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Tommy Haas kam 2009 bis in Wimbledon-Halbfinale als bisher bestes Resultat © getty

Die deutsche Nummer 1 zieht mit ihrem 100. Grand-Slam-Sieg in Runde zwei ein. Kohli und Mayer scheitern. Kerber ist weiter.

London - Steffi Graf traut ihm an "einem richtigen Tag" den Wimbledonsieg zu, Tommy Haas selbst wollte "nur die erste Runde überstehen".

Das gelang Deutschlands derzeit bestem Tennisprofi auf dem Heiligen Rasen des All England Clubs (täglich im LIVE-TICKER) ohne große Anstrengung.

Ganz so, wie man es von einem Top-Spieler erwartet. Haas, in Wimbledon an Position 13 gesetzt, gewann gegen den Russen Dimitri Tursunow ohne Aufschlagverlust 6:3, 7:5, 7:5.

"Das Jubiläum hatte ich gar nicht im Kopf", sagte er anschließend: "Ich wollte nur noch einmal ein Spiel in Wimbledon gewinnen."

Auf dem besten Weg zu einem glatten Erfolg schien auch Deutschlands Nummer zwei Philipp Kohlschreiber (Nr. 16) zu sein.

Grippe stoppt Kohlschreiber

Gegen den Kroaten Ivan Dodig hatte der Viertelfinalist des Vorjahres von einer Grippe geschwächt die ersten beiden Sätze gewonnen, ehe er den Ausgleich kassierte und zu Beginn des fünften Durchgangs aufgab.

"Ich habe schon die letzten drei Tage im Bett verbracht und mir vor dem Einschlagen gesagt: Wie soll ich solch ein Match überstehen", sagte Kohlschreiber mit glasigen Augen: "Am liebsten würde ich in die Ecke kotzen. So etwas ist saublöd. Aber Krankheiten und Verletzungen kommen immer zum schlechten Zeitpunkt."

Mayer unterliegt Djokovic

Auch der zweite Viertelfinalist von 2012 ist draußen: Erwartungsgemäß unterlag Florian Mayer dem Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) 3:6, 5:7, 4:6.

Damit ist Haas einmal mehr der einzige gesetzte deutsche Spieler bei einem Grand Slam. Im vergangenen Jahr hatte er gegen Kohlschreiber in Runde eins noch verloren, nun scheint der Weg für weitere Erfolge frei zu sein.

In Runde zwei wartet zunächst in Jimmy Wang (Taiwan) erneut eine machbare Aufgabe.

Graf lobt Haas

Geht es nach der 22-maligen Major-Siegerin Steffi Graf, muss auch in einem möglichen Achtelfinale gegen Djokovic nicht Schluss sein.

"Tommy hat auf jeden Fall Riesenpotenzial in Wimbledon, wenn man gesehen hat, dass er nicht nur in Paris sehr gut gespielt hat. Er hat Möglichkeiten gehabt gegen Djokovic und er hat in Halle ganz knapp gegen Federer verloren", sagte Graf SPORT1.

Haas reagierte entspannt auf die neuerliche Lobeshymne: "Das ist nett zu hören und freut mich tierisch. Zusätzlichen Druck erzeugt das aber nicht. Den gebe ich mir eh selbst, weil ich versuche, jedes Spiel zu gewinnen."

Zwei Qualifikanten ebenfalls weiter

In Runde zwei wird der 35-jährige Haas flankiert von drei deutschen Qualifikanten. Nach Julian Reister und Dustin Brown gewann auch Jan-Lennard Struff sein Auftaktmatch und damit das erste Spiel seiner Grand-Slam-Karriere.

Der 23-Jährige setzte sich souverän mit 6:4, 6:1, 6:3 gegen Blaz Kavcic (Slowenien) durch und bekommt es nun mit Jeremy Chardy (Frankreich/Nr. 28) zu tun.

Ebenfalls weiter ist Daniel Brands (Deggendorf), der Daniel Gimeno-Traver in fünf Sätzen bezwang.

Damen-Quintett weiter

Bei den Damen steht ein Fed-Cup-Quintett in Runde zwei. Nach Andrea Petkovic gewannen auch Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Mona Barthel und Annika Beck. Kerber hatte mit der schrillen Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands beim 6:3, 6:4 weniger Probleme als erwartet.

"Als ich die Auslosung gesehen habe, hatte ich kein gutes Gefühl, immerhin hatte ich noch nie gegen sie gewonnen", sagte Kerber, die nun auf Kaia Kanepi (Estland) trifft: "Aber ich fühle mich körperlich gut und liebe es, auf Rasen zu spielen."

Lisicki schlägt Schiavone

Im vergangenen Jahr hatte Kerber das Halbfinale in Wimbledon erreicht und auf dem Weg dorthin Lisicki im Viertelfinale geschlagen. Die Weltranglisten-24. gewann bei ihrem Lieblings-Grand-Slam zum Auftakt gegen Francesca Schiavone (Italien) souverän 6:1, 6:2.

Barthel wehrte gegen Monica Niculescu drei Matchbälle ab und bezwang die Rumänin 6:3, 4:6, 7:5. Die 19-jährige Beck gewann 6:3, 6:2 gegen Nina Bratschikowa (Russland).