vergrößernverkleinern
Barbara Rittner war von 1989 bis 2004 als Profi auf der Tour unterwegs © getty

Bei Sport1.de spricht Barbara Rittner über den Erfolg von Anna-Lena Grönefeld und über die Missstände im deutschen Damen-Tennis.

Von Felix Götz

München - Nach dem starken Auftritt von Anna-Lena Grönefeld bei den US Open in New York haben die deutschen Damen wieder ihre Hoffnungsträgerin zurück.

Die 23-Jährige erreichte in Flushing Meadows überraschend das Achtelfinale, in dem sie dann an der russischen Top-Spielerin Dinara Safina scheiterte.

Zuvor durchlebte Grönefeld eine schwierige Zeit. Sie musste wegen Streitigkeiten mit ihrem ehemaligen Trainer Rafael Font de Mora sogar vor Gericht und war psychisch angeschlagen.

Ihre Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner glaubte aber immer an Grönefelds Qualitäten und freut sich jetzt mit ihrer Leistungsträgerin.

Im ersten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Rittner über Grönefelds Auftritt bei den US Open und nennt weitere Spielerinnnen, die für höhere Aufgaben in Frage kommen.

Sport1.de: Barbara Rittner, kam für sie der Erfolg von Anna-Lena Grönefeld bei den US Open überraschend oder deutete er sich an und war nur eine Frage der Zeit?

Barbara Rittner: Anna hatte seit ihrem Comeback im Mai eine Bilanz von 40:4 Siegen, darunter vier Turniersiege bei ITF-Turnieren. Das gibt viel Selbstvertrauen, welches eben nur über Siege zu holen ist. Aber dass sie jetzt schon in der Lage war eine Top 20 Spielerin wie Daniela Hantuchova zu schlagen und dann bis ins Achtelfinale zu kommen. Das war für mich überraschend und sehr erfreulich.

Sport1: Kann Grönefeld diesen Weg fortsetzen oder war das nur eine Eintagsfliege?

Rittner: Das war sicherlich keine Eintagsfliege. Da bin ich mir ganz sicher. Anna wird mit ihrer Qualität schnell wieder einen Platz zwischen 30 und 50 einnehmen und ich traue ihr auch die ersten 20 wieder zu.

Sport1: Also ist sie jetzt wieder die große Hoffnung im deutschen Damen-Tennis?

Rittner: Was heißt die große Hoffnung. Sie war schon auf Position 14 der Weltrangliste und das spricht für sich. Leider ist sie zwischendurch weggebrochen, weil sie viele Dinge verarbeiten musste. Übrigens ist sie nicht die einzige Hoffnung. Wir haben noch Sabine Lisicki, die erst 18 Jahre alt ist und schon auf Position 60 der Welt steht. Dann gibt es noch Tatjana Malek, Andrea Petkovic, Julia Görges und Angelique Kerber. Aber Anna ist bisher die einzige, die schon bewiesen hat, dass sie das Zeug für die ersten 20 hat.

Sport1: Lagen in ihren Augen die Gründe für Grönefelds "Abstieg" im physischen oder im psychischen Bereich?

Rittner: Klar im psychischen Bereich. Wenn jemand so Tennisspielen kann und dann passieren so krasse Dinge, dann ist man vom Kopf her nicht mehr so frei. Anna musste sogar vor Gericht gehen und das war für sie eine unheimlich schwierige Zeit. Aber das ist jetzt alles ausgeräumt. Wir, der DTB, haben sie immer unterstützt und ihr vermittelt, dass sie sich Zeit nehmen soll. Den größten Anteil hat allerdings ganz sicher ihr Coach Dirk Dier. Er stand in der ganzen Zeit immer hinter ihr und war für sie da. Er hat ihr sehr geholfen wieder ein Leben zu haben. Ein Leben mit Tennis und Spaß

Sport1: Also war die Zeit in der Akademie von Rafael Font de Mora so schlimm?

Rittner: Nein, es war schlimmer.

Hier geht es zum zweiten Teil

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel