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Die 1. Woche in Wimbledon zum DURCHKLICKEN © getty

Tim Pütz scheitert trotz bester Chancen an Fognini, verdoppelt aber dennoch beinahe seinen Karriere-Verdienst. Barthel ist chancenlos.

London - Das Wimbledon-Märchen des Frankfurter Rasen-Frischlings Tim Pütz findet keine Fortsetzung.

Trotz bester Chancen scheiterte der Qualifikant, der vor seiner Siegesserie im Londoner Südwesten erst ein Match auf Rasen absolviert hatte, in Runde zwei am Italiener Fabio Fognini.

Da auch Benjamin Becker und Mona Barthel ihre Matches verloren, schaffte am Mittwoch kein deutscher Tennisprofi den Sprung in die dritte Runde. (DATENCENTER: Wimbledon Herren)

Pütz vergibt Satzbälle

Pütz, der erstmals im Hauptfeld eines Grand Slams stand, unterlag dem Weltranglisten-15. Fognini 6:2, 4:6, 6:7 (6:8) und 3:6.

Dabei hatte der 26-Jährige, selbst nur die Nummer 251 im Ranking, im Tiebreak des dritten Durchgangs bereits mit 4:0 geführt und beim Stand von 6:4 sogar zwei Satzbälle.

In diesem entscheidenden Moment, in dem das Match sich entschied, auf welche Seite es kippen sollte, machte sich jedoch Pütz' fehlende Erfahrung bemerkbar.

"Wie ein Stich ins Herz"

"Das war wie ein Stich ins Herz", sagte der Jungprofi enttäuscht: "Es war sehr demoralisierend."

Zu viele Vorwürfe machte sich Pütz jedoch nicht: "Vielleicht musste ich einfach Lehrgeld zahlen, ich war noch nie in einer solchen Situation, er schon 100 Mal."

Siegeszug auf dem "Acker"

Drei Runden hatte Pütz in der Qualifikation auf dem "Acker" von Roehampton gewonnen, zum Auftakt im All England Club setzte er seinen Lauf mit einem Sieg gegen den Russen Teimuras Gabaschwili fort.

"Irgendwie nicht real", fand Pütz seinen Siegeszug, vor allem, weil er erst beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen den Rasen als Untergrund für ein Tennisspiel kennengelernt hatte.

Karriere-Verdienst fast verdoppelt

Trösten darf sich Pütz nun mit fast 54.000 Euro Preisgeld, was beinahe so viel ist, wie er in seiner gesamten Karriere verdient hat (60.000).

Und mit der Erkenntnis, dass seine Entscheidung für die Profikarriere die richtige war.

Bis 2012 hatte Pütz noch in den USA Volkswirtschaft studiert und sich nur für das Leben auf der Tour entschieden, weil die Universität Frankfurt ihn vorerst nicht zum Master zulassen wollte.

Becker verpasst dritte Runde

Einen ähnlichen Weg war auch Benjamin Becker vor Jahren gegangen, auch der heute 33-Jährige aus Orscholz hatte in den USA studiert und sich lange Zeit vor dem Schritt auf die Profitour geziert.

Die Erfolge stellten sich dennoch ein, zuletzt mit dem Finaleinzug beim ATP-Turnier im niederländischen 's-Hertogenbosch.

Auch gegen den an Position 21 gesetzten Ukrainer Alexander Dolgopolow hatte Becker Chancen, verpasste jedoch nach dem 7:6 (7: 4), 6:7 (0:7), 3:6, 4:6 seinen ersten Einzug in Runde drei von Wimbledon.

Barthel chancenlos

Mona Barthel war dagegen chancenlos und verlor gegen die Tschechin Petra Kvitova, Siegerin an der Church Road vor drei Jahren, mit 2:6, 0:6.

Nur noch fünf deutsche Tennisprofis haben damit die Möglichkeit, in die dritte Runde einzuziehen. Am Donnerstag spielen die vier gesetzten Angelique Kerber (Nr. 9), Sabine Lisicki (Nr. 19), Andrea Petkovic (Nr. 20) und Philipp Kohlschreiber (Nr. 22) sowie der Hamburger Julian Reister ihre Zweitrundenmatches.

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