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9. RAFAEL NADAL (Tennis) - 35,8 Mio. Euro: Auch der Spanier musste sich mit Verletzungen rumschlagen. Trotzdem hält er seinen Platz unter den Top Ten
Rafael Nadal gewann in Paris das Finale gegen Novak Djokovic. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der French Open © imago

Mit seinem Triumph bei den French Open widerlegt Rafael Nadal die Kritiker und die eigene Skepsis. Novak Djokovic hadert.

Paris - Als die spanische Hymne erklang, kamen dem unangefochtenen Sandplatzkönig von Paris die Tränen.

Rekordsieger Rafael Nafal ließ nach seinem neunten French-Open-Triumph und der erfolgreichen Verteidigung des Tennis-Throns den Emotionen freien Lauf. (900603DIASHOW: Die Bilder)

"Ich war überwältigt. Diese Momente sind immer sehr speziell, denn du weißt nie, wie oft du noch ganz oben stehen wirst", sagte Nadal nach dem 3:6, 7:5, 6:2, 6:4 im Finale gegen seinen Erzrivalen Novak Djokovic (Bericht).

Der Serbe muss damit wie einst (vergeblich) sein Coach Boris Becker weiter auf den ersten Titel in Roland Garros warten, der ihm als einziger noch in seinem Grand-Slam-Portfolio fehlt.

Nadal findet doch Lösungen

Bei "Nadal, dem IX. von Frankreich" ("El Mundo") verschwanden dagegen in seinem Reich am Bois de Boulogne die letzten Zweifel nach einer bis dato sehr durchwachsenen Asche-Saison und zuletzt vier Niederlagen in Serie gegen Djokovic.

"Dieser Sieg war sehr bedeutsam für mich. Ich war müde, habe gelitten, aber am Ende doch Lösungen gefunden", sagte Nadal - und dachte schon wieder weiter:

Bereits am Montag wollte er sich auf den Weg zu den Gerry Weber Open nach Halle/Westfalen machen.

"Paris ist das Wichtigste für mich"

Die Magie von Roland Garros verfehlte bei dem 28-Jährigen von der Sonnensinsel Mallorca auch diesmal ihre Wirkung nicht.

"Hier will ich immer gewinnen", betonte Nadal, "das ist in jeder Saison das Wichtigste für mich. Es ist fast schon ein Stück Heimat geworden."

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Fünf Titel in Serie hat beim zweiten Major des Jahres noch niemand geholt. Selbst der gestrenge Toni Nadal, Onkel und Trainer des Branchenführers, war sichtlich gerührt.

"Was er geschafft hat, ist unglaublich und außergewöhnlich", sagte er über seinen berühmten Neffen. (DATENCENTER: Die French Open)

35. Sieg in Folge

Allerdings musste "Rafa Superstar" ("El Mundo Deportivo") im Finale hart kämpfen für seinen 35. Sieg in Folge und den 66. Erfolg im 67. Match in Paris seit 2005.

Beim Posen für das Siegerfoto wurde der Linkshänder von Krämpfen gequält,.

Kraft genug für seinen obligatorischen Biss in die vom sechsmaligen French-Open-Champion Björn Borg (Schweden) überreichte Musketier-Trophäe hatte er dennoch.

Spaniens Presse jubiliert

In Nadals Heimat überschlugen sich die Schlagzeilen.

"Ein wilder Kampf über 3:31 Stunden ist die Bestätigung, dass Nadal eine Legende des Weltsports ist", schrieb "AS" über den Rekordjäger.

Und "El Mundo Deportivo" behauptete: "Seine Zahlen machen einen besoffen. In der spanischen Sprache gibt es keine Adjektive mehr, um seine Leistungen zu beschreiben. Was dieser Mann leistet, ist übermenschlich."

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Djokovic übt Selbstkritik

Durch den ersten Sieg seit knapp neun Monaten gegen Verfolger Djokovic behauptete Nadal auch die Weltranglisten-Spitze.

Der Serbe ging derweil hart mit sich ins Gericht - und konnte dabei ebenfalls seine Tränen nicht zurückhalten.

"In den entscheidenden Momenten war Rafa einfach besser. Ich werde bis zum Ende meiner Karriere versuchen, diesen Titel zu gewinnen", sagte der "Djoker", der sich dabei entscheidende Hilfe von Becker erhofft.

Nadal zeitweise "ängstlich und zögerlich"

Nadal stellte dagegen auf seinem "Lieblings-Ökosystem", wie die Zeitung "Sport" den Asche-Belag nannte, seine großen mentalen Fähigkeiten unter Beweis.

Seit 2004 hat er nur 15 Niederlagen auf Sand kassiert, drei davon allerdings in dieser Saison.

"Ich war zeitweise ängstlich und zögerlich", gestand er in diesen Tagen.

Viertelfinal-Pleiten in Monte Carlo und Barcelona hatten den "geborenen Sandplatzspieler" (Maria Scharapowa) verunsichert.

Federers Rekord interessiert Nadal nicht

In "seinem" Paris aber fand Nadal zu alter Stärke.

"Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg", meinte der 14-malige Major-Gewinner, der nur noch drei Grand-Slam-Erfolge weniger als Rekordsieger Roger Federer (17) hat.

"Ihn einzuholen, ist keine besondere Motivation für mich", meinte Nadal dazu jedoch.

Dafür vielleicht die nun anstehende kurze Rasensaison mit dem Höhepunkt Wimbledon (ab 23. Juni).

Folgt der Wimbledon-Titel?

"Ich hoffe, mein Knie wird positiv auf das Gras reagieren", sagte Nadal.

Wohlwissend, dass er das bedeutendste Turnier an der Church Road bislang "erst" zweimal gewonnen hat (2008 und 2010).

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Erst recht für den König von Paris.

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