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Angelique Kerber steht in der dritten Runde bei den Australian Open © getty

Kerber hält in Australien lange die deutsche Fahne hoch. Die Bremerin kämpft sich aus der Qualifikation in die dritte Runde.

Melbourne - Nur zwei Stunden Schlaf nach 2:08 Stunden Spielzeit hinterlassen ihre Spuren.

Angelique Kerber war todmüde, als sie sich Samstagmittag zum Gespräch mit Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner traf: "Ich bin erst gegen sechs Uhr eingeschlafen und war kurz nach acht wieder wach."

Die gerade 22 Jahre alte Kielerin hat durch ihren Erfolg bei den Australian Open in Melbourne nachdrücklich Werbung für sich gemacht.

Einen Platz für das Weltgruppen-Match am 6. und 7. Februar in Brünn gegen Tschechien hat Rittner schließlich noch zu vergeben, und Kerber ist plötzlich eine Option.

"Erfahrung hat mir sehr viel gebracht"

Aus der Qualifikation kämpfte sich die gebürtige Bremerin beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres als einzige Deutsche bis in die dritte Runde vor.

Die 6:3, 5:7, 4:6-Niederlage in der Night Session am Freitag gegen die Weltranglistendritte Swetlana Kusnezowa zeigte ihr Potenzial ebenso wie die noch vorhandenen Defizite.

"Sicherheit, Fitness und zu wissen, wann man welchen Ball spielt", analysierte Kerber, "diese Erfahrung hat mir sehr viel gebracht."

Normalerweise wird sie entweder von Vater Slawomir oder Mutter Beata auf der Tour begleitet. Aber diesmal nicht, Schwester Jessica feierte am Freitag in Kiel ihren 18. Geburtstag und der ging vor. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der Frauen).

Kerber auf den Weg zum Fed Cup

So legte sie eine Reifeprüfung im Alleingang ab. "Ich glaube, das hat ihr mal ganz gut getan", meinte Barbara Rittner", "sie ist manchmal etwas unentschlossen und muss lernen, Entscheidungen zu treffen."

Vor über zwei Wochen war Kerber zur Reise um die halbe Welt aufgebrochen. Mit einem Sack voller Glücksmomente bestieg sie am Freitag den Flieger Richtung Heimat: "Mein erstes Ziel war das Hauptfeld, dann die erste Runde, dann der Vorstoß unter die Top 100, und dann der Vorstoß in die dritte Runde."

Alles hat sie geschafft, und jetzt könnte sogar noch die Nominierung für den Fed Cup dazu kommen. Andrea Petkovic, Anna-Lena Grönefeld und Kristina Barrois hat Barbara Rittner bereits fest eingeplant.

Für den vierten Platz kommen neben Kerber auch Tatjana Malek und Julia Görges in Frage. "Ich entscheide das erst in Deutschland", sagte Rittner, "ich wollte von Angelique hören, wie sie zum Fed-Cup-Team steht. Wenn sie dabei ist, müsste sie auch eine Rolle als Ersatzspielerin voll akzeptieren."

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