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Tommy Haas schied zuletzt 1996 in der ersten Runde aus © getty

Nur einer hält die deutschen Fahnen hoch und behält die Nerven. Dafür muss Schüttler aufgeben, obwohl er gut angefangen hatte.

New York - In einem Marathon-Match hat Tommy Haas zum Auftakt den an Nummer zwölf gesetzten Franzosen Richard Gasquet mit 6:7 (3:7), 6:4, 5:7, 7:5, 6:2 bezwungen.

Der 30-Jährige vermied bei den mit 20,6 Millionen Dollar dotierten US Open sein erstes Erstrundenaus in New York seit 1996.

In den vergangenen beiden Jahren hatte der Daviscupspieler jeweils das Viertelfinale erreicht.

Haas ließ sich gegen Gasquet auch von jeweiligen Satzrückständen nicht entnerven und verwertete seinen zweiten Matchball.

Kurzes Debüt für Zverev

Lehrgeld zahlte hingegen Mischa Zverev. Der 21 Jährige hatte beim 6:7 (4:7), 2:6, 1:6 gegen den an Nummer 15 gesetzten Tommy Robredo (Spanien) nur im ersten Satz eine Chance.

Für den Hamburger war es die erste Teilnahme am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Schüttler muss aufgeben

Für Rainer Schüttler folgte in Flushing Meadows nach der Verwirklichung seines Olympia-Traums und einer Reise um die halbe Welt der Alptraum.

Der Tennisprofi aus Korbach hat den Belastungen der letzten Wochen Tribut gezollt und musste sein Erstrundenmatch gegen Florent Serra (Frankreich) wegen einer fiebrigen Erkältung entkräftet aufgeben.

"Ich hatte keine Energie, die Stirnhöhle war komplett zu. Das ist enttäuschend, aber unter den Bedingungen war nicht mehr drin", sagte Schüttler, der im ersten Durchgang vier Satzbälle vergeben hatte.

Beim Stand von 6:7 (8:10), 0:6, 0:2 trottete der Wimbledon-Halbfinalist dann nur noch entkräftet zum Netz und erklärte den Trip zum Big Apple vorzeitig für beendet.

Schon in den vergangenen Jahren hatte sich Schüttler in New York nie wohl gefühlt. "Das wird nicht mehr mein Lieblingsturnier. Irgend etwas habe ich hier immer."

"Rainer war zu schwach"

Für seinen Trainer Dirk Hordorff hatte sich der bittere Abschluss des Auftaktspiels abgezeichnet.

"Es ging einfach nicht mehr, Rainer war zu schwach. Er hatte wohlweißlich kein Antibiotika genommen. Sonst hätte er ja gar nicht spielen können", meinte Hordorff: "Nach dem verlorenen ersten Satz war mir klar, dass die Kräfte nicht mehr reichen würden."

Wegen einer Erkältung samt Heiserkeit hatte Schüttler nach seiner Ankunft von den Olympischen Spielen in Peking in der vergangenen Woche bereits mehrere Tage in seinem New Yorker Hotelbett verbringen müssen. Beim Training zuletzt fühlte sich der 32 Jahre alte Hesse ("Die Reiserei war schon anstrengend") allerdings schon wieder einigermaßen fit.

Starker Beginn

Zunächst war bei Schüttlers Auftakt gegen den in der Weltrangliste 33 Plätze niedriger platzierten Serra auch nichts von einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu spüren. Souverän ging er sicher von der Grundlinie agierend mit 5:2 in Führung. .

Trotz eines Bruchs im Spiel erkämpfte sich Schüttler im Tiebreak insgesamt vier Satzbälle, vergab diese aber kläglich und wirkte danach völlig emotionslos. Ob er am Mittwoch sein Doppel mit Jürgen Melzer (Österreich) spielen kann, steht noch nicht fest.

"Jetzt gehe ich erst einmal zum Arzt", sagte Schüttler, der nach den US Open eine mehrwöchige Turnierpause einlegen will.

Kohlschreiber und Beck weiter

Bereits in den letzten beiden Jahren war Schüttler, der durch die Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon nach Jahren voller Rückschläge seine "Wiederauferstehung" gefeiert hatte, in der ersten Runde gescheitert. Sein bestes Abschneiden in New York war vor fünf Jahren der Einzug ins Achtelfinale.

Am Dienstag absolvierten nach Schüttler noch insgesamt sechs deutsche Profis ihre Erstrundenmatches. Am Mittwoch spielen der Weltranglisten-26. Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Qualifikant Andreas Beck (Ravensburg) bereits um den Einzug in die dritte Runde.

Kohlschreiber mit "hohen Erwartungen"

Der von einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel genesene Kohlschreiber trifft dabei auf den Serben Viktor Troicki, gegen den er bislang noch nie gespielt hat. "Er ist einer, der aggressiv nach vorne spielt. Aber ich habe hier hohe Erwartungen", betonte Kohlschreiber. Der 24-Jährige ist in New York bislang nie über die dritte Runde hinausgekommen.

Eine wesentlich größere Herausforderung wartet auf den US-Open-Debütanten Beck. Der 22-Jährige bekommt es mit dem an Nummer vier gesetzten Spanier David Ferrer zu tun. "Da kann ich locker reingehen. Ich habe eher Probleme mit Spielern, die in der Rangliste hinter mir stehen", erklärte Beck.

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