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Julia Görges feierte in Bad Gasein ihren ersten Turniererfolg © imago

Die 21-Jährige lässt mit ihrem Sieg in Bad Gastein mächtig aufhorchen. Fed-Cup-eamchefin Rittner traut ihr Großes zu.

München - Sie ist 1,80 m groß, schlank, hat blaugrüne Augen und ein umwerfendes Lächeln:

Julia Görges würde zweifellos auch auf dem Laufsteg eine gute Figur machen. Doch Schlagzeilen produziert die 21-Jährige lieber auf dem Tennisplatz.

Und wie: Durch ihren sensationellen Turniersieg in Bad Gastein nach einem 6:1, 6:4 gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky hat die Oldesloerin, die alle Welt nur Jule nennt, einen neuen Höhepunkt ihrer jungen Karriere erreicht.

"Es war wunderbar, ich hatte mir fest vorgenommen mein erstes Finale zu genießen", sagte Görges nach dem Triumph: "Jetzt kann ich es selbst kaum glauben, gewonnen zu haben. Für diesen Moment haben wir jahrelang gekämpft."

"Sie kann mit den ganz Großen mithalten"

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Görges den nächsten Gipfel erklimmt und zu Deutschlands Nummer eins aufsteigt.

Bis auf Platz 65 der Weltrangliste hat sich die deutsche Vizemeisterin von 2007 vorgearbeitet, dank ihres Siegeszugs in Österreich wird sie einen weiteren Satz nach vorne machen.

Andrea Petkovic auf Rang 35 und Angelique Kerber als Nummer 49 dürfen sich schon mal warm anziehen. Das große Ziel für das Jahr 2010, das Erreichen der Top 50, sollte Görges jedenfalls ohne Probleme erreichen.

Das weiß auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. "Wenn Jule spielt, was sie kann, ist noch viel mehr drin", sagt Rittner: "Sie haut unglaublich drauf. Wenn sie den Ball trifft, kann sie mit den ganz Großen mithalten."

Ähnlichkeit mit Pierce

In der Spielanlage erinnert ihr Schützling sehr an Mary Pierce. Von rechts und links drischt sie mit unglaublicher Wucht auf den Ball, Aufschlag und Vorhand sind bislang die stärksten Waffen in ihrem Spiel.

"Sie ist eine sehr athletische Spielerin", sagt Rittner: "Sie muss einfach ihren Kopf zusammenhalten, dann geht da noch so einiges."

Doha als Sprungbrett

Der Aufstieg von Julia Görges, die im Sommer 2005 die Schule mit der mittleren Reife verließ, um Tennisprofi zu werden, begann im März 2007 in Doha.

Dort bekam sie eine Wildcard für die Qualifikation und kämpfte sich überraschend bis ins Achtelfinale des Hauptfeldes vor, wo die Russin Swetlana Kusnezowa Endstation war.

"Ich lasse mich nie hängen"

Wenig später reichte es in Stockholm zum Halbfinale, 2009 folgte an der Seite von Anna-Lena Grönefeld, Schwester ihres Ex-Freundes Bastian, in Portoroz im Doppel der erste Titelgewinn auf der WTA-Tour.

Nun ist in Bad Gastein endlich auch im Einzel der Knoten geplatzt. "Ich bin so glücklich", sagte Görges schon, nachdem sie in ihrem fünften Halbfinale erstmals die Oberhand behielt.

Dass keine drei Stunden später schon das Endspiel anstand, war da fast egal. Denn Aufstecken ist für den deutschen Shootingstar ein Fremdwort:

"Ich lasse mich nie hängen, gebe nie auf. Bis der letzte Punkt gespielt ist."

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