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Sabine Lisicki gab 2006 ihr Profi-Debüt auf der WTA-Tour © imago

Sabine Lisicki gönnt sich nach dem Aus in Stuttgart ein Päuschen, bevor es weiter nach oben gehen soll. Jankovic lobt ihre Power.

Stuttgart - Als das Heimspiel für sie beendet war, packte Sabine Lisicki völlig erschöpft ihren Koffer.

Die neue deutsche Tennis-Hoffnung wollte nach dem Achtelfinal-Aus in Stuttgart nur schnell weg und ein paar freie Tage in ihrer Wahlheimat Berlin verbringen.

Nach zweieinhalb traumhaften Wochen will sie jetzt einfach nur mal kurz verschnaufen.

"Am Ende war ich einen Tick zu müde. Aber ich denke, ich bin nicht mehr weit von den Topspielerinnen entfernt. Ich habe gezeigt, was ich leisten kann", sagte die 19-jährige nach dem 5:7, 7:5, 3:6 gegen die Weltranglisten-Vierte und Vorjahressiegerin Jelena Jankovic aus Serbien (Lisickis Siegeszug beendet).

Lob von Jankovic

Dabei stand die deutsche Nummer eins im überdachten "Sandkasten" von Stuttgart dicht davor, binnen knapp drei Wochen die insgesamt sechste Spielerin aus den Top 20 zu besiegen.

"Sabine hat mir alles abverlangt. Es gibt auf der Tour nicht viele, die den Ball so hart schlagen", lobte Jankovic nach 133 intensiven Minuten das Power-Tennis der Weltranglisten-42.

Nach ihrem Turniersieg in Charleston/USA, dem Aufstieg mit der Fed-Cup-Mannschaft in die Weltgruppe I und den Tagen von Stuttgart geht es für Sabine Lisicki schon ab Montag wieder weiter: Dann schlägt sie beim Turnier in Estoril/Portugal auf.

Rittner warnt vor zu großer Erwartungshaltung

Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner warnte aber bereits vor einer allzu großen Erwartungshaltung. "Man muss Geduld mit Sabine haben und darf nicht davon ausgehen, dass sie jetzt bei jedem Turnier Halbfinale oder Finale spielt", sagte Rittner.

Ihre Unbekümmertheit ist Lisicki aber auch nach den "besten Wochen" ihres Lebens nicht abhanden gekommen. "Ich verspüre nach meinen letzten Erfolgen keinen Extra-Druck", behauptet die passionierte Klavierspielerin.

Im Gegenteil: "Ich genieße den Rummel und liebe es, auf dem Platz zu stehen. Es macht doch großen Spaß, wenn sich viele Leute interessieren. Das ist gut für das deutsche Tennis", sagt die Berlinerin keck.

Wertvolle Tipps der "lieben" Gräfin?

Selbst die immer wiederkehrenden Vergleiche mit Steffi Graf bringen Lisicki nicht aus der Fassung. Das nerve nicht, sagt sie: "Es ist vielmehr eine Ehre für mich, mit so großen Namen verglichen zu werden. Ich versuche, so nah wie möglich an sie heranzukommen."

Lisicki hat Graf schon persönlich kennengelernt und schwärmt: "Steffi ist eine supernette Person, sehr bodenständig, sehr lieb." Ob ihr Steffi Graf wertvolle Tipps gegeben habe, darüber schweigt sich der Teenie aus und kichert lieber.

In Sachen Power aber kann ihr die "Gräfin" wohl nichts mehr vormachen. Lisicki: "Ich schlage schon härter als Steffi, aber die Zeiten sind auch einfach anders."

Kleine Schritte nach ganz oben

Trotz der hoffnungsvollen Ergebnisse will sich Lisicki, die seit sechs Jahren immer wieder in der legendären Tennis-Akademie von Nick Bollettieri in Florida trainiert, ihren Traum ("Ich möchte die Nummer eins werden.") in kleinen Schritten erfüllen.

"Zunächst will ich unter die besten 30, dann bin ich bei den Turnieren gesetzt. Die Topposition ist ein Langzeitziel, vielleicht klappt es in zwei, drei Jahren", meinte Lisicki.

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