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Anna Kurnikowa hat mehr Geld mit Werbung als mit Tennis verdient © getty

Anna Kurnikowa muss schwere Beleidungen einstecken. Doch diese sind nur die Spitze des Eisbergs. Auch frühere Stars äußerten sich abfällig.

von Benjamin Bauer

München - Anna Kurnikowa ist von dem Ex-Profi Justin Gimelstob sexuell übel beleidigt worden.

Doch diese Entgleisung von Gimelstob, der nach dem Ende seiner Karriere einen offiziellen Posten bei der ATP inne hat, ist nicht die einzige, die sich aktuelle und ehemalige Tennisspieler leisteten.

Gimelstob hat sich mittlerweile für seine Aussagen ("ich würde aber unter keinen Umständen mit Kurnikowa schlafen wollen. Es würde ihm aber egal sein, "wenn mein Bruder, der ein echter Sexprotz ist, sie f? würde und dann den Lohn einheimst" und "Sie ist eine Schlampe") entschuldigt und ist von der WTA mit einer Geldstrafe belegt worden.

Billie Jean King, die WTA-Präsidentin, glaubt, "dass wir dieses Verhalten von ihm nicht noch einmal erleben werden".

Fast an der Tagesordnung

Dass diskriminierende Äußerungen im Tennis eine längere Tradition haben, zeigt eine Revue von Aussagen:

Martina Navratilova wollte dem Australier Pat Cash einst eine Krawatte schenken, um sein Oberhaupt dann als einen "geschmückten Schweinekopf" zu bezeichnen.

Bereits zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde im feinen Tennissport eine ungewohnt harte Wortwahl getroffen. Bill Tilden beschimpfte Jean Borotra, immerhin einer der französischen Musketiere, als einen Künstler, Scharlatan, Showman und den größten Falschspieler der Tennisgeschichte.

Tilden konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass es weitaus derbere Entgleisungen zwischen den Tennisspielerinnen geben sollte.

Goran vs. Big Mac

Goran Ivanisevic unterstellte John McEnroe, von jedem Mann das Geschlechtsteil in den Mund zu nehmen und bezeichnete ihn als Idioten.

Für eine unüberlegte Äußerung war aber auch John McEnroe immer zu haben. So behauptete McEnroe, dass er mehr Gefühl im kleinen Finger habe als Ivan Lendl im ganzen Körper. Auch Brad Gilbert bekam von McEnroe sein Fett weg: "Du verdienst es nicht, mit mir auf dem selben Platz zu stehen. Du bist das Schlechteste, das f**** Schlechteste".

Pete, der schwankende Baum

Auch der mittlerweile handzahme Andre Agassi hatte zu seiner wilden Zeit nicht immer die Kontrolle über sein Mundwerk. Seinen damaligen Dauerrivalen Pete Sampras verglich er mit einem schwankenden Baum, der nichts an Position eins der Weltrangliste zu suchen hätte.

"Fette Schweine"

Richard Krajicek zog sich 1992 im Vorfeld des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon den Unmut vieler Tennisfans zu. Er hatte gegenüber der internationalen Presse geäußert, 80 Prozent der auf der WTA-Tour spielenden Damen wären "fette Schweine".

Als die neunmalige Wimbledon-Siegerin Martina Navratilova ihn darauf hin zur Rede stellte, korrigierte er die Zahl großzügiger Weise auf 75 Prozent. Dieser Vorfall blieb nicht ohne Folgen: Richard Krajicek wurde von mehreren Tageszeitungen mit Schweinenase und Schweineohren karikiert, während des Turniers in Wimbledon wurde er vom englischen Publikum bis zu seinem Ausscheiden in der dritten Runde oftmals ausgepfiffen.

Mittlerweile hat sich Richard Krajicek offiziell für diese Äußerung entschuldigt.

Aktuelle Äußerungen

Auch das aktuelle Wimbledon-Turnier hat schon eine kleine Entgleisung. Maria Scharapowa äußerte sich über die ewigen Vergleiche mit Kurnikowa wenig erfreut: "ich bin nicht die nächste Kurnikowa, ich will Matches gewinnen."

Das gelang ihr in diesem Jahr auf dem Rasen von Wimbledon nur in der ersten Runde. In der zweiten unterlag sie ihrer Landsfrau Alla Kudryavtseva. Deren Begründung für den Erfolg gegen Scharapowa: "Ich mag ihr Outfit nicht. Das hat mich motiviert, sie zu schlagen."

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