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Björn Phau hat seine Profikarriere im Jahr 1999 begonnen © getty

Der Qualifikant hat bei den US Open eine Sensation gegen Spanier verpasst. Auch Berrer scheidet aus. Zwei Deutsche sind weiter.

New York - Im Duell David gegen Goliath hat Qualifikant Björn Phau bei den US Open in New York (17 Uhr LIVESCORES) eine Sensation verpasst, aber Olympiasieger Rafael Nadal lange Paroli geboten.

Der Düsseldorfer Phau verlor trotz starker Leistung in der ersten Runde gegen den Weltranglistenersten aus Spanien mit 6:7 (4:7), 3:6, 6:7 (4:7).

Im 22.600 Zuschauer fassenden Arthur-Ashe-Stadium war Phau dem müde wirkenden Nadal lange Zeit ebenbürtig und musste erst nach 1:06 Stunden den Auftaktsatz abgeben.

Nächste Hürde Ferrer

Qualifikant Andreas Beck (Ravensburg) indes erreichte bei seiner ersten Teilnahme am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres durch ein 7:6 (7:5), 6:4, 7:6 (7:3) gegen Lokalmatador John Isner (USA) die nächste Runde.

Dort wartet mit dem Duell gegen den an vier gesetzten Spanier David Ferrer allerdings eine Herkulesaufgabe auf den Weltranglisten-122. Beck.

Ohne Mühe ist auch Philipp Kohlschreiber in die zweite Runde eingezogen. Der 24-Jährige bezwang Luis Horna 6:2, 6:3, 6:2.

Aus für Berrer

Als erster der zwölf gestarteten Deutschen - neun Männer und drei Frauen - war zuvor bereits der Stuttgarter Michael Berrer mit 4:6, 2:6, 2:6 an Jose Acasuso (Argentinien) gescheitert.

Der Stuttgarter ging nach dem Rückschlag mit sich und der schwülwarmen Witterung hart ins Gericht.

"Ich habe mich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Bedingungen waren aber auch extrem. Aus meinen Schuhen ist das Wasser nur so herausgelaufen", meinte der 28-Jährige, dessen schwache Leistung ihn nun wohl aus den Top 100 fallen lässt.

Ebenfalls raus ist Denis Gremelmayr, der gegen Steve Darcis mit 1:6, 7:6, 6:7 und 4:6 verloren hat.

"Eine Frechheit"

Starke Worte fand Michael Berrer dafür hinterher für den Tennis-Weltverband ITF, mit dem er wegen des Streits um die Olympia-Nominierung Rainer Schüttlers über Kreuz liegt.

Berrer hatte sich in seiner Sache in einem offenen Brief an ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti gewandt. Dort hatte er dem Italiener unter anderem fehlenden Respekt vor den Profis vorgeworfen.

"Die Antwort war eine Frechheit. Das waren die Worte eines Politikers, sonst nichts", schimpfte Berrer.

Auch vom DOSB und dem Deutschen Tennis-Bund sah sich Berrer bei seinem Wunsch, in Peking zu starten, nicht genügend unterstützt. "Dort sind Pfeifen am Werk. Von deren Seite hätte man aggressiver in die Verhandlungen gehen müssen", meinte der 28-Jährige.

Frust über unklare Kriterien

Als Mitglied des Spielerrates der Profiorganisation ATP will Berrer dafür eintreten, dass in Zukunft keine Weltranglisten-Punkte mehr bei Olympischen Spielen vergeben werden. "Das Feedback darauf ist positiv", sagte der Schwabe.

Berrer hatte mit seinem Brief auf die Stellungnahme der ITF nach der Nominierungsentscheidung zu Gunsten von Rainer Schüttler durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS reagiert.

Die ITF hatte unter anderem Schüttler Unsportlichkeit vorgeworfen, weil er mit seiner Klage seinen Olympiastart zu Lasten seiner Landsleute Berrer und Denis Gremelmayr durchsetzen wolle - was Berrer zu weit ging.

Schüttler wiederum hatte der ITF angekreidet, es zum dritten Mal in Folge nach Sydney 2000 und Athen 2004 nicht geschafft zu haben, klare Regeln hinsichtlich der Olympia-Qualifikation aufzustellen.

Schüttler darf sich schonen

Erst am Dienstag greift die beiden Olympia-Teilnehmer Schüttler und Nicolas Kiefer ins Geschehen ein. Beide waren bereits vor einer Woche direkt aus Peking in den Big Apple gereist und haben nicht nur positive Andenken aus China mitgebracht.

Wimbledon-Halbfinalist Schüttler musste wegen einer hartnäckigen Erkältung mit starker Heiserkeit sogar zwei Tage das Bett hüten, trainiert allerdings seit Samstag wieder.

Dem Wunsch des 32-Jährigen, erst am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen Florent Serra aus Frankreich bestreiten zu müssen, entsprach die Turnierleitung.

"Darüber bin ich froh. Wie fit ich wirklich bin, wird sich allerdings erst zeigen. Aber ich habe wieder Spaß am Tennis und bin zuversichtlich", meinte Schüttler, der 2003 in New York immerhin das Achtelfinale erreicht hatte.

Auch Kiefer nicht bei 100 Prozent

Auch Kiefer ist nicht hundertprozentig fit und plagt sich mit Hüft- und Knöchelproblemen. "Wegen des vollen Terminkalenders blieb keine Zeit, um Verletzungen auszukurieren. Aber ich mag die US Open, dort stehen die Zuschauer enorm hinter einem", berichtete er vor seinem Auftaktspiel gegen den Tschechen Ivo Minar.

Hochmotiviert ist auch die als Qualifikantin ins Hauptfeld gerutschte Anna-Lena Grönefeld. Nach einer physischen und psychischen Krise gewann sie in den vergangenen Monaten fünf ITF-Turniere und steht erstmals seit Wimbledon 2007 wieder im 128er-Feld eines Grand-Slam-Turniers.

"Sie ist auf dem richtigen Weg und wieder heiß aufs Spielen", betonte Grönefeld-Coach Dirk Dier. Die 23-Jährige trifft am Dienstag auf die an elf gesetzte Slowakin Daniela Hantuchova.

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