am Montagabend: Das Finale der Australian Open im Januar zwischen dem Sieger Djokovic und Rafael Nadal (Spanien) hatte 5:53 Stunden gedauert.

Murray kassierte für seinen Premiere-Triumph in Flushing Meadows ein Preisgeld in Höhe von 1,9 Million Dollar und verbessert sich im Ranking um einen Rang auf Platz drei.

"Nole" verpasst die zusätzliche Million

Australian-Open-Sieger Djokovic verpasste es indes, sich für die Niederlage im olympischen Halbfinale von London zu revanchieren.

Zudem konnte der Weltranglistenzweite und fünfmalige Majorsieger nicht den 2,9-Millionen-Dollar-Jackpot knacken. Djokovic hatte die US-Open-Series im Vorfeld des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres gewonnen und hätte zusätzlich zur Flushing-Meadows-Siegprämie einen Bonus von einer Million Dollar kassieren können.

"Andy hat den Sieg verdient. Ich bin enttäuscht, denn jede Niederlage ist bitter", meinte "Nole", der sich 65 unerzwungene Fehler leistete (Murray: 56).

Immer wieder montags

Als letzter Brite vor Murray hatte Fred Perry 1936 einen Grand-Slam-Titel (US Championships) gewonnen. Virginia Wade war die letzte Frau aus Großbritannien, die 1977 in Wimbledon ein Major-Tournament für sich entscheiden konnte.

Das Finale der mit 25,5 Millionen Dollar dotierten US Open musste wegen des schlechten Wetters am vergangenen Wochenende zum fünften Mal in Folge an einem Montag ausgetragen werden.

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