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Boris Becker (l.) trainiert seit Ende 2013 Novak Djokovic (r.) © imago

Seit drei Jahrzehnten ist Boris Becker in Wimbledon dabei. Dieses Mal ist für ihn eine Premiere - er muss mit Djokovic liefern.

London - Zur Begrüßung legte sich Boris Becker behutsam auf den Bauch und küsste zärtlich den Heiligen Rasen.

Nach drei Jahrzehnten brennt seine Liebe zu den Championships noch immer, dem Tennis-Turnier im Londoner Stadtteil Wimbledon ab Montag, 12.30 Uhr täglich im LIVE-TICKER), das aus einem damals 17-Jährigen einen Weltstar machte.

Seit dem denkwürdigen 7. Juli 1985 gehört Becker zum Inventar des All England Clubs, erst als Spieler, dann als TV-Experte. In diesem Jahr feiert Becker erneut Premiere in seinem Wohnzimmer. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Erstmals betritt Becker als Coach die Kathedrale des Tennis. Schützling Novak Djokovic ist in Wimbledon an Position eins gesetzt, gemeinsam verfolgen sie ihre Titelmission. (DATENCENTER: Wimbledon Herren)

Stellten sich in den ersten Monaten ihrer Zusammenarbeit die Fragen nach dem Sinn oder Unsinn von Beckers Engagement an der Seite des sechsmaligen Grand-Slam-Champions aus Serbien, fühlt es sich in Wimbledon selbstverständlich an.

Djokovic vertraut Becker

"Das ist sein Belag, das ist sein Zuhause. Hier fühlt er sich wohl", sagte Djokovic vor seinem Auftaktmatch am Montag gegen Andrej Golubew aus Kasachstan: "Ich fühle mich in diesem Jahr anders mit Boris an meiner Seite, einem Spieler, der hier solche Spuren hinterlassen hat."

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Drei Titel, sieben Finals und endlos viele emotionale Momente bescherte Becker seinen Fans in London SW19. Mittlerweile wohnt der 46-Jährige mit seiner Frau Lilly und Sohn Amadeus in Wimbledon.

Es ist "der einzige Ort auf der Welt, wo mich niemand fragt: Was machen Sie denn hier?", verriet Becker der "Sport Bild": "Hier gehöre ich hin."

Djokovic will Misserfolge verstehen

Große Taten bringen jedoch auch Erwartungen mit sich, und so verlässt sich Djokovic in Wimbledon so stark wie nie zuvor auf Beckers Erfahrung.

"Ich muss nicht nur versuchen, mich auf dem Platz zu verbessern, sondern auch die mentale Seite verstehen, warum ich in den vergangenen Jahren keinen Grand-Slam-Titel gewonnen habe", sagte der 27-Jährige: "Daran muss ich arbeiten. Das ist einer der Gründe, warum Boris dabei ist."

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2012 und 2013 triumphierte Djokovic "nur" bei den Australian Open, 2011 hatte er noch drei Grand Slams, unter anderem zum ersten und bislang einzigen Mal in Wimbledon, gewonnen.

Fünfmal unterlag er seitdem in einem Major-Finale. Zuletzt bei den French Open gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal. Zu Saisonbeginn in Melbourne war seine Titelverteidigung bereits im Viertelfinale beendet gewesen.

Eine Bilanz, die Djokovic so gar nicht gefällt. "Novaks größte Qualität ist, dass er mit seinen Ergebnissen nicht zufrieden ist. Und wir reden hier von einem Weltstar, der fast alles gewonnen und alle besiegt hat", sagte Becker.

Sein Feuer, seine Leidenschaft und Liebe für den Heiligen Rasen sollen Djokovic nun helfen, nach den Enttäuschungen von Melbourne und Paris an die Spitze zurückzukehren.

Die deutschen Matches am Montag:

Dustin Brown - Marcos Baghdatis (Zypern)Julia Görges - Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 23)Anna-Lena Friedsam - Kurumi Nara (Japan)Mona Barthel - Romina Oprandi (Schweiz)Tim Pütz - Teimuras Gabaschwili (Russland)Tobias Kamke - Jan Hernych (Tschechien)Benjamin Becker - Donald Young (USA)

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