vergrößernverkleinern
Nadal hat in seiner Karriere nur ein einziges Match bei den French Open verlorenZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der French Open © getty

Nadal scheint in Paris unbesiegbar. Doch er spielt unter Schmerzen, wie er SPORT1 bestätigt. Der erste echte Prüfstein wartet.

Von den French Open berichtet Julian Ignatowitsch

Paris - Rafael Nadal wirkt wieder einmal unbesiegbar.

Wer soll ihn in Paris bei Roland Garros (täglich im LIVE-TICKER) schlagen? Hier, wo er in seiner ganzen Karriere seit 2005 nur ein einziges Mal verloren hat - und achtmal den Titel gewann.

Auch in diesem Jahr präsentiert sich der Spanier bisher makellos. Vor seiner Viertelfinalpartie gegen Landsmann David Ferrer hat er noch keinen Satz verloren.

Lajovic keine Hürde

Im Achtelfinale gab er gegen den Serben Dusan Lajovic lediglich vier Spiele ab und zog im Eiltempo von 93 Minuten in die nächste Runde ein.

Doch abseits des Platzes scheint Nadal nicht immer ganz so unbeschwert. Ein wunder Punkt könnte die Titelmission gefährden. "Ja, mein Rücken schmerzt ein wenig", bestätigte Nadal auf Nachfrage von SPORT1.

Bereits bei den Australien Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, war Nadal sein Rücken zum Verhängnis geworden.

Er verlor das Finale gegen Stanislas Wawrinka unter Schmerzen in vier Sätzen.

Dauerthema Rückenschmerzen

Es ist ein Dauerthema nach den Matches, über das Nadal eigentlich nicht sprechen möchte, das er aber auch nicht leugnen kann.

"Ihr wisst, ich erzähle so etwas nicht einfach so. Ich habe am ersten Tag gesagt, dass mein Rücken etwas weh tut. Am zweiten Tag auch - und es ist immer noch so", berichtete er zähneknirschend am Samstag nach seinem Drittrundenerfolg gegen Leonardo Mayer.

Am Montag dann nur soviel: "Ich möchte darüber nicht zu viel reden. Mein Rücken ist unberechenbar. In Australien habe ich bereits Schmerzen gespürt, hier in Paris versuche ich, mit den Schmerzen zu koexistieren."

(SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Bisher kein Gegner aus Top 50

Das klingt hart, weshalb Nadal lieber das Thema wechseln möchte: "Lasst uns über Tennis reden. Ich habe sehr schwierige Gegner vor mir."

Der nächste heißt: David Ferrer - und ist wohl der erste echte Prüfstein für Nadal bei diesem Turnier.

Die Auslosung hat es gut gemeint mit Nadal, der bei seinem Weg unter die besten Acht keinen Top-50-Spieler schlagen musste.

Ferrer, der neue Angstgegner?

Mit Ferrer wartet jetzt aber ein Gegner, der Nadal als Spieler und Mensch gleichermaßen gut kennt und sich in den letzten Partien beinahe zu einer Art Angstgegner entwickelt hat.

Lange war das umgekehrt. Die Bilanz spricht mit 22:8-Siegen weiter klar für Nadal.

Doch die vergangenen beiden Aufeinandertreffen gewann Ferrer, das einzige in diesem Jahr in Monte Carlo auf Sand sogar glatt in zwei Sätzen (7:6, 6:4).

Parallelen zu Monte Carlo

Die Vorzeichen sind sehr ähnlich: Auch in Monte Carlo traf Nadal im Viertelfinale auf Ferrer und war davor ungefährdet durch das Tableau marschiert.

Zudem hat er dort, wie bei den French Open, traditionell den Nimbus der Unbesiegbarkeit, gewann das Turnier in zehn Anläufen acht Mal hintereinander. Ferrer stoppte ihn.

"Eine Niederlage in der letzten Konfrontation kann eine Rolle spielen", räumt Nadal ein. "Er hat zusätzliches Selbstvertrauen, spielt seit mehreren Wochen auf höchstem Niveau."

Trotzdem Topfavorit

Trotzdem gibt es keinen Grund sich zum Außenseiter zu stilisieren, was Nadal sowieso keiner glauben würde. Er ist nach wie vor Topfavorit auf den Titel.

"Ich spiele aktuell besser als noch in Monte Carlo und bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie ich auftrete." Einzig beim Aufschlag ziehe er hin und wieder etwas zurück und nehme das Tempo raus. Wegen des Rückens.

Auch die scheinbar Unbesiegbaren haben einen wunden Punkt.

Wenn Nadal in Paris etwas aufhalten kann, dann ist es wohl der eigene Körper.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel