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Zum Ambiente der Anlage von Roland Garros fehlt dann doch noch was © imago

Neben Überraschungssiegerin Swetlana Kusnezowa fühlen sich auch die Organisatoren des Turniers in Stuttgart als Gewinner.

Stuttgart - Überraschungssiegerin Swetlana Kusnezowa stieg freudestrahlend in ihren nagelneuen Porsche Boxter S und drehte mit dem weißen Sportwagen gleich eine erste Ehrenrunde durch die Arena.

Die 23-Jährige belohnte sich mit der rasanten Einlage für ein bärenstarkes russisches Finale in Stuttgart, in dem sie der Weltranglisten-Ersten Dinara Safina beim 6:4, 6:3 in 79 Minuten kaum eine Chance ließ.

Zusätzlich zu dem Flitzer kassierte Kusnezowa, die ihren zehnten Turniersieg und bereits den fünften Endspielerfolg gegen eine Nummer eins feierte, die Prämie von 107.000 Dollar.

"Das war richtig gut. Ich habe mich die Woche über von Match zu Match gesteigert und war gegen Dinara von Beginn an hellwach", erklärte Kusnezowa (Die WTA-Weltrangliste).

Bewährungsprobe bestanden

Neben der Weltranglisten-Neunten durften sich auch die Ausrichter als Sieger fühlen. Der überdachte "Sandkasten" von Stuttgart hat seine Bewährungsprobe als Simulationsstätte für die French Open (24. Mai bis 7. Juni) bestanden.

"Zu 98 Prozent waren wir mit Paris identisch. Es war harte Arbeit und eine Herausforderung, aber wir haben eine hervorragende Lösung gefunden", erklärte Turnierdirektor Markus Günthardt nach der Veranstaltung, die als erstes Weltklasse-Turnier in der Halle auf Sand ausgetragen wurde (Lisicki schnauft durch) .

Körnung a la Paris

Auch die Sportliche Leiterin Anke Huber war durchweg zufrieden. "Von den Spielerinnen haben wir nur positive Feedbacks bekommen. Nur von den Verliererinnen gab es manchmal negative Kommentare", scherzte die frühere Weltklassespielerin Huber.

Sogar der Sand in der Porsche-Arena war eigens aus Paris angekarrt worden, die Körnung (0,1 Millimeter) entsprach exakt jener in Roland Garros.

"Der Platz war nach 24 Stunden hart. Da hättest du mit einem Bagger drüberfahren können, den hättest du nicht kaputt gekriegt", berichtete Günthardt nicht ohne Stolz.

Lob von Safina

Die rote Asche, die auf einem 25 Millimeter dünnen Unterbau aus Ziegelsplitt auflag, musste dank eines aufwändig hergestellten Bindemittels in den Turniertagen nicht bewässert werden und ließ zur Freude der Spielerinnen keine Staubentwicklung zu.

"Es kam den Bedingungen von Paris schon sehr nah und war eine optimale Vorbereitung", lobte Safina, die bisher nur mit dem russischen Fed-Cup-Team in der Halle auf Sand gespielt hatte. Auch Olympiasiegerin Jelena Dementjewa (Russland) zeigte sich überzeugt vom Stuttgarter Konzept: "Ich finde es gut. Man ist wetterunabhängig und spielt trotzdem auf Sand."

Kusnezowa druckvoll und variabel

Im Finale von Stuttgart bestach Kusnezowa mit druckvollem Spiel und variablen Aufschlägen.

Nach 43 Minuten nutzte die US-Open-Siegerin von 2004 ihren ersten Satzball. Im zweiten Durchgang breakte Kusnezowa Safina zum 4:2 und sorgte damit für eine Vorentscheidung, ehe sie wenig später den dritten Matchball nutzte.

Safina hatte die Niederlage aber schnell abgehakt. "Der nächste Schritt für mich ist jetzt der Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier. Der fehlt mir ja noch", meinte Safina, die als insgesamt 19. Spielerin am 20. April die Führung in der Weltrangliste von Serena Williams (USA) übernommen hatte.

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