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Serena Williams (l.) stürmte in nur 59 Minuten zu ihrem vierten Final-Sieg in Melbourne © getty

Mit ihrem vierten Triumph in Melbourne knackt Serena Williams die 23-Millionen-Dollar-Marke. Dinara Safina fühlt sich degradiert.

Melbourne - Serena Williams scheffelt weiter Geld und Titel.

Die 27 Jahre alte Amerikanerin hat bei den Australian Open in Melbourne ihren zehnten Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert.

Williams deklassierte im Endspiel die völlig überforderte Russin Dinara Safina in nur 59 Minuten mit 6:0, 6:3 und übernimmt damit auch wieder Platz eins in der Weltrangliste, den sie zuletzt im Herbst für zwei Wochen inne hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse aus Melbourne)

Ein Idol und ein Vorbild

Mit dem Siegerscheck über zwei Millionen australische Dollar (eine Million Euro) erhöhte sie zudem ihr Karrierepreisgeld auf 23.469.575 Millionen US-Dollar.

Bereits nach ihrem Sieg im Doppelwettbewerb an der Seite ihrer Schwester Venus am Freitag avancierte sie zur gewinnreichsten Profisportlerin der Geschichte.

Mit dem zehnten Titelgewinn stieß sie zudem in die Elitegruppe von Steffi Graf, Martina Navratilova, Chris Evert und Margaret Court vor, die als einzige bislang zehn und mehr Grand-Slam-Titel in der Profiära gewinnen konnten. "Wenn ich an diese Größen denke, dann denke ich nicht an mich", sagte sie, "Steffi war mein Idol und Martina mein Vorbild."

Der Kampf mit den Bedingungen

"Mom, die erste Woche war schwer, aber wir sind durchgekommen", rief Serena Williams ihrer Mutter und Trainierin Oracene Price bei der Siegerehrung zu, die neben Venus und zahlreichen Freunden auf der Tribüne saß.

Williams begann das Turnier tatsächlich keinesfalls in Bestform und hatte auch zwischenzeitlich stark mit den Bedingungen zu kämpfen.

Im Viertelfinale gegen Swetlana Kusnetsowa stand sie kurz vor dem Aus, bis wegen der Hitze von über 40 Grad das Dach geschlossen wurde. "Ich wollte einfach nicht ausscheiden", sagte sie.

"Wie ein Ballkind"

Am Samstag gab es diese Probleme nicht. Das Thermometer zeigte nur noch angenehme 25 Grad, dafür war Williams um so heißer.

"Ich möchte Spaß haben", hatte sie locker bereits vor dem ersten Aufschlag angekündigt. Von Anfang an überrollte sie ihre Gegnerin geradezu, die zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel fand.

"Es tut mir leid für das Publikum", erklärte die tief enttäuschte Safina, "ich habe eigentlich nichts zu sagen, ich stand ja keine Stunde auf dem Platz. Ich kam mir zwischendurch vor wie ein Ballkind."

Wieder ein großes Finale verloren

Selbstbewusst und kämpferisch war die die 22 Jahre alte Schwester des ehemaligen Weltranglisten-Ersten Marat Safin in das Endspiel vorgestoßen, doch sie scheiterte bereits zum drittenmal in einem großen Finale.

Auch bei den French Open (gegen Ana Ivanovic) und den Olympischen Spielen (gegen Elena Dementjewa) zog sie den Kürzeren.

Sie ist allerdings Montag erstmals die Nummer zwei der Weltrangliste und kassierte noch eine Million australische Dollar. "Serena war heute zu gut für mich", meinte sie, "ich hoffe, ich kann das im nächsten Jahr besser machen."

Gesetz der Serie

Dann droht nach dem Gesetz der Serie allerdings keine Gefahr von Serena Williams. Die Zeugin Jehovas gewinnt Down under offenbar nur in ungeraden Jahren.

Nach 2003, 05 und 07 nahm sie bereits zum vierten Mal die Daphne Akhurst Trophy als Siegerin in Empfang.

"Ich bin unglaublich glücklich, dass ich wieder gewonnen habe", erklärte Serena noch. Dann nahm sie ihren Pokal und den Stoff-Wombat und verschwand lächelnd in die Kabine.

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