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Kim Clijsters gewann das erste und das letzte Turnier dieses Jahres © getty

Die Masters-Siegerin glaubt, dass es in jüngeren Jahren mit dem Titel unter den Umständen nichts geworden wäre.

Doha/München - Dass Mutter Kim Clijsters noch einmal das Damen-Masters gewonnen hat, verdankt sie vor allem ihrer Erfahrung. Seit ihrer Fußverletzung nach dem US-Open-Triumph im September hatte die 27-Jährige kein Turnier mehr bestritten.

In Doha kam Clijsters, sah und siegte. (GAMES: Jetzt Ballpoint spielen!)

In einer 140-minütigen Tennis-Schlacht gegen die sieben Jahre jüngere dänische Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki setzte sich die Belgierin mit 6:3, 5:7, 6:3 durch, kassierte 1,5 Millionen Dollar und verbesserte sich im Ranking von Platz vier auf drei.

Routine in kritischer Situation

"Nach so vielen Jahren auf der Tour weiß ich, wie ich mit Situationen wie mangelnder Spielpraxis umgehen muss. Ich denke, einige Jahre zuvor, während meiner ersten Karriere, wäre ich dazu nicht in der Lage gewesen", sagte Kim Clijsters, "aber jetzt kenne ich mich halt ein bisschen besser."

Im August 2009 war die Tochter des ehemaligen belgischen Fußball-Nationalspielers Leo Clijsters nach 27-monatiger Pause in den WTA-Zirkus zurückgekehrt.

Einen Monat später krönte die Mutter von Töchterchen Jada ihre triumphale Rückkehr mit dem Gewinn der US Open.

Neue Prioritäten

Für Kim Clijsters ist Tennis wieder wichtig, das große Ziel ist Olympia 2012 in London. Die Prioritäten jedoch liegen bei ihrer Familie.

Sie will ihr Leben einfach in vollen Zügen genießen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit fremden Einflüssen. Wie in Doha.

"Ich war noch nie im Mittleren Osten. Es ist schön, die Kultur ein wenig kennenzulernen. Ich habe verschiedene Arten von Essen und anderen Dingen erlebt. Inzwischen kann ich das wertschätzen", sagte Clijsters.

Damals habe sie das nicht gemacht, "da war ich so auf das Tennis konzentriert und das Hotel. Das war's dann."

Zuspruch für Wozniacki

In Schutz nahm Kim Clijsters nach dem Finalerfolg ihre Kontrahentin Caroline Wozniacki. Die Branchenführerin musste sich nach ihrer Inthronisierung als Nummer eins Kritik gefallen lassen.

Sie sei keine würdige Weltranglisten-Erste, da sie noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen habe.

Dafür hat Kim Clijsters kein Verständnis: "Mein Ratschlag an sie lautet: Nicht hinhören. Sie wird ein solches Turnier gewinnen. Sie ist zu gut, als dass sie es nicht schafft."

Bekannte Situation

Clijsters sprach aus eigener Erfahrung über dieses Thema. Als sie 2003 die Nummer eins der Welt wurde, hatte sie auch noch keines der großen vier Turniere gewonnen.

Inzwischen ist sie dreimalige US-Open-Siegerin. "Als ich 2003 Lindsay Davenport bezwungen habe und erstmals die Nummer eins wurde, war das ein unbeschreibliches Gefühl." Dies solle sich auch Caroline Wozniacki bewahren.

Schrecksekunde überstanden

In Doha hatte Kim Clijsters bei allen sportlichen Erfolgen aber auch eine Schrecksekunde zu überstehen.

Am Samstag überstand sie auf dem Weg zum Stadion einen Autounfall unverletzt und konnte schon vor der Partie gegen Samantha Stosur via "Twitter" Entwarnung geben: "Wir sind okay", erklärte Clijsters, aber das Auto sei reif für den Schrottplatz.

Erst nach dem anfänglichen 0:3-Rückstand und einem abgewehrten Satzball konnte sie die Tür zum Finale aufstoßen.

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