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Rafael Nadal will seinen neunten Titel in Paris. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der French Open © getty

Rafael Nadal fegt Andy Murray vom Sandplatz und macht das Traumfinal gegen Novak Djokovic perfekt. Der muss gegen Gulbis kämpfen.

Paris - Boris Becker stand mit großer Sonnenbrille auf der Nase in der Box und spendete minutenlang anerkennenden Applaus.

Ungeachtet eines zertrümmerten Schlägers hatte sein Schützling Novak Djokovic kurz zuvor den Final-Einzug bei den French Open perfekt gemacht und ist nur noch einen Sieg von seinem ersten Paris-Coup entfernt (täglich im LIVE-TICKER).

Der Serbe setzte sich im Halbfinale mit 6:3, 6:3, 3:6, 6:3 gegen Ernests Gulbis durch und darf weiter auf den Sprung zurück auf den Tennis-Thron hoffen.

Im Finale und dem direkten Duell um die Spitze trifft Djokovic am Sonntag auf den topgesetzten Titelverteidiger Rafael Nadal.

Spanische Lehrstunde

Der Spanier erteilte dem britischen Wimbledonsieger Andy Murray beim 6:3, 6:2, 6:1 in nur 100 Minuten eine Lehrstunde. (DATENCENTER: Die French Open)

"Das war eines der besten Spiele, die Rafa je auf Sand gemacht hat. Besonders seine Vorhand war großartig", schwärmte Toni Nadal, Onkel und Trainer des Branchenführers.

Sollte Paris-Rekordchamp Nadal ("Der Sieg war sehr emotional") seinen neunten French-Open-Erfolg verpassen, würde Djokovic am Montag erstmals seit dem 6. Oktober 2013 wieder auf Platz eins des ATP-Rankings stehen.

Im ersten Halbfinale hatte der 27-Jährige nach 2:37 Stunden seinen ersten Matchball gegen Gulbis verwandelt, den er aus gemeinsamen Junioren-Tagen in der Münchner Akademie des früheren Bundestrainers Niki Pilic bestens kennt.

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Djokovic baut ab

Gegen Gulbis machte Djokovic die Hitze allerdings mehr zu schaffen als erwartet. Nach einer 2:0-Satzführung baute der Weltranglistenzweite ab.

"Ich habe mich plötzlich müde gefühlt, Konzentration und Kondition haben abgenommen. Mehr möchte ich darüber nicht sagen", meinte Djokovic, der Anfang des vierten Durchgangs nach dem Rebreak zum 2:1 aus lauter Frust sein Racket auf den Boden geschleudert hatte (900603DIASHOW: Die Bilder der French Open - Woche 2).

Was folgte, war ein Pfeifkonzert des Publikums und die zwangsläufige Verwarnung.

Erst danach fing sich "Nole", der fünf seiner zehn Breakchancen nutzte, und ließ sich auch von insgesamt 13 Assen des Federer-Bezwingers Gulbis nicht beirren.

Erneutes Finalduell

"Die Art zu trainieren, zu denken, sich auf dem Platz zu positionieren, die trägt langsam Früchte", hatte Becker vor dem Halbfinale über die seit Dezember 2013 laufende Zusammenarbeit mit dem Serben gesagt: "Ich hoffe, dass ich Novak ein bisschen Druck nehmen kann."

Der Triumph in Roland Garros fehlt Djokovic noch in seinem Grand-Slam-Portfolio.

Die Australian Open hat der werdende Vater bereits viermal gewonnen (2008, 2011, 2012, 2013) - Wimbledon (2011) und die US Open (2011) jeweils einmal.

Bereits 2012 hatte der "Djoker", der im vergangenen Dezember Becker in sein Team holte, im Finale von Paris gestanden, dann aber gegen Sandplatzkönig Nadal in vier Sätzen verloren.

Nadal mit fast perfekter Bilanz

Nadal indes ließ keine einzige Breakchance von Murray zu. Für den Spanier war es in Roland Garros der 34. Sieg in Folge und der 65. Erfolg im 66. Match seit seinem Debüt 2005.

"Diese Momente werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Als Kind habe ich immer davon geträumt, hier zu sein. Es ist schon ein Stück Heimat geworden", sagte "Rafa" über das zweite Major des Jahres.

Auf den Sieger und die Siegerin des mit insgesamt 23,97 Millionen Euro dotierten Sandplatzturniers wartet ein Preisgeld in Höhe von 1,65 Millionen Euro.

Im Frauen-Finale stehen sich am Samstag am Bois de Boulogne Maria Scharapowa und die Rumänin Simona Halep gegenüber, die am Donnerstag im Halbfinale Andrea Petkovic ausgeschaltet hatte.

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