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Andy Murray gewann in Flushing Meadow 2012 sein erstes Grand-Slam-Turnier © getty

Nach dem US-Open-Aus findet Murray nach Gegner, Ballkindern und Box das nächste Motz-Opfer. Federer meldet sich bei Wawrinka.

New York - Andy Murray hatte es sehr eilig.

Sein Viertelfinal-Bezwinger Stanislas Wawrinka schrieb auf dem Platz noch Autogramme und gab Siegerinterviews, da schritt der geschlagene Schotte schon zur Pressekonferenz.

"Er hat viele Linien getroffen, große Schläge gemacht, er servierte gut. Er hat einfach zu gut gespielt. Das war das Schwierigste am ganzen Match", sagte Murray frustriert.

Selbst Murrays ehrgeizige Mutter Judy zollte dem Schweizer nach seinem Viertelfinal-Coup Respekt und twitterte: "WOWrinka".

Keine Breakchance für Murray

Murray feierte vor einem Jahr im Arthur-Ashe-Stadium, in der größten Tennis-Arena der Welt, seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Nach New York (täglich im LIVE-TICKER) reiste der 26-Jährige zudem als frisch gekrönter Wimbledonsieger - und muss nun schon deutlich früher als erwartet wieder die Taschen packen.

"Ich habe in drei Sätzen verloren, das ist enttäuschend. Ich wäre gern ein bisschen weiter gekommen", sagte der Schotte, der sich in der gesamten Partie keinen Breakball erarbeitete.

Murray meckert über den Spielplan

Gegen Wawrinka schien Murray einmal mehr zu viel Energie aufs Lamentieren und Mosern zu verschwenden.

Selbst mit seiner Box und den Ballkindern legte er sich an. Dann demolierte er vor Wut auch noch seinen Schläger (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Herren).

Doch das Mosern fing in New York bereits viel früher an. Sein Erstrunden-Match spielte er erst am Mittwoch - und dann auch noch in der Night Session.

"Ich möchte nicht näher darauf eingehen", meckerte er über den Spielplan. Unverständnis, erst am dritten Tag abends ins Turnier zu starten, hatte er schon zuvor geäußert: "Ihr seht selbst wie der Spielplan aussieht."

Wawrinka dankt Roger

Wawrinka strahlte nach dem größten Erfolg seiner Karriere dagegen bis über beide Ohren.

"Ich fühle mich großartig, ich bin wahnsinnig glücklich. Es ist fantastisch, erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale zu stehen", erklärte der Schweizer, der seit Jahren im Schatten des großen Roger Federers steht.

"Ich bin Roger wirklich dankbar, denn er hat mir geholfen. Aber heute, das ist einfach mein Moment", sagte der 28-Jährige.

Der Stolz ist groß

Wawrinka, nicht wie üblich seinem omnipräsenten Landsmann, gehörten die Ovationen auf der größten aller Tennis-Bühnen. Und der Weltranglisten-Zehnte war stolz darauf, "wie ich mit dem Druck umgegangen bin".

Erstmals bei einem Major-Turnier war die Nummer zehn des ATP-Rankings weitergekommen als sein berühmter Davis-Cup-Kollege Federer, der bereits im Achtelfinale gegen Tommy Robredo ausgeschieden war.

Murray auf der Flucht

Dass das Verhältnis zwischen den beiden konträren Typen dennoch intakt ist, bewies eine SMS von Federer. "Er hat mir gleich nach dem Match geschrieben", berichtete der bullige Wawrinka, wollte aber nicht auf den Inhalt eingehen: "Das ist privat."

Die US Open 2013 sind jetzt schon Wawrinkas Turnier, egal wie das Halbfinale gegen die Nummer eins Novak Djokovic ausgeht.

Ganz im Gegensatz zu Murray. Der wollte einfach nur schnell weg - weg von der großen Bühne, von der er im letzten Jahr nicht genug bekommen konnte.

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