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Sabine Lisicki stand 2013 im Wimbledon-Finale
Sabine Lisicki scheitert wie 2009 und 2012 im Viertelfinale von Wimbledon. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder aus Wimbledon © Getty Images

Ohrfeigen statt Halbfinale: Sabine Lisicki und Angelique Kerber sind in Wimbledon überfordert gegen die neue Generation.

London - Die Hoffnungen auf ein weiteres deutsches Sommermärchen im Tennis-Königreich Wimbledon (täglich im LIVE-TICKER) enden im Viertelfinale: Beinahe zeitgleich scheiterten Sabine Lisicki und Angelique Kerber in der Runde der besten Acht.

Lisicki bekam beim 4:6, 0:6 von der Weltranglistendritten Simona Halep ihre Grenzen aufgezeigt. Kerber zahlte beim 3:6, 4:6 gegen Eugenie Bouchard den Tribut für ihr kräftezehrendes Achtelfinale gegen Maria Scharapowa. (DATENCENTER: Wimbledon Damen)

Damit platzte auch der Traum vom ersten deutschen Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier seit 21 Jahren. Zuletzt hatten sich Steffi Graf und Anke Huber 1993 in der Runde der letzten Vier bei den French Open in Paris gegenübergestanden.

Bouchard und Halep treffen am Donnerstag aufeinander. Das zweite Halbfinale bestreiten die Tschechinnen Petra Kvitova und Lucie Safarova.

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Lisicki verließ den Centre Court mit gesenktem Kopf, das Lächeln, das sie anderthalb Wochen im All England Club begleitet hatte, war aus ihrem Gesicht verschwunden.

Lisicki verliert elf Spiele in Serie

4:1 hatte die Vorjahresfinalistin in ihrem fünften Wimbledon-Viertelfinale geführt, danach jedoch eine Lehrstunde erhalten. Elf Spiele in Serie gab die 24-Jährige ab, war beinahe chancenlos.

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Dabei war von ihren Schulterproblemen, die sie tags zuvor gegen Jaroslawa Schwedowa kurzzeitig geplagt hatten, nichts mehr zu spüren gewesen.

Nur noch ein weißer Tapeverband erinnerte an die Behandlungspause und die 20 Doppelfehler aus dem Achtelfinale. Diesmal ließ Lisicki ihr bester Schlag nicht im Stich - dennoch verlor sie gegen eine deutlich bessere Gegnerin.

Extreme Steigerung bei Halep

Halep jubelte ausgelassen über ihren ersten Einzug unter die besten Vier in Wilbledon. "Ich hatte einen schlechten Start, dann habe ich aber mein bestes Tennis gespielt", sagte sie nach der 57-minütigen Demonstration ihrer Stärke.

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Die 22-Jährige hatte bereits in Melbourne das Halbfinale sowie in Paris das Endspiel erreicht und gilt nun als Top-Favoritin auf ihren ersten Major-Triumph.

Schon in Paris gegen Bouchard verloren

Etwa 120 Meter Luftlinie weiter auf Court 1 wehrte sich Kerber gegen die erst 20 Jahre alte Bouchard nach Kräften. Die Weltranglistensiebte hatte noch etwas gutzumachen, nachdem sie im Achtelfinale in Paris von Bouchard 1:6, 2:6 gedemütigt worden war.

Diesmal hielt Kerber länger dagegen, allerdings steckte ihr der 2:37-stündige Marathon gegen Scharapowa offensichtlich noch in den Knochen.

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Kerber sauer auf sich selbst

"Was ist das? Was ist das?", haderte Kerber im zweiten Satz mit sich und ihrem Spiel.

Von Beginn an war die 26 Jahre alte Linkshänderin, die erstmals seit Wimbledon 2012 wieder das Achtelfinale eines Grand Slams überstanden hatte, im Hintertreffen. Nur beim 1:0 im zweiten Durchgang lag Kerber in Führung.

Dem Druck, den Bouchard entwickelte, hielt sie nicht stand. Schon Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic hatte in Runde drei gegen Bouchard, die Wimbledon vor zwei Jahren als Juniorin im Einzel und Doppel gewonnen hatte, nichts entgegenzusetzen gehabt.

Petkovic lobte nach ihrer Niederlage die Aggressivität der kommenden Top-10-Spielerin: "Genie spielt die ersten beiden Bälle sehr gut und geht weit ins Feld rein. Wenn man die überlebt, dann geht es ein wenig besser."

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