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2005 und 2006 zog Björn Phau bei den Australian Open in die zweite Runde ein © getty

Nach dem Spiel der vergebenen Chancen gegen Nadal ist Björn Phau bei den US Open raus mit Applaus. Lob kommt von Boris Becker.

New York - Ein Lob von Primus Rafael Nadal, stehend dargebrachte Ovationen der Fans im größten Tennisstadion der Welt - doch am Ende eines denkwürdigen Auftritts bei den US Open (17 Uhr LIVESCORES) trauerte Björn Phau seinen vergebenen Chancen nach.

"Ein bisschen traurig ist es schon. Ich habe die entscheidenden Punkte einfach nicht gemacht. Die Möglichkeiten waren da", meinte der 28-jährige Phau nach der knappen 6:7 (4:7), 3:6, 6:7 (4:7)-Erstrundenniederlage beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres gegen Olympiasieger Nadal.

Ausgerechnet in Nadals erstem Spiel als offizieller Nummer eins der Tenniswelt war dem Spanier der frech aufspielende Qualifikant aus Düsseldorf fast ebenbürtig.

In die Herzen der Zuschauer gehechtet

Ein Umstand, der Phau Stunden nach dem Match in Flushing Meadows dann doch noch ein wenig stolz dreinblicken ließ.

"Ich habe gesehen, dass ich mit den Besten mithalten kann. Dieses Spiel wird bei mir im Rückblick immer ganz oben rangieren. So etwas bleibt in Erinnerung", schwärmte der Weltranglisten-136. mit leuchtenden Augen.

Mit spektakulären Punktgewinnen und einem Hechtsprung hatte sich Phau in die Herzen der Fans im 23.700 Zuschauer fassenden Arthur-Ashe-Stadiums gekämpft.

Auch Boris Becker angetan

Und auch "Goliath" Nadal ließ es sich nicht nehmen, den Hut vor "David" Phau zu ziehen. "Er hat sehr stark gespielt. Es war nicht einfach gegen ihn", gab der amtierende Wimbledon- und French-Open-Sieger zu.

Phaus ehemaliger Förderer Boris Becker hatte auf der Tribüne ebenfalls seine Freude: "Björn hat es Nadal schwer gemacht. Es war schön, das zu sehen", lobte Becker seinen Landsmann.

Für Phau dauerte der Traum vom ganz großen Wurf immerhin zwei Stunden und 59 Minuten. Danach hatte das frühere Mitglied des einstigen Mercedes-Junior-Teams von Becker der graue Alltag schnell wieder:

Noch nie in Runde drei

Düsseldorf und Ukraine statt weitere Auftritte auf der großen New Yorker Bühne - Challenger-Turniere statt ATP-Tour.

Doch klagen mochte der in Juniorenjahren hoch gehandelte Phau, Mitte 2006 schon einmal die Nummer 59 der Welt, nicht. "Ich muss mich eben wieder hocharbeiten. Ich hoffe, dass ich am Jahresende wieder in den Top 100 bin", sagte der Sohn einer Deutschen und eines Indonesiers.

Bislang ist er bei den Grand Slams noch nie über die zweite Runde hinausgekommen.

Beck vor seiner großen Chance

Während sich Phau mental schon wieder auf den Acht-Stunden-Rückflug nach Deutschland vorbereitete, dachte der zweite Qualifikant Andreas Beck bereits an seine große Chance im Big Apple.

Nach dem 7:6 (7:5), 6:4, 7:6 (7:3) gegen John Isner (USA) wartet auf den Ravensburger in der zweiten Runde der an Nummer vier gesetzte David Ferrer (Spanien).

"Gegen Bessere spiele ich immer gerne, da kann ich locker reingehen. Ich habe mehr Probleme mit Spielern, die in der Rangliste hinter mir stehen", erklärte US-Open-Debütant Beck, der wegen eines 2004 erlittenen Bandscheibenschadens stets mit einem Nierengurt antritt.

Kohlschreiber gibt Entwarnung

Gesundheitliche Entwarnung gab indes Daviscupspieler Philipp Kohlschreiber. Nach seiner Olympia-Absage wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel hatte der Augsburger beim souveränen 6:2, 6:3, 6:2 gegen Luis Horna aus Peru kaum Mühe.

"Ich bin schmerzfrei und habe hier hohe Erwartungen. Allerdings war ich schon traurig, dass ich in Peking nicht spielen konnte", bekannte Kohlschreiber, auf den in der zweiten Runde der Serbe Viktor Troicki wartet.

Denis Gremelmayr (Lampertheim) unterlag indes nach einer Berg- und Talfahrt dem Belgier Steve Darcis 1:6, 7:6 (8:6), 6:7 (4:7), 4:6.

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