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Sabine Lisicki stand 2013 im Finale von Wimbledon © getty

Sabine Lisicki hakt ihr Aus bei den US Open schnell ab und träumt vom Bosporus. Mit dem Trubel muss sie noch umzugehen lernen.

New York - In den Katakomben des größten Tennis-Stadions der Welt zeigte Sabine Lisicki zum Abschied noch einmal ihr berühmtes Lächeln.

Tränen wie nach dem verlorenen Wimbledon-Finale 55 Tage zuvor blieben aus.

Das verpasste Achtelfinale bei den US Open (täglich im LIVE-TICKER) hatte die Berlinerin trotz aller Enttäuschung rasch hinter sich gelassen.

Lisicki: "Niederlage nicht so schlimm"

Offenbar aus gutem Grund.

"Ich weiß, wo ich hin will. Und wenn man merkt, es geht weiter voran, dann ist eine solche Niederlage nicht ganz so schlimm", sagte die 23-jährige Lisicki nach dem 4:6, 5:7 im Drittrunden-Match gegen Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 24).

Auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner war nicht unzufrieden mit dem Auftritt einer ihrer großen Hoffnungsträgerinnen.

"Bine hat sich hier gut präsentiert und bis zum Schluss alles versucht", sagte die 40-Jährige über Lisicki.

Zwischenstation auf dem Weg nach oben

New York war für die Weltranglisten-18. nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach ganz oben. Nicht mehr - und nicht weniger. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Damen)

In Erinnerung werden ihr vielleicht noch die vier vergebenen Breakbälle beim Stand von 3:2 im zweiten Satz bleiben.

"Aber auch da kann ich mir nichts vorwerfen", sagte Lisicki noch immer gut gelaunt vor ihrer Rückkehr nach Deutschland.

Marktwert gesteigert

In ein paar Tagen steht dort ein TV-Auftritt mit Thomas Gottschalk und Günter Jauch an.

Lisicki hat seit den magischen Tagen von Wimbledon ihren Marktwert um ein Vielfaches gesteigert.

Trotzdem ist die Powerspielerin mit dem blonden Zopf bescheiden und bodenständig geblieben.

Nach der Niederlage gegen die starke Makarowa erfüllte Lisicki auf dem Grandstand noch geduldig Autogrammwünsche.

"Der Trubel war wirklich groß"

Ihre Trainingseinheiten im Billie-Jean-King-Center von Flushing Meadows wurden meist von zahlreichen Fans verfolgt.

"Der Trubel vor und während des Turniers war wirklich groß. Ich werde jetzt natürlich viel öfter erkannt als früher. Das ist noch neu für mich, damit muss ich erst umgehen", meinte Lisicki.

Sie wähnt sich dabei aber auf einem "guten Weg".

Bollettieri traut Lisicki viel zu

Ihr einstiger Coach Nick Bollettieri, bei dem sie noch oft in der Akademie in Florida trainiert, traut ihr noch viel zu.

"Ich finde es gut, dass Sabine sich die Eroberung des Tennis-Throns als Ziel gesetzt hat. Meiner Meinung nach kann sie das schaffen", sagte der 82-Jährige.

Bollettieri hat allerdings noch ein Manko bei Lisicki ausgemacht. "Von zwei, drei Fehlern lässt sie sich noch zu leicht aus dem Konzept bringen."

Der erste Aufschlag wackelt

Gegen die zweimalige Australian-Open-Viertelfinalistin Makarowa kamen bei der Deutschen nur 56 Prozent ihrer ersten Aufschläge. Das Service ist ansonsten ihre "Waffe", wie es Lisicki nennt.

Zudem unterliefen ihr 30 unbedrängte Fehler (unforced errors).

"Ich weiß ja, woran es gelegen hat. Aber das alles ist ein Prozess", meinte Lisicki.

Traum vom Bosporus lebt weiter

Ihre Chancen auf die Teilnahme am Masters der besten acht Spielerinnen des Jahres 2013 im Oktober in Istanbul sind nach dem Drittrunden-K.o. bei den US Open rapide gesunken.

"Das wird schwer, denn ich habe die ersten vier Monate der Saison ja verpatzt", sagte Lisicki. Trotzdem will sie bei den anstehenden Turnieren in Tokio und Peking noch einmal alles in die Waagschale werfen.

Der Traum vom Bosporus lebt weiter - trotz des Dämpfers von New York.

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