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Die Nummer eins, Serena Williams, trifft auf die Nummer zwei Asarenka © getty

Im Endspiel der US Open ist Serena Williams die haushohe Favoritin. Der jüngste Trend lässt Asarenka aber hoffen.

New York - Ihr Finaleinzug bei den US Open war keine Minute alt, da schnappte sich Serena Williams eine Packung Energy Gel und läutete so den Countdown zum großen Finale (ab 22.30 Uhr im LIVE-TICKER) ein.

Nur nichts dem Zufall überlassen vor dem Duell der Extreme in New York gegen die ärgste Rivalin Wiktoria Asarenka. Die Weißrussin fuhr derweil lieber einen Schmusekurs.

"Serena ist die größte Spielerin aller Zeiten. Sie ist einfach unglaublich", sagte die Weltranglistenzweite über die Nummer eins der Welt. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Damen)

Das Los der Asarenka

Asarenka weiß nur zu gut, dass sie im Endspiel von Flushing Meadows nicht nur eine Gegnerin haben wird. Rund 23.000 Fans im ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium werden Publikumsliebling Williams nach vorne peitschen und sie zu ihrem insgesamt 17. Grand-Slam-Titel seit 1999 treiben.

Es scheint das Los der Wiktoria Asarenka zu sein, in der Zuschauergunst immer nur die zweite Geige zu spielen. Sie wird respektiert, aber nicht geliebt. Dabei bemüht sich die Frau mit dem blonden Zopf redlich, endlich die Herzen der Menschen zu erobern.

Fettnäpfchen statt Sympathie

Asarenka, die im Halbfinale Flavia Pennetta (Italien) mit 6:4, 6:2 besiegte, versucht beispielsweise, bei den Court-Interviews besonders witzig zu sein. Was nicht selten dazu führt, dass "Wika" stattdessen im Fettnäpfchen landet.

Auch die Liaison mit dem amerikanischen DJ Red Foo scheint ihr in Sachen Fanzuspruch nicht entscheidend weiterzuhelfen. (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

Vorwurf der Simulation

Im Januar bei den Australian Open wurde das Finale gegen Li Na (China) gar zum Spießrutenlauf. Asarenka hatte durch ihre umstrittene medizinische Auszeit im Halbfinale gegen Teenie Sloane Stephens (USA) viele Sympathien verspielt, ihr wurde vorgeworfen, sie habe simuliert.

Doch ausgerechnet in der Höhle des Löwen in Melbourne schaffte die 24-Jährige dann zwei Tage später ihren zweiten Grand-Slam-Coup.

"Immer ihr bestes Tennis"

Duelle mit Serena Williams scheinen Asarenka besonders anzustacheln. "Wenn sie gegen mich spielt, dann zeigt sie immer ihr bestes Tennis", sagte die 31-jährige Williams, die mit ihrem fünften US-Open-Erfolg die älteste Turniersiegerin in New York werden könnte.

Asarenka hat gegen die Branchenführerin zwar eine vernichtende Bilanz von nur drei Siegen in 15 Duellen, doch zwei der letzten drei Vergleiche konnte die Weißrussin gewinnen - zuletzt das Finale von Cincinnati Mitte August.

Qual zur Sieg

Für Asarenka ist dennoch Williams die Favoritin im Ringen um den 2,6-Millionen-Dollar-Siegerscheck. "Du musst gegen Serena rennen, dich quälen und dich reinbeißen", sagte die zweimalige Melbourne-Siegerin vor der Neuauflage des letztjährigen Finals von Flushing Meadows.

Damals war sie auf der größten aller Tennis-Bühnen im dritten Satz nur zwei Punkte vom Turniertriumph entfernt, ehe Williams sich doch noch mit 6:2, 2:6, 7:5 durchsetzte. Ihre Ausnahmestellung dokumentierte die 16-malige Major-Siegerin aus den USA am Freitag beim 6:0, 6:3 gegen die Weltranglisten-Sechste Li Na (China).

Lob von Evert

Die Experten jedenfalls liegen Serena Williams, die in ihrer Karriere bereits mehr als 48 Millionen Dollar Preisfeld gewonnen hat, zu Füßen. "Niemand hat diese Kraft, diese Grundschläge und diesen Aufschlag. Das ist ein komplettes Paket, das sie zur besten Spielerin macht, die es bislang in der Geschichte gab", meinte US-Ikone Chris Evert.

Die Vielgelobte selbst stellt sich (noch) nicht auf eine Stufe mit Steffi Graf (22 Grand-Slam-Titel), Martina Navratilova und Evert (beide 18). "Sie sind Legenden", erklärte Serena Williams und schob ganz bescheiden hinterher: "Und ich bin immer noch das Mädchen, das einst mit dem Tennis angefangen hat, weil es einen Schläger und einen Traum hatte."

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