vergrößernverkleinern
Kim Cijsters feierte im März 2009 ihr Comeback nach zwei Jahren Auszeit © getty

Kim Clijsters hat erneut den Sprung an die Weltspitze geschafft - trotz Spagat zwischen Familie und Profisport.

München - Nach einer langen Arbeitswoche in Paris war am Sonntag erst kurz vor Mitternacht Feierabend.

"Endlich zu Hause", twitterte Kim Clijsters aus dem heimischen Bree, "Jada schläft, wir packen aus. Gleich gibt es noch einen Tee, und dann geht's ins Bett. "

Vorher musste natürlich noch einer mit den Hunden raus: "Das macht Brian. Ich schaue in der Zeit noch mal kurz ins Kinderzimmer."

Alltag im Hause Clijsters-Lynch, der Alltag einer jungen Familie, die über das zweite Kind nachdenkt, gerne gemeinsam in Schlabberklamotten im Supermarkt einkaufen geht und am allerliebsten zu Hause ist.

Erste Mutter an der Tennis-Spitze

Das klappt nicht immer, denn Kim Clijsters ist von Beruf Tennisspielerin, die beste der Welt übrigens. Am Montag begann sie ihre 20. Woche an der Spitze der Weltrangliste - als erste Mutter in der Geschichte der Rankings, deren erste Nummer eins im November 1978 Chris Evert war. (DATENCENTER: Die WTA-Weltrangliste)

Und damit "Kimmie" das alles auf die Reihe kriegt, Familie, Kind, Hunde, Haus und den Job als Hochleistungssportlerin, hat Ehemann Brian Lynch, ein US-Basketballspieler, seine eigene Karriere auf Eis gelegt.

"Ich stehe hier, weil du da bist", sagte Clijsters nach ihrem Sieg bei den Australian Open an die Adresse des Gatten: "Ich danke dir für alles, ich liebe dich. Du bist mein Fels in der Brandung des Lebens."

Beziehung mit Lleyton Hewitt gescheitert

Das sollte eigentlich mal ein anderer werden, lange Zeit war schließlich Lleyton Hewitt der Mann an ihrer Seite. Schon war alles für die Traumhochzeit im Oktober 2004 gerichtet, da trennte sich das Paar vom einen auf den anderen Tag. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Den Australiern ist es einerlei, sie haben ihre "Aussie-Kim" tief ins Herz geschlossen. "Es gibt viele gute Gründe, sie zu mögen. Sie ist unkompliziert, humorvoll und nicht mit Lleyton Hewitt verheiratet", schrieb die Zeitung "The Age" am Rande der Australian Open im Januar.

Bereits 2003 Weltspitze

Kim Clijsters war schon einmal dort, wo sie jetzt wieder angekommen ist: an der Spitze der Tenniswelt. Im August 2003 übernahm die damals 20-Jährige die Nummer eins und tauchte bis März 2006 immer mal wieder da oben auf.

Schon im August 2005 signalisierte sie allerdings, dass sie eigentlich keinen Bock mehr auf das Leben aus dem Koffer hatte, und im März 2007 machte sie den lange angekündigten Rücktritt dann wahr. Vier Monate später heiratete sie Brian Lynch, im Februar 2008 kam Jada Ellie zur Welt.

Schicksalsschlag als Weg zurück

Das private Glück schien perfekt, als im Januar 2009 ein schwerer Schicksalsschlag das Leben von Kim Clijsters erschütterte. Ihr geliebter Vater Lei, Wegbereiter ihrer sportlichen Entwicklung und enger Vertrauter, starb an Lungenkrebs.

Danach spürte die Tochter eine innere Unruhe, das Gefühl, ihre Karriere, in die auch der Vater so viel Herzblut investiert hatte, unvollendet abgebrochen zu haben. Die Einladung zu einem Exhibition Match im Sommer 2009 in Wimbledon, wo sie an der Seite von Tim Henman gegen Steffi Graf und Andre Agassi antrat, gab dann den Ausschlag: "Ich wollte mich nicht blamieren und habe hart trainiert. Und gemerkt, dass es mir wieder Spaß machte."

Comeback im Jahr 2009

Im März 2009 verkündete Kim Clijsters ihr Comeback, sechs Monate später gewann sie zum zweiten Mal nach 2005 die US Open.

Ein Jahr später durfte sich die kleine blonde Jada, ein Abbild ihrer berühmten Mutter, auf dem Centre Court von Flushing Meadows erneut im goldenen Siegerpokal spiegeln, im Januar 2011 kam der Sieg bei den Australian Open in Melbourne dazu. Kim Clijsters scheint auf der Höhe ihres Könnens, unwiderstehlich ihr kraftvolles Spiel, unerschütterlich ihr Selbstbewusstsein.

Olympiagold als Ziel

Und wie geht es weiter? Paris möchte sie noch gewinnen, Wimbledon natürlich, gerne auch Olympiagold 2012 in London.

Danach soll Schluss sein mit der sportlichen Karriere, endgültig dieses Mal, schließlich soll Jada kein Einzelkind bleiben.

2013 wollen Kim und Brian ein zweites Kind, dann vielleicht auch noch ein drittes. "Und gerne auch noch ein paar Hunde", sagt die Chefin. Klar, sie muss ja auch nicht spätabends mit denen Gassi gehen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel