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Die 1. Woche in Wimbledon zum DURCHKLICKEN © getty

Alle drei Deutschen müssen lange auf ihren Einsatz warten. Am Ende läuft es bei allen sehr unterschiedlich. Serena Williams fliegt raus.

London - Nach einer quälend langen Hängepartie im verregneten Wimbledon hätten die Gemütslagen der deutschen Fed-Cup-Frauen kaum unterschiedlicher sein können.

Während die Weltranglistensiebte Angelique Kerber über das ganze Gesicht strahlte, verließ Andrea Petkovic gefrustet den Platz.

Wieder einmal hatte die Darmstädterin die zweite Woche beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt verpasst, befand sich damit allerdings in bester Gesellschaft.

Auch Top-Favoritin Serena Williams verlor völlig überraschend.

Während die 17-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA nach ihrer Niederlage einsilbig blieb und zugab, nicht zu wissen, "was heute passiert ist", hatte sich Petkovic schnell wieder gefangen.

"Meine Enttäuschung ist nicht sehr groß, denn Rasen ist nicht mein Spezialbelag", sagte die Weltranglisten-20.: "Ich habe versucht, was ich konnte, sie hat aber aggressiver gespielt."

Cornet wirft Williams raus

Petkovic unterlag der 20 Jahre alten Kanadierin Eugenie Bouchard 3:6, 4:6 und scheiterte vor dem Achtelfinale, das sie so sehr herbeigesehnt hatte.

Bouchard trifft nun auf die Französin Alize Cornet, die Williams mit 1:6, 6:3, 6:4 einen großen Dämpfer verpasste.

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Unter den besten 16 steht dagegen die Kielerin Kerber, die nach der viereinhalbstündigen Regenpause Anlaufzeit brauchte, um die Belgierin Kirsten Flipkens mit 3:6, 6:3, 6:2 in die Knie zu zwingen.

"Ich bin erleichtert, dass Match noch gewonnen zu haben", sagte Kerber, die das ewige Warten auf den Spielbeginn für die Startschwierigkeiten verantwortlich machte: "Es war nicht ganz einfach. Man weiß nie, wann es aufhört zu regnen, wann man essen oder sich warmmachen kann."

Lisicki muss nachsitzen

Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki hat die Chance, bei ihrem Lieblingsturnier Kerber in die Runde der besten 16 zu folgen.

Das Match der 24 Jahre alte Berlinerin gegen die ehemalige Weltranglistenerste Ana Ivanovic (Serbien) wurde beim Stand von 6: 4, 1:1 wegen Dunkelheit unterbrochen und wird nach dem traditionell spielfreien Sonntag erst am Montag fortgesetzt.

Die Berlinerin musste lange auf ihren Auftritt auf Court No. 1 warten. Langweilig wurde ihr aber nicht, wie sie auf Twitter verriert.

[tweet url="//twitter.com/Wimbledon"]

Den ersten Satz sicherte sich Lisicki nach starker Vorstellung mit 6:4. Zu Beginn des zweiten Durchgangs fing Ivanovic das Diskutieren an und zögerte den Beginn damit hinaus.

Die Deutsche und die Serbin sicherten sich im Anschluss jeweils ein Spiel, ehe der Schiedsrichter die Partie abbrach.

Lisicki ist damit nach dem spielfreien Sonntag wieder gefordert.

Nadal, Federer und Scharapowa ohne Blöße

Trocken und ohne größere Schwierigkeiten zogen derweil die Favoriten auf dem überdachten Center Court in die zweite Woche ein.

Die French-Open-Sieger Maria Scharapowa (Russland), die nun auf Kerber wartet, und Rafael Nadal (Spanien) sowie der Schweizer Rekordchampion Roger Federer gaben sich keine Blöße.

Rittner switcht zu Kerber

Als hätte es Bundestrainerin Barbara Rittner geahnt: Im zweiten Satz verließ sie den Court 3, wo Petkovic sich gegen die stark aufspielende Bouchard - Halbfinalistin in Melbourne und Paris - nach Kräften wehrte.

Rittner eilte hinüber auf Court 16 und sah, wie Kerber mit Kampfgeist und Geschick das Match gegen Flipkens drehte. Die Weltranglisten-26. hatte im vergangenen Jahr das Halbfinale in Wimbledon erreicht und gilt als ausgesprochene Rasenexpertin.

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Boris Becker tippt auf Kerber

Letztlich bewahrheitete sich jedoch die Prognose des dreimaligen Wimbledonchampions Boris Becker, der vor der dritten Runde Kerber die besten Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale eingeräumt hatte.

Kerber liegt das Spiel auf dem schnellen Geläuf, 2012 erreichte sie im All England Club ebenfalls das Halbfinale.

Ganz anders als Petkovic, die sich "in diesem Jahr nicht so schlecht auf Rasen" wie sonst gefühlt hatte, allerdings dennoch scheiterte.

Gegen Bouchard hatte die 26-Jährige zuvor alle drei Duelle gewonnen, zuletzt auf dem Weg zum Turniersieg in Charleston auf Sand.

Nr. 1 und Nr. 2 raus

Die Überraschung des Tages war allerdings die erneute Pleite der Amerikanerin Serena Williams.

Die 32-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr gegen die spätere Finalistin Lisicki im Achtelfinale verloren. Nun wartet die Weltranglistenerste bereits seit den US Open 2013 auf einen Erfolg bei einem der vier Grand Slams.

Am Vortag war auch die Nummer zwei im Ranking, die Chinesin Li Na, ausgeschieden (DATENCENTER: Wimbledon Damen).

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