Titelverteidiger Roger Federer ist sensationell in Runde zwei von Wimbledon gescheitert. Der siebenmalige Champion unterlag dem Ukrainer Sergej Stachowsky 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 5:7, 6:7 (5:7).

Damit endete auch Federers Rekordserie bei den vier weltweit größten Tennis-Turnieren. Seit Roland Garros 2004 hatte der Schweizer nicht mehr vor dem Viertelfinale verloren - damals schlug ihn der Brasilianer Gustavo Kuerten. 36 Mal in Folge stand er unter den besten Acht.

Wer gedacht hatte, das Aus des French-Open-Champion Rafael Nadal (Spanien) am ersten Turniertag sei die größte Sensation gewesen, sah sich in den Abendstunden auf dem Centre Court heftig getäuscht.

Niemand hatte mit Federers Pleite gerechnet, vor allem nicht nach dessen Sieg beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen, seinem ersten Turniersieg seit zehn Monaten.

Doch Stachowsky, der in seiner Karriere erst elf Grand-Slam-Matches gewonnen hatte, belehrte die Zuschauer eines Besseren.

"Ich kann es noch gar nicht glauben, ich bin einfach nur glücklich", sagte der 27-Jährige: "Wenn man gegen Roger in Wimbledon antritt, spielt man gegen zwei Personen. Gegen Roger selbst und sein Ego, seine Ausstrahlung, die da draußen auf dem Platz ist."

Mit klassischem Aufschlag-Volley-Tennis, das viele Experten schon ins Reich der Geschichte verbannen wollten, setzte er Federer unter Druck. Der Maestro reagierte ungehalten: Immer häufiger wählte er den Weg durch den Körper seines Gegners, es hatte den Anschein, als versuche er Stachowsky am Netz abzuschießen.

Federer kam noch einmal zurück, glich im vierten Durchgang mit seinem ersten Break im gesamten Spiel den frühen Rückstand aus, und hatte sogar einen Satzball. Doch der 27 Jahre alte Außenseiter ließ zu keinem Zeitpunkt nach und verwandelte im Tiebreak seinen zweiten Matchball.

"Kein Zweifel, das ist eine heftige Niederlage. Es ist immer enttäuschend so früh zu verlieren, besonders hier", sagte Federer nach dem Match gefasst: "Er hat richtig gut gespielt und ich habe die Big-Points vergeben und einige Chancen verpasst. Ich bin sehr frustriert, dass ich kein Mittel gegen sein Spiel gefunden habe."

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