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Andrea Petkovic steht in der Frauen-Weltrangliste auf Platz 36 © imago

Ihre Final-Niederlage in s'Hertogenbosch macht Andrea Petkovic für Wimbledon zuversichtlich: "Kann mit den Besten mithalten."

's-Hertogenbosch - Von Frust keine Spur, im Gegenteil: Wohl selten hat Fed-Cup-Spielerin Andrea Petkovic eine Niederlage mehr Mut gemacht als die gegen Justine Henin. (DATENCENTER: Die Frauen in 's-Hertogenbosch)

Die 22 Jahre alte Darmstädterin lieferte der ehemaligen Weltranglisten-Ersten aus Belgien im Finale von 's-Hertogenbosch beim 6:3, 3:6, 4:6 einen packenden Kampf. Nach dem knapp zweistündigen Match meinte die Hochbegabte, die ihr Abitur mit einem Schnitt von 1,2 gemacht hat: "Ich habe gelernt, dass ich mit den Besten mithalten kann."

Und lernen wollte Andrea Petkovic schließlich, lernen, ob es mit ihrer vom Vater geerbten Tenniskunst im Konzert der Großen reicht. (250856DIASHOW: SPORT1-Favoritencheck)

Das Ziel war ein Platz in den Top 50, als sie sich 2006 für das Profitennis und gegen eine mögliche akademische Ausbildung entschied. Inzwischen weiß sie schon mehr und hat ihr erstes Ziel erreicht. Sie ist bereits die Nummer 36 der Welt, ab Montag dürften es noch ein paar Plätze höher sein. Sie ist angekommen in der erweiterten Weltspitze.

Erfahrung auf Gras

Was Andrea Petkovic bei der Wimbledon-Generalprobe in den Niederlanden auch noch gelernt hat? Dass Gras ein Belag ist, der ihrem Spiel durchaus liegt. Diese Erfahrung musste auch Justine Henin machen. "Sie hat ein gutes Spiel auf Gras, sie schlägt den Ball sehr flach und hart", sagte Henin lobend über ihre Kontrahentin, "sie hat großartig gespielt."

Petkovic hatte sogar die große Chance, ihren zweiten Turniersieg nach Bad Gastein im Juli 2009 zu feiern. Im entscheidenden dritten Satz führte die deutsche Meisterin mit einem Break vor bereits 3:0.

Doch ganz geheuer war ihr das nicht. "Bei dem Wind war es sehr schwierig. Besonders auf der einen Seite, da passierten immer die Breaks. Deshalb wusste ich, dass es schwer wird. Justine war einfach zu gut", sagte Petkovic, die als Lohn für ihre einwöchige Arbeit 19.000 Dollar kassierte, umgerechnet rund 15. 350 Euro.

Runde zwei gegen Williams?

Schwer wird es für Andrea Petkovic, deren Vater Zoran einst für Jugoslawien im Davis Cup spielte, auch in der kommenden Woche.

Denn bei der Auslosung für ihre Premiere im Tennis-Mekka Wimbledon war sie nicht gerade vom Losglück verwöhnt worden . Sollte Petkovic die Runde eins gegen die Russin Anna Tschakwetadse überstehen, droht ihr ein Duell mit Titelverteidigerin Serena Williams (USA). Für die zwölfmalige Grand-Slam-Siegerin ist der Centre Court an der Church Road schon beinahe wie ein Wohnzimmer. Dort siegte die 28-Jährige auch 2002 und 2003.

Der Gang zum bedeutendsten Rasenturnier der Welt wird für Petkovic nach der Erfahrung von 's-Hertogenbosch aber etwas leichter sein. "Vor dem Turnier war ich nervös, weil Rasen nicht mein favorisierter Belag war, aber jetzt freue ich mich auf mein erstes Match in Wimbledon", so die Studentin der Politikwissenschaften.

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