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Boris Becker jagt seinen ersten Grand-Slam-Titel als Trainer. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der French Open - Woche 2 © getty

Der Serbe müht sich erst gegen Raonic, siegt aber souverän. Im Halbfinale wartet Gulbis. Scharapowa zittert zum Sieg.

Paris - Boris Becker klatschte immer wieder zufrieden und nickte seinem Schützling Novak Djokovic aus der Box anerkennend zu.

Der Weltranglistenzweite aus Serbien ist nach seinem sechsten Halbfinaleinzug in Paris nur noch zwei Siege von seinem ersehnten ersten Titel bei den French Open entfernt (täglich im LIVE-TICKER).

Djokovic gab sich beim 7:5, 7:6 (7:5), 6:4 gegen den 1,96 Meter großen Milos Raonic (Nr. 8) keine Blöße und ließ sich auch von 21 Assen des Kanadiers nicht entnerven.

"Es ist schwer, sein Service zu lesen. Ich bin sehr froh, dass es am Ende gereicht hat", sagte der "Djoker" in passablem Französisch.

Im Halbfinale am Freitag trifft der 27-Jährige, der Ende des Jahres zum ersten Mal Vater wird, überraschend auf Ernests Gulbis (Lettland/Nr. 18). (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

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Der Achtelfinal-Bezwinger von Roger Federer (Schweiz/Nr. 4) ließ dem früheren Wimbledonfinalisten Tomas Berdych (Tschechien/Nr.6) beim 6:3, 6:2, 6:4 kaum eine Chance. Für Millionärssohn Gulbis, der immer mal wieder durch freche Sprüche auffällt, ist es das erste Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Scharapowa kämpft sich durch

Ihr großes Kämpferherz zeigte beim bedeutendsten Sandplatz-Turnier der Welt (23,97 Millionen Euro) indes erneut Maria Scharapowa.

Die Topfavoritin aus Russland wendete beim 1:6, 7:5, 6:1 gegen die ungesetzte Williams-Bezwingerin Garbine Muguruza (Spanien) ein drohendes Viertelfinal-Aus ab.

Stuttgart-Siegerin Scharapowa (Nr. 7) musste ihr ganzes Können zeigen, um nach 2:06 Stunden nicht das jüngste Opfer des Favoritensterbens zu werden.

Favoritin "einfach nur glücklich"

"Ich wusste nach dem ersten Satz, dass ich mich steigern muss. Garbine hat mich stark gefordert, jetzt bin ich einfach nur glücklich", sagte die letztjährige Finalistin Scharapowa.

Die Weltranglistenachte darf damit weiter von ihrem zweiten Paris-Titel nach 2012 träumen. Zudem verhinderte die 27-Jährige durch ihren vierten Roland-Garros-Halbfinaleinzug in Serie den Sturz aus den Top Ten. Zuletzt hatte Scharapowa Anfang März 2011 nicht unter den besten Zehn der Welt gestanden. (DATENCENTER: Die French Open)

In der Runde der letzten Vier trifft Scharapowa, die sich einst auf Sandplätzen wie "eine Kuh auf dem Eis" fühlte, auf Melbourne-Semifinalistin Eugenie Bouchard (Kanada/Nr. 18). (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

Erste Kanadierin im Halbfinale

Die 20-Jährige schrieb durch das 7:6 (7:4), 2:6, 7:5 gegen Carla Suarez Navarro (Spanien/Nr. 14) Geschichte und steht als erste Kanadierin im Halbfinale der French Open.

Bouchard hatte vor anderthalb Wochen den Nürnberger Versicherungscup gewonnen und in Paris unter anderem Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8) und Julia Görges (Bad Oldesloe) geschlagen. Im Duell mit Suarez Navarro holte "Genie" im dritten Satz einen 1: 4-Rückstand auf.

Gegen ihr einstiges Idol Scharapowa will Bouchard ihren Höhenflug fortsetzen. "Ich respektiere sie, will sie aber nicht auf einen zu hohes Podest stellen", sagte sie über die bestverdienende Sportlerin der Welt (21 Millionen Euro per anno).

Große Nervenstärke bei Scharapowa

Scharapowa lag gegen die 20-jährige Muguruza, die in der zweiten Runde die topgesetzte Titelverteidigerin Serena Williams (USA) ausgeschaltet hatte, nach verlorenem ersten Durchgang im zweiten Satz 4:5 zurück.

Doch mit großer Nervenstärke entschied sie die nächsten drei Spiele für sich. Das vorentscheidende Break im dritten Satz gelang ihr zum 2:1. "Ich gebe nie auf, das steckt irgendwie in mir", meinte "La Schara".

Am Montag hatte bereits Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 28) den Sprung ins Viertelfinale geschafft. Die 26-Jährige trifft am Mittwoch auf die einstige Paris-Finalistin Sara Errani (Italien/Nr. 10).

Vor Williams war bereits die an Position zwei gesetzte Li Na (China) ausgeschieden - auch die Weltranglistendritte Agnieszka Radwanska (Polen) musste nach der dritten Runde die Koffer packen.

Sieger und Siegerin der Veranstaltung am Bois de Boulogne kassieren ein Preisgeld von jeweils 1,65 Millionen Euro.

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