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Anna.Lena Grönefeld (r.) stand bislang viermal bei Grand Slams im Doppel-HalbfinaleZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der French Open © getty

In einem historischen Finale holt Grönefeld den Mixed-Titel in Paris. Dabei ist sie zunächst eine schwer vermittelbare Partie.

Paris - Anna-Lena Grönefeld schaute immer wieder stolz ihren Mini-Pokal an und strahlte mit der Pariser Mittagssonne um die Wette.

Einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag bereitete sich die Fed-Cup-Spielerin mit dem Gewinn des Mixed-Titels bei den French Open (täglich im LIVE-TICKER) nachträglich das schönste Geschenk und bescherte ausgerechnet ihrer Fed-Cup-Kollegin Julia Görges ein paar traurige Momente.

"Es ist immer schwer, gegen Freundinnen zu spielen. Aber gewonnen zu haben, ist trotzdem schön. Es ist ein spezieller Moment", sagte Grönefeld, nachdem sie zusammen mit ihrem Partner Jean-Julien Rojer (Niederlande) 4:6, 6:2, 10:7 gegen Görges/Nenad Zimonjic (Bad Oldesloe/Serbien/Nr. 8) gesiegt hatte.

Für Grönefeld war es bereits der zweite Grand-Slam-Titel im gemischten Doppel nach ihrem Triumph mit Mark Knowles (Bahamas) 2009 in Wimbledon. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Im letzten Moment gefunden

Dabei hatte sich das Siegerpärchen von Paris, das sich ein Preisgeld in Höhe von 110.000 Euro teilen durfte, erst kurz vor Toreschluss gefunden.

"Niemand wollte mit mir spielen, da wurde es schon ein bisschen eng. Bis ich Jean-Julien gefunden habe. Das hat dann auch gleich beim ersten Mal und ohne gemeinsames Training funktioniert", erzählte Grönefeld, die vor acht Jahren im Einzel-Viertelfinale von Roland Garros gestanden hatte.

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Dabei hatte Rojer eigentlich schon einer anderen Spielerin zugesagt, entschied sich dann aber doch für Grönefeld. "Ich habe eine neue Freundin gefunden - und eine andere verloren", scherzte der Niederländer über die Ausbootung.

"Schlechtestes Tennis der Woche gespielt"

Traurig war indes die angeschlagene Görges, die bereits seit ein paar Tagen an einer Grippe laborierte. "Ich bin enttäuscht, weil ich das schlechteste Tennis dieser Woche gespielt habe. Aber die Freude über den Final-Einzug war schon groß", sagte die 25-Jährige, die mit Grönefeld im Doppel überraschend schon in der ersten Runde gescheitert war.

Es war das erste Mal, dass im gemischten Doppel zwei deutsche Profis in einem Grand-Slam-Endspiel standen. 1930 hatte als letzte Deutsche in Paris Cilly Aussem (Köln) zusammen mit dem Amerikaner William Tilden den Mixed-Titel gewonnen.

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Grönefeld wird auch beim anstehenden Turnier in Wimbledon wieder mit ihrem "Glücksjungen" Rojer spielen. Vorher hat die ehemalige Nummer 14 der Einzel-Weltrangliste aber noch etwas zu tun: "Ich werde zuhause den Miniatur-Pokal aus Paris neben den aus Wimbledon stellen", kündigte die 1,80 m große Rechtshänderin an.

Und sie, die die Soap-Opera "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" liebt, strahlte dabei.

Das war nicht immer so. Zermürbt und unglücklich hatte Grönefeld im Oktober 2011 ihre Einzel-Karriere beendet, nachdem es zum Psychokrieg mit ihrem Ex-Trainer gekommen war.

"Ich habe meine Entscheidung nicht bereut. Ich fühle mich sehr wohl und bin seitdem ein glücklicherer Mensch", meinte die Wahl-Saarbrückerin - und zog stolz mit ihrer XXS-Trophäe von dannen.

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