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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Novak Djokovic (l.) gewann 15 von 36 Duellen gegen Rafael Nadal © getty

Superstar Rafael Nadal will im US-Open-Finale gegen den Dauerrivalen Novak Djokovic seine sportliche Wiederauferstehung krönen.

New York - Vor genau einem Jahr saß Rafael Nadal auf Mallorca und war alles andere als ein Sonnenkönig.

Das Finale der US Open aus New York schaute sich der Spanier als Couch Potato zuhause vor dem Fernseher an. Traurig und zweifelnd. Die Distanz zum Nabel der Tennis-Welt war damals so groß wie die Ungewissheit über seine Zukunft.

(DATENCENTER: Die Ergebnisse der Herren).

Ein Sieger voller Demut

Exakt zwölf Monate später hat sich Nadal selbst überrascht und könnte sein Traumcomeback am Montag (23 Uhr MESZ) mit dem Finalsieg in Flushing Meadows gegen seinen serbischen Dauerrivalen Novak Djokovic krönen.

Und das auf der größten aller Tennisbühnen vor 23.000 Zuschauern. "Niemand aus meiner Familie oder meinem Team hat gedacht, dass ich so zurückkomme. Ich bin dankbar und sehr glücklich, in dieser Position zu sein", sagte der achtmalige French-Open-Sieger voller Demut. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Über Karriereende spekuliert

Wohlwissend, dass der zweite US-Open-Titel nach 2010 ein ganz Spezieller sein würde. Fast die gesamte zweite Saisonhälfte 2012 hatte der 27-Jährige wegen einer chronischen Patellasehnen-Entzündung im Knie pausieren müssen.

Einige Ärzte hatten dem Weltranglisten-Zweiten sogar abgeraten, je wieder auf Hartplatz zu spielen. Sogar über ein sofortiges Karriereende wurde spekuliert.

Pat Cash beeindruckt

Doch ausgerechnet auf dem knüppelharten Belag blieb Nadal 2013 bislang ungeschlagen (21:0 Siege). Und Nadal verblüffte mit seiner Jahresbilanz von 59 Siegen in 62 Matches sowie neun Titeln sogar die Experten.

"Es ist ein unglaubliches Comeback", sagte der einstige Wimbledonsieger Pat Cash: "Wir dachten alle, die Hardcourts wären schlecht für seinen Körper. Aber er verbessert ausgerechnet auf diesem Belag sein Spiel weiter."

Djokovic gibt Nadal die Favoritenrolle

Nadals Service hat zwar etwas an Tempo verloren, dafür ist es präziser geworden. Nur ein einziges Aufschlagspiel hat die ehemalige Nummer eins bis zum Finale abgegeben - und zwar beim Halbfinal-Erfolg gegen den Franzosen Richard Gasquet (6:4, 7:6, 6:2).

Kein Wunder, dass sich der topgesetzte Weltranglisten-Erste Djokovic im Match um den Siegerscheck in Höhe von 2,6 Millionen Dollar ein wenig in der Außenseiterrolle sieht.

"Zweifelsohne ist Rafa der Beste in diesem Jahr. Er spielt wahrscheinlich so gut wie noch nie auf Hartplatz. Und es ist die größte Herausforderung, gegen ihn anzutreten", sagte der viermalige Australian-Open-Gewinner.

"Ich liebe diese Energie"

Dennoch bleibt der Serbe vor seinem vierten New-York-Finale in Serie optmistisch. "Ich weiß, wie man gegen Nadal spielen muss. Außerdem ist Hardcourt mein erfolgreichster Belag. Außerdem liebe ich das Arthur-Ashe-Stadium, ich liebe diese Energie", erklärte der "Djoker".

Aber im direkten Vergleich mit Nadal hat er angesichts von 15 Siegen in 36 Duellen noch Nachholbedarf. Von den vergangenen fünf Vergleichen auf dem harten Untergrund allerdings hat der 26-jährige vier gewonnen.

Selbstvertrauen geholt und Sympathien gewonnen

Zudem holte sich der momentane Branchenführer beim 2:6, 7:6 (7:3), 3:6, 6:3, 6:4 im Halbfinale gegen Himmelsstürmer Stanislas Wawrinka aus der Schweiz viel Selbstvertrauen. "Ich habe es geschafft, trotz eines zweimaligen Satzrückstands stark zu bleiben. Ich habe dann gut gespielt, wenn ich es musste", erklärte der sechsmalige

Major-Sieger. Das dritte Spiel im fünften Durchgang dauerte 21 Minuten. Djokovic verlor es - gewann aber das emotionale Spiel. Die Zuschauer im größten Tennis-Stadion der Welt verabschiedeten "Nole" und Wawrinka mit Standing Ovations.

Gala für einen guten Zweck

Djokovic verteidigte durch seinen insgesamt fünften Endspiel-Einzug in New York auch seine Führung im Ranking. Hätte er das Finale nicht erreicht und Nadal den Titel geholt, wäre der Spanier in der neuen Weltrangliste an die Spitze zurückgekehrt.

Feiern wird Djokovic aber nach dem Finale auf jeden Fall. Am Dienstag veranstaltet er in Namen seiner Stiftung, die hilfsbedürftge Kinder unterstützt, einen Gala-Abend mit viel Prominenz in New York.

Bei der letzten Veranstaltung dieser Art kamen über 1,4 Millionen Euro an Spendengeldern zusammen. Sie fand einen Tag nach seiner Niederlage im Finale von Wimbledon statt.

Ein Gewinner war Djokovic damals dennoch.

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