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Becker-Schützling Novak Djokovic holt sich gegen Roger Federer den Titel in Wimbledon und Platz 1 in der Weltrangliste zurück.

London - Nach einem denkwürdigen Finale im Londoner All England Club hatte Novak Djokovic kaum mehr Kraft zum Jubeln. Erst eine Kostprobe vom Heiligen Rasen baute ihn wieder auf.

Djokovic kletterte zu seinem Team auf die Tribüne, wo er auch seinem Trainer Boris Becker um den Hals fiel. In dessen "Wohnzimmer" gewann Djokovic gegen Rekordchampion Roger Federer zum zweiten Mal nach 2011 das bedeutendste Tennisturnier der Welt. (DATENCENTER: Wimbledon Herren)

Nach 3:56 Stunden verwandelte Djokovic seinen zweiten Matchball zum 6:7 (7:9), 6:4, 7:6 (7:4), 5:7 und 6:4 gegen den Federer.

Zurück auf Platz 1

Der 27 Jahre alte Serbe, der seine letzten drei Majorfinals verloren hatte, eroberte mit dem Erfolg auch die Spitze der Weltrangliste zurück. Das war das erklärte Ziel gewesen, als Djokovic Ende des vergangenen Jahres überraschend Becker als seinen neuen Coach präsentiert hatte.

Der 32 Jahre alte Federer verpasste dagegen den historischen achten Titel beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt denkbar knapp.

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Federer muss sich die Bestmarke in den Geschichtsbüchern des All England Club weiter mit dem Amerikaner Pete Sampras und dem Briten William Renshaw teilen. Erst zum zweiten Mal nach 2008 - damals gegen den Spanier Rafael Nadal - verlor Federer ein Wimbledon-Endspiel.

Wiedersehen mit Kvitova

Beim traditionellen Championsdinner am Sonntagabend trifft Djokovic wie vor drei Jahren auf Petra Kvitova. Die Tschechin hatte tags zuvor ihren zweiten Titel nach 2011 in einem einseitigen Finale gewonnen. Kvitova ließ Jungstar Eugenie Bouchard beim 6:3, 6:0 in nur 55 Minuten keine Chance.

"Der Sieg bedeutet mir alles", sagte sie: "Ich meine, das hier ist Wimbledon."

Die Superstars der britischen Monarchie, Prinz William und seine Ehefrau Kate, waren gekommen, um die Superstars des Tennis auf der Höhe ihrer Schaffenskraft zu erleben. Djokovic und Federer enttäuschten die Royals nicht.

Dramatik und Spannung

Vom ersten Ballwechsel an boten die langjährigen Rivalen in ihrem 35. Duell den 15.000 Zuschauern Ausnahme-Tennis. Nicht durchgehend von einem anderen Stern, dafür stets dramatisch und hochspannend.

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Der dreimalige Wimbledonchampion Boris Becker, der bereits nach Djokovics Halbfinal-Krimi gegen Grigor Dimitrow zugegeben hatte, während des Matches in der Spielerbox ein "nervliches Wrack" gewesen zu sein, verfolgte sichtlich angespannt das Geschehen. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Dabei hätte ihn Djokovic frühzeitig erlösen können: Beim Stand von 5:3 im vierten Durchgang schlug er zum Matchgewinn auf, beim Stand von 5:4 hatte er sogar seinen ersten Matchball.

Federer kämpft lange um den Grand Slam

Bereits in den Sätzen zuvor war Djokovic der aggressivere Spieler gewesen, im ersten Durchgang vergab er allerdings im Tiebreak zwei Satzbälle.

Federer nutzte die Möglichkeit im Stile des großen Champions, der er ohne Zweifel noch immer ist.

Djokovic steigerte sich nun ein weiteres Mal, er steigerte sich auch im Vergleich zu den Runden zuvor, in denen der 27-Jährige nur selten überzeugt hatte. Doch Federer kämpfte verbissen um seinen 18. Grand-Slam-Titel.

Zum letzten Mal hatte der Maestro 2012 in Wimbledon eines der vier Majors für sich entschieden, diese, vielleicht eine seiner letzten Chancen, wollte er sich nicht entgehen lassen. Erst nach fast vier Stunden fiel die Entscheidung, als Djokovic seinen zweiten Matchball verwandelte.

Becker sieht Djokovic noch nicht am Limit

Mit seinem insgesamt siebten Grand-Slam-Titel überholte Djokovic seinen Trainer Becker und löste Nadal erstmals seit September 2013 wieder an der Spitze der Weltrangliste ab.

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Während Federer in Wimbledon eine große Chance auf seinen 18. Majortitel vergab, traut Becker seinem Spieler in Zukunft weitere große Siege zu.

"Er ist im besten Tennisalter. Novak kann noch ein paar Jahre auf diesem Niveau spielen", sagte Becker.

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